Pressemitteilung

Vogelgrippe
  • 17.11.2016

Kampf gegen Vogelgrippe – Landesweit Stallpflicht für Geflügel

Um die Vogelgrippe in Baden-Württemberg zu stoppen, hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) eine landesweite Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Geflügelschauen sind bis auf Weiteres verboten, wie der Minister am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Zoos, Wildtier- und Vogelparks, die nicht alle Vögel in Ställen halten können, werden von den Veterinärämtern gezielt überwacht. Die Stallpflicht gilt ab Freitag.

Bislang sind am Bodensee 229 tote Vögel entdeckt und 175 davon positiv auf das aggressive Vogelgrippe-Virus H5N8 getestet worden. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr sprechen Experten auch von Geflügelpest. Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie sprach von gut 500 Opfern unter den rund 200 000 Wasservögeln, die sich aktuell am Bodensee aufhielten.

Noch habe die Geflügelpest im Südwesten nicht auf Haus- und Nutzgeflügel übergegriffen. In Ungarn und Österreich sei dies aber schon der Fall, berichtete Hauk. „Wir müssen rigoros vorgehen.“ Es gelte „frühzeitig alle denkbaren Vorkehrungen zu treffen, um eine Ausweitung in die Hausgeflügelbestände zu vermeiden.“ Die Stallpflicht gelte zunächst bis Ende Januar. Dann werde die Lage vor der für März erwarteten Rückkehr vieler Wildvögel aus ihren Winterquartieren womöglich neu bewertet.

Bei den toten Vögeln handelt es sich weiter vor allem um Reiherenten. Es seien aber auch tote Möwen, Tafelenten, Haubentaucher und Schwäne gefunden worden, bei denen inzwischen das Virus H5N8 nachgewiesen wurde. Ein vom Virus befallener, toter Turmfalke und zwei tote Krähen zeigten, dass nicht nur Wasservögel betroffen seien.

Nach wie vor lasse sich die Situation nicht mit dem Ausbruch der Vogelgrippe im Jahr 2006 vergleichen, betonte Hauk. Damals war das Virus H5N1 in Asien bereits mutiert und in einzelnen Fällen auf den Menschen übergegangen. Bei H5N8 sei dies bisher weltweit nicht der Fall. Eine Gefahr für den Menschen könne nach wie vor ausgeschlossen werden.

Quelle: dpa/lsw


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