Pressemitteilung

  • 02.06.2017

„Die größte Stärke des Ländlichen Raums sind die Menschen, die in ihm leben und dessen Zukunft aktiv gestalten“

„Baden-Württemberg hat einen starken und attraktiven Ländlichen Raum. Er ist die ökologische und ökonomische Kraftquelle unseres Landes. Unsere Kommunen sind lebendige Arbeits- und Lebensräume. Dies liegt zunächst auch an der großen Wirtschaftskraft unseres Mittelstandes, aber zuallererst am Fleiß, am Geschick und am Können unserer Bürgerinnen und Bürger. Für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung setzt die Landesregierung mit starken Förderinstrumenten gezielte Impulse für den Ländlichen Raum“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (1. Juni) bei einer ganztägigen Bahnfahrt mit der Kinzigtalbahn von Offenburg nach Alpirsbach.

An vier Stationen in Gengenbach/Berghaupten, Haslach/Hofstetten, Schiltach und in Alpirsbach erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Vereinen und Verbänden einen aktuellen Überblick über die vielfältigen Themen des Ländlichen Raums. „Die vorgestellten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie sehr die einzelnen Themen zusammenhängen und welche Effekte mit nachhaltiger Wertschöpfung für die Region erzielt werden“, so Minister Hauk.

Erfolgreiche Vermarktung regionaler Spezialitäten
Als kulinarisches Portal zum Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord präsentiert die Naturpark-Marktscheune in Berghaupten saisonale, regionale und nachhaltig erzeugte Produkte von rund 100 landwirtschaftlichen Betrieben. Minister Hauk zeigte sich von diesem Erfolgsmodell beeindruckt und betonte, welche Vorteile eine gemeinsame, über die gesamte Wertschöpfungskette abgestimmte Erzeugung und Vermarktung habe. „Das Projekt verdeutlicht außerdem, wie in der Landwirtschaft über die Diversifizierung ergänzende Betriebszweige aufgebaut werden und so Arbeitsplätze in der Region entstehen. Deshalb unterstützen wir solche Vorhaben auch über das Agrarinvestitionsförderungsprogramm“, so der Minister.

Der Besuch bei der Brennerei Wild in Gengenbach stand ganz im Zeichen der besonderen Bedeutung des Brennereiwesens im Ortenaukreis. „Mit kreativer Kompetenz und innovativen Produkten behaupteten sich viele Betriebe schon heute erfolgreich am Markt", betonte der Minister mit Blick auf das Auslaufen des Branntweinmonopols zum Jahresende. Das Land unterstütze die Branche auch weiterhin mit zahlreichen Maßnahmen in den Bereichen Förderung und Qualifizierung. „Mit dem neuen Kompetenz- und Vernetzungsteam Brennerei an der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) in Weinsberg wollen wir zukunftsorientierte Betriebe vor allem durch Wissenstransfer unterstützen“, sagte Hauk.

Innovative Unternehmen und Bildung für alle Generationen
Bei Neumaier Industry in Hofstetten informierte sich Minister Hauk über die Produktion von mechatronischen Logistiksystemen, insbesondere das innovative Routenzugsystem 'Factory Train'. Aktuell ist der Neubau einer Produktionshalle geplant, den das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über das Programm 'Spitze auf dem Land! Technologieführer für Baden-Württemberg' fördert. „Damit setzen wir gezielte Impulse für innovative Unternehmen im Ländlichen Raum. Denn diese schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze und sichern die Zukunft auf dem Land“, betonte der Minister.

Die Bibliothek der Generationen im Heinrich-Hansjakob-Schulzentrum ist ein zukunftsweisendes Projekt der Stadt Haslach im Rahmen des EU-Programms LEADER. Minister Hauk hob besonders hervor, wieviel Funktionalität hier auf 250 Quadratmetern Fläche für die ganze Bevölkerung entwickelt wurde. „Das ist ein gelungener Begegnungsort für Bildung und Kultur, der enorm zur Lebensqualität der Stadt Haslach beiträgt.“

Nachhaltige Tourismusinfrastruktur und digitale Geoinformation
In Schiltach präsentierte der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord die Bedeutung naturverträglicher Tourismusangebote am Beispiel des 'Flößerpfads Kinzigtal'. Auf diesem Themenwanderweg wird das jahrhundertealte Flößerhandwerk mittels Infotafeln und zahlreichen multimedialen Zusatzangeboten erlebbar. Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung demonstrierte ergänzend modernste Methoden zur Erstellung von dreidimensionalen Landschaftsmodellen. „Die Vermessungsverwaltung ermöglicht damit eine Fülle von innovativen Anwendungsmöglichkeiten und sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Digitalisierungsstrategie des Landes“, so der Minister.

Schließlich würdigte der Minister die Flurneuordnung als ein wichtiges Instrument zur Stärkung des Ländlichen Raums. „Mit umfangreichen Wegebaumaßnahmen werden auch im laufenden Verfahren Dornhan (Lkr. Rottweil) zukunftsfähige Strukturen für die Landwirtschaft geschaffen“, sagte Hauk anlässlich der Übergabe der Bewilligung von rund 1,2 Millionen Euro für den 2. Teilabschnitt.

Quellfrische Forellen aus dem Schwarzwald
In Alpirsbach endete die Bahnfahrt mit dem Besuch der Forellenzucht Lohmühle. Die Anlage umfasst 30 Teiche und bietet hervorragende Bedingungen für gesunde und farbenprächtige Bachforellen sowie schmackhafte Speiseforellen in bester Qualität. „Baden-Württemberg ist Forellenland. Im bundesweiten Vergleich sind wir Spitze. Das verdanken wir innovativen Betrieben, die mit viel Können und Engagement die Forellenzucht in unserem Land seit mehr als 100 Jahren stetig fortentwickelt haben“, betonte der Minister. Das Land unterstütze die Betriebe mit praxisbezogener Forschung und einer breitgefächerten Beratung durch die Fischereiforschungsstelle in Langenargen. „Außerdem beteiligen wir uns seit vielen Jahren erfolgreich an der europäischen Fischereiförderung. Für die aktuelle Förderperiode bis 2020 stehen im Land ca. 6,6 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Neben der Fischerei und Verarbeitungsunternehmen sollen auch nachhaltige und ressourcenschonende Aquakulturanlagen gefördert werden“, so der Minister.

Hintergrundinformationen
Weiterführende Informationen zu den vorgestellten Projekten erhalten Sie auf den folgenden Internetseiten:

Regionalentwicklung Mittlerer Schwarzwald e.V.:
www.leader-mittlerer-schwarzwald.de


Informationen zur Politik für den Ländlichen Raum und den Förderprogrammen sind auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter  www.mlr-bw.de abrufbar.


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