Pressemitteilung

Geodaten
  • 29.08.2014

Festakt zum Präsidentenwechsel beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg

Minister Alexander Bonde hat am Freitag (29. August) den scheidenden Präsidenten des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) Hansjörg Schönherr bei einem Festakt in den Ruhestand verabschiedet und den neuen Präsidenten und bisherigen Leiter des Referats Landentwicklung im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Luz Berendt, zum 1. September in sein Amt eingeführt.

"An der Spitze des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung war Hansjörg Schönherr stets ein verlässlicher Kooperationspartner, Netzwerker und Vordenker. Er hat in Baden-Württemberg maßgeblich die Satellitenmesstechnologie im Vermessungswesen auf den Weg gebracht, die heute bei allen Vermessungen vom Brückenbau bis zur Flurneuordnung tagtäglich zum Einsatz kommt. Unter Schönherrs Führung wurde eine Geodateninfrastruktur aufgebaut und ein Geoportal eingerichtet, das Nutzerinnen und Nutzern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch allen Bürgerinnen und Bürgern einen zentralen, einfachen Zugang zu Geodaten der Landesverwaltung und des kommunalen Bereichs ermöglicht. Die automationsgestützte Kartenherstellung, die Herausgabe beliebter, qualitativ hochwertiger Freizeitkarten sowie der Aufbau eines modernen leistungsfähigen Liegenschaftskatasters prägen Schönherrs Amtszeit. Sie sind von großer Bedeutung für unseren High-Tech-Standort Baden-Württemberg und für eine bürgernahe Verwaltung", betonte Minister Alexander Bonde in seiner Rede im Hospitalhof in Stuttgart.

Mit Projekten wie diesen habe Hansjörg Schönherr, der sich auch für die Neuausrichtung der Flurneuordnung eingesetzt hat, früh die Zeichen der Zeit erkannt und sein Haus bestens aufgestellt. "Nicht umsonst steht das LGL im bundesweiten Vergleich an der Spitze. Schönherr hat sich weit über die Landesgrenzen hinaus als geschätzter Diskussions- und Ansprechpartner mit der Gabe, komplexe Sachverhalte rhetorisch gekonnt in verständliche Sprache zu kleiden, einen hervorragenden Ruf erworben. Er hat damit der Vermessung, Geoinformation und Landentwicklung in Baden-Württemberg einen sehr guten Dienst erwiesen", so Bonde weiter. Das LGL als Landesbetrieb stehe zudem wirtschaftlich auf solider Basis. "Für seinen unermüdlichen Einsatz danke ich Hansjörg Schönherr herzlich. Er verdient unsere vollste Anerkennung. Ich wünsche ihm für seinen nächsten Lebensabschnitt alles Gute", so Bonde.

Auf seinen Nachfolger Luz Berendt warteten spannende Aufgaben. "Zu den größten Herausforderungen zählen sicherlich die weiter fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung, ebenso die Entwicklung der Open Data Strategie. Er wird mit dem LGL den Weg Baden-Württembergs in die digitale Informations-, Wissens- und Bürgergesellschaft vorantreiben. Hierfür, aber auch für die anderen Bereiche von Flurneuordnung und Vermessung wird er sich auch künftig vor allem um die Nachwuchsgewinnung kümmern. Bei den Flurneuordnungsverfahren soll vor allem die Transparenz über das Internet, z.B. über online-Beteiligungsplattformen weiter ausgebaut werden." Auch bei der ökologischen Neuausrichtung der Flurneuordnung werde Berendts Fachverstand gefragt sein. "In Zukunft werden bei der Flurneuordnung noch stärker Naturschutz- und Umweltziele im Vordergrund stehen. Umso mehr freut es mich, dass wir für diese Aufgabe einen ausgewiesenen und über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus anerkannten Experten der Landentwicklung gewinnen konnten, der fachlich und persönlich die besten Voraussetzungen mitbringt, um auf diesem Gebiet neue Impulse zu setzen. Ich wünsche Luz Berendt daher einen guten Start und viel Glück bei all seinen künftigen Aktivitäten", so Bonde abschließend.

Hintergrundinformationen:

Hansjörg Schönherr studierte von 1970 bis 1975 Geodäsie (Vermessungswesen) an der Technischen Universität in Stuttgart. Sein beruflicher Werdegang begann beim damaligen Staatlichen Vermessungsamt Göppingen mit der Entwicklung und Erprobung von neuen automatischen Mess- und Rechenverfahren. 1979 wurde er ausgewählt, um als Nachwuchsführungskraft für zwei Jahre die Referententätigkeit im Ministerium kennen zu lernen. Anschließend ging er als Referatsleiter zurück zum Amt nach Göppingen und kam 1982 als Referent für die Katastervermessung erneut ins damalige Innenministerium. 1991 übernahm er dort die Leitung des Referats Vermessungstechnik, Liegenschaftskataster. 1994 wurde er zum Präsidenten des Landesvermessungsamtes ernannt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Luz Berendt hat 1978 sein Studium der Vermessung an der Universität Karlsruhe als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Nach dem zweijährigen Vorbereitungsdienst trat er im August 1980 in die Flurneuordnungsverwaltung des Landes Baden-Württemberg ein, wo er fünf Jahre lang beim damaligen Amt für Flurneuordnung und Landentwicklung Radolfzell als Leitender Ingenieur tätig war. 1985 wurde er Referent für das Landwirtschafts- und Umweltministerium bei der damaligen Landesvertretung beim Bund in Bonn. Ende 1986 holte ihn der Landwirtschafts- und Umweltministers Dr. h.c. Gerhard Weiser als persönlichen Referenten ins Ministerium. Seit 1989 ist Berendt Leiter des Referates Landentwicklung im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Stuttgart. Er ist seit 1992 Lehrbeauftragter am geodätischen Institut des Karlsruher Instituts für Technologie für das Fach "Neuordnung der Ländlichen Räume" und seit über 25 Jahren Mitglied in Bund-Länder-Gremien für Flurneuordnung. Darüber hinaus ist er Mitglied in mehreren berufsständischen Organisationen und seit 2009 Sachverständiger im Aufsichtsrat der Landsiedlung. Luz Berendt ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) ist die obere Vermessungs-, Flurneuordnungs- und Siedlungsbehörde in Baden-Württemberg. Das LGL beschäftigt rund 630 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 330 am Standort Stuttgart, 180 in Karlsruhe und 120 in Kornwestheim. Weitere rund 600 Beschäftigte unterstützen die Flurneuordnungsverfahren bei den Landkreisen. Das LGL führt als obere Landesbehörde die Fachaufsicht über die unteren Vermessungsbehörden und über die Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurinnen und Vermessungsingenieure sowie über die unteren Flurneuordnungsbehörden. Für die Stadtkreise ist das LGL untere Flurneuordnungsbehörde.
Für alle dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zugeordneten Fachbereiche betreibt das LGL die Softwareentwicklung.
Weitere Informationen zum LGL finden Sie unter www.lgl-bw.de.


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