Pressemitteilung

Naturschutz
  • 02.12.2015

Kooperativer Naturschutz als Erfolgsmodell: Landschaftserhaltungsverbände im Land seit 2011 mehr als verfünffacht

Mit der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg hat die grün-rote Landesregierung einen klaren und bundesweit einzigartigen Fahrplan für wirkungsvollen Naturschutz veröffentlicht, der Schritt für Schritt umgesetzt wird. Wichtiger Bestandteil der Naturschutzstrategie sind die Landschaftserhaltungsverbände (LEV), deren Gründung die Landesregierung finanziell fördert – und die sich als Erfolgsmodell entpuppt haben: Unter Grün-Rot hat sich die Zahl von ursprünglich sechs LEV im Jahr 2011 mehr als verfünffacht: In Ludwigsburg hat sich soeben der 31. LEV gegründet.

„Die Landesregierung setzt sich mit ihrer Naturschutzstrategie für die flächendeckende Einrichtung von Landschaftserhaltungsverbänden in Baden-Württemberg ein. Ob Offenhaltung von Schwarzwaldtälern, Erhalt seltener Orchideenarten in Naturschutzgebieten oder Pflege von Hecken und Wacholderheiden: Die Landschaftserhaltungsverbände sind Dienstleister für einen aktiven Naturschutz vor Ort. Sie bieten eine umfassende, auf die jeweilige Region und den Einzelfall bezogene Beratung an und organisieren die praktische Umsetzung der Schutz- und Pflegemaßnahmen. Umso mehr freut es mich, dass wir mit der Gründung des Landschaftserhaltungsverbandes in Ludwigburg nun unserem Ziel einen weiteren Schritt näher gerückt sind, dieses Instrument flächendeckend im ganzen Land zu verankern“, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde am Mittwoch (2 .Dezember) in Stuttgart anlässlich der gestrigen Gründungsversammlung des Landschaftserhaltungsverbands im Landkreis Ludwigsburg. Nach den in diesem Jahr im Landkreis Calw sowie im Hohenlohekreis gegründeten LEV schließt sich damit ein weiterer Landkreis der Gründungswelle an.

Gemeinsame Lösungen für Natur und Landschaft

Die Aufgaben der Landschaftserhaltungsverbände reichten vom Erhalt der Kulturlandschaft über die Biotop- und Landschaftspflege bis zur Umsetzung der Natura 2000-Managementpläne. „Von der Beweidung mit Schafen, Ziegen und Rindern bis zum Einsatz modernster Maschinen wie eines Raupenschleppers: Die Aufgaben und die Pflegemaßnahmen sind so vielfältig wie die Landschaften in Baden-Württemberg“, betonte der Minister. Daher zahle es sich aus, dass in den Landschaftserhaltungsverbänden unterschiedliche Interessen auf Augenhöhe vertreten seien, so Bonde. „Die Verbände arbeiten deshalb so erfolgreich, weil sie Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunalpolitik an einen Tisch bringen, gemeinsame Lösungen für Natur und Landschaft entwickeln und bei Konflikten vermitteln. Auch die enge Abstimmung mit den unteren Naturschutz- und Landwirtschaftsbehörden in den Landkreisen klappt hervorragend. Damit zeigen die Landschaftserhaltungsverbände, wie erfolgreich kooperativer Naturschutz vor Ort wirken kann“, sagte der Minister. Landschaftserhaltungsverbände leisteten landesweit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer abwechslungsreichen und reizvollen Landschaften, die gleichzeitig ein bedeutender Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten seien. „Intakte Natur dient Fauna und Flora und steht gleichzeitig für einzigartige Kulturlandschaften, von denen auch der Tourismus in unserem Land profitiert“, sagte der Minister anschließend.

Hintergrundinformationen:

Das Land Baden-Württemberg stellt den Landkreisen für die Einrichtung von Landschaftserhaltungsverbänden (LEV) Mittel für 1,5 Stellenäquivalente zur Verfügung. Nur eine halbe Stelle ist von den Trägervereinen selbst zu erbringen. Nach Gründung eines LEV, dessen Besetzung mit den beiden Arbeitskräften sowie der Fertigstellung eines Managementplans im jeweiligen Landkreis wird eine sogenannte Natura 2000-Beauftragten-Stelle bei der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises eingerichtet, für die das Land die Personal- und Sachkosten übernimmt. Die/der Natura 2000-Beauftragte soll insbesondere die Abwicklung der Fördermaßnahmen übernehmen.

Im Landkreis Ludwigsburg liegen vier Vogelschutzgebiete und acht Flora-Fauna-Habitat-Gebiete, die unter die europäische Schutzgebietskulisse Natura 2000 fallen. Neben den im Landkreis ausgewiesenen 21 Naturschutzgebieten und 67 Landschaftsschutzgebieten befinden sich dort circa 500 flächenhafte Naturdenkmale und unzählige gesetzlich geschützte Biotope, die – ebenso wie die Streuobstwiesen und Mauerweinberge als landschaftsprägende Elemente der Kulturlandschaft des Landkreises – Lebensraum für besonders geschützte Arten bieten. Um die Koordinierung der Landschaftspflege nachhaltig personell und organisatorisch zu stärken, wurde nun der Landschaftserhaltungsverband Ludwigsburg gegründet. 23 Kommunen aus dem Kreis beteiligen daran.

Weiterführende Informationen rund um die Landschaftserhaltungsverbände finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter www.mlr-bw.de und auf der Internetseite der Koordinierungsstelle für LEV unter www.lev-bw.de. Dort finden Sie außerdem eine Übersicht der LEV-Geschäftsstellen sowie eine interaktive Karte mit weiteren Informationen zu den einzelnen Landschaftserhaltungsverbänden.


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