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Wissenschaftl. Mitarbeiterin / wissenschaftl. Mitarbeiter

09.02.2018

Beim Landwirtschaftlichen Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) ist im Referat 41 - Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg (FFS) - am Standort Langenargen zum nächstmöglichen Termin die Stelle

einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin / eines wissenschaftlichen Mitarbeiters

für das Projekt „Bioenergetische Modellierung der fischereilichen Einflussmöglichkeiten auf den Fischbestand des Bodensee‐Obersees" befristet für drei Jahre zu besetzen.

Das Projekt ist in das Interreg-Projekt „Seewandel“ (www.seewandel.org): „Die Erforschung der Biodiversität des Bodensees“ integriert. Projektpartner sind: EAWAG (lead), Universität Konstanz, Institut für Seenforschung, Universität Zürich, Universität Innsbruck, Universität Hohenheim.

Derzeit unterliegt der Fischbestand des Bodensee‐Obersees einem intensiven Wandel. Neben Oligotrophierung, Fischerei, Klimawandel und invertebraten Neozoen hat in neuerer Zeit insbesondere der außerordentlich hohe Bestand des invasiven Dreistachligen Stichlings im Pelagial großen Einfluss auf das Nahrungsnetz und somit auf den fischereilichen Ertrag. Ziel des Projektes ist die Modellierung der Energieflüsse im Nahrungsnetz mit dem Schwerpunkt auf Fische (Felchen/Stichling) und das Aufzeigen der Auswirkungen von fischereilichen Bewirtschaftungsformen. Die gewonnen Erkenntnisse sollen dazu dienen, die energetische Vernetzung im Nahrungsnetz des Bodensees besser zu verstehen, die Einflussstärke insbesondere auch der Neozoen zu bewerten, um daraus, wenn möglich, Maßnahmen abzuleiten, dass pelagische Ökosystem und damit auch die Fischerei zu stützen.

Es soll herausgefunden werden,

  • welche Anteile an Nahrungsenergie durch die Stichlinge allokiert werden und wie sich dies auf das Wachstum und die Diversität der übrigen Fischgemeinschaft auswirkt,
  • welche Effekte intra‐ und interspezifische Wechselwirkungen auf Wachstum und Futterverwertung ausgewählter Arten besitzen,
  • welches Fischereimanagement (bspw. Maschenweite Kiemennetze, jährliche Entnahmemenge, etc.) aus bioenergetischer Sicht einen maximal hohen, langfristig nachhaltigen Ertrag ermöglicht,
  • welchen Einfluss der intensive Besatz mit Felchenbrut auf den Felchenbestand ausübt und ob das Wachstum der Felchen über eine Regulierung der Besatzaktivität gesteuert werden könnte,
  • welche fischereilichen neuen Managementoptionen existieren und wie sich diese Maßnahmen auf die Resilienz und natürliche Ertragsfähigkeit auswirken.

Nach Erarbeitung aussagekräftiger Teilergebnisse sollen diese am Projektende in Form eines Schlussberichts übergeben werden. Die Teilergebnisse werden in regelmäßigen auch öffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und im Gesamtprojekt ausgetauscht und diskutiert.

Das Aufgabengebiet umfasst:

  • Aufarbeitung der vorhandenen Datensätze zur darauf aufbauenden bioenergetischen Modellierung der Stichlings- und Felchenpopulation und deren Interaktionen.
  • Evaluierung vorhandener Bestands- und Befischungsmodelle aus der marinen Fischerei für die Situation am Bodensee. Möglicherweise Entwicklung eines spezifischen Modells für das Management von Bodenseefelchen.
  • Erstellung eines „Stichlings-Models“ zur Darstellung der Auswirkung der Art auf das Nahrungsnetz sowie die Erstellung eines „Fischerei-Models“ zur Darstellung der Auswirkungen bestimmter fischereilicher Maßnahmen auf den Felchenbestand.
  • Vermittlung der Ergebnisse in die wissenschaftliche/fischereiliche Praxis.


Von den Bewerberinnen / Bewerbern erwarten wir:

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Fachrichtung Biologie (Diplom an einer Universität / konsekutiver Master an einer Universität / konsekutiver und akkreditierter Master an einer Hochschule) oder eines verwandten Studiengangs mit Schwerpunkt Fischökologie, Fischbiologie oder Fischereimanagement aus der Fachrichtung Biologie bzw. Agrarwissenschaften oder eines verwandten Studiengangs,
  • eine Promotion mit ökologischen/mathematischen Bezug, vorzugsweise in der Modellierung von Fischbeständen,
  • sehr gute Kenntnisse im Fischereimanagement,
  • sehr gute Kenntnisse im Umgang ökologischer Modellierungsverfahren,
  • sehr gute Kenntnisse in projektrelevanter Statistik,
  • vorzugsweise Erfahrung mit der Software Fish Bioenergetics 3.0/4.0,
  • vorzugsweise gute Kenntnisse über die Artengemeinschaft und den Fischbestand des Bodensees,
  • ausgeprägte Teamfähigkeit, exzellente Englischkenntnisse in Wort und Schrift, offener Umgang mit Projektpartnern.


Das Beschäftigungsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Vergütung erfolgt bei Vorliegen aller tariflichen und persönlichen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe 13 TV-L.

Wir möchten den Anteil der Frauen im Ressortbereich des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz weiter erhöhen und sind deshalb an Bewerbungen von Frauen besonders interessiert.

Die zu besetzende Stelle ist grundsätzlich teilbar.

Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen. Bitte senden Sie diese bis 23.03.2018 unter Angabe der Kennziffer 0823/LAZBW/2136 an das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz - Personalreferat -, Postfach 10 34 44, 70029 Stuttgart oder per E-Mail (bitte zusammengefasst in einer Anlage im pdf-Format, max. 3 MB) an bewerbungen@mlr.bwl.de. Bitte geben Sie bei Bewerbungen per E-Mail diese Kennziffer unbedingt auch im Betreff Ihrer E-Mail an.

Für nähere Informationen steht Ihnen Herr Dr. Brinker (Tel.: 07543 / 9308 - 324) gerne zur Verfügung.

Bewerbungsfrist: 23.03.2018

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Ansprechpartner

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR)

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz

Kernerplatz 10
70182 Stuttgart

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