Pressemitteilung

Schnelles Internet
  • 10.03.2016

Minister Bonde: „Breitband-Offensive 4.0 bringt Unternehmen und Haushalte ans schnelle Internet“

Für die Breitband-Offensive 4.0 hat das Land die Mittel Breitband-Internet auf 250 Millionen Euro versechsfacht, ein Breitband-Kompetenzzentrum eingerichtet und neue Fördermöglichkeiten geschaffen. „Schnelles Internet kommt jetzt noch schneller in die Fläche. Von landkreisweiten Glasfaser-Netzen profitieren Unternehmen und Privathaushalte gleichermaßen. Hier im Landkreis Karlsruhe gelingt es vorbildlich, bereits vorhandene Infrastrukturen mit zu nutzen – das spart Geld und beschleunigt den Ausbau. So schaffen wir die Infrastruktur für die digitale Zukunft unserer Heimat“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, am Donnerstag (10. März) beim Startschuss des Backbone-Netzes in Oberderdingen (Landkreis Karlsruhe). Die ersten Bauarbeiten am Kreis-Backbonenetz Karlsruhe hatten im März 2015 begonnen.

Ein gemeinsames Glasfaser-Rückgrat für 30 Kommunen im Landkreis

Der Landkreis Karlsruhe baut mit 30 seiner kreisangehörigen Kommunen ein gemeinsames Glasfaser-Rückgrat aus – das so genannte Backbone. Rund 452 Kilometer Glasfaser werden verlegt, um jeden Ortsteil im Landkreis mit schnellem Internet zu versorgen. „Mit dieser interkommunalen Netzinfrastruktur erreichen wir eine flächendeckende Breitbandversorgung, die optimal aufeinander abgestimmt ist. Das kreisweite Backbone verbessert die innerörtliche Versorgung, sobald die Gemeinden an Glasfaser-Teilstränge angeschlossen werden“, so Bonde. Die Gemeinden und Städte stimmen den Ausbau ihrer Gemeindenetze auf das Glasfaser-Backbone ab. Die Breitband-Offensive 4.0 fördert die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bereits ab der Planung mit einem Aufschlag von 30 Prozent auf die Regelfördersätze.

150 Unternehmen kommen gleich zu Beginn an die Glasfaser

Das Backbone nimmt gleich von Beginn an erste Endkunden mit an die Glasfaser. In Oberderdingen können dann rund 150 Unternehmen und 300 Wohneinheiten Gigabit-Versorgungsraten nutzen. Die Datenautobahn ist für heutige Unternehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit so wichtig wie der Anschluss an schnelle überregionale Verkehrswege. Die Breitband-Offensive 4.0 fördert deshalb den Glasfaseranschluss von Unternehmen mit Fördersätzen von bis zu 90 Prozent. „Das schnelle Internet ist ein starker Motor für wirtschaftliches Wachstum, aber auch für den Arbeitsmarkt. Mit unserer Strategie bringen wir die Unternehmen im Land schnell an die hochleistungsfähige Infrastruktur, die Spitzenlasten trägt und auf lange Sicht neue Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation sichert“, sagte Bonde.

Infrastrukturen gemeinsam nutzen – Ausbau beschleunigen

Der Landkreis Karlsruhe hat bereits bei der Planung seines Backbones darauf geachtet, vorhandene Infrastrukturen für das Breitband mitnutzen zu können. Die Glasfaser ist dann nur noch einzuziehen. Die Pacht auf 15 Jahre macht den Aufbau von Doppelstrukturen überflüssig. Die Breitband-Offensive 4.0 ermöglicht, dass nicht nur Baukosten, sondern auch Pachtkosten förderfähig sind. „Hier in Karlsruhe gelingt es, zwei Drittel des kreisweiten Backbones zu pachten und damit die Kosten um 50 Prozent und somit rund um 15,1 Millionen zu reduzieren. Die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur macht sich bezahlt. Das leistungsstarke Netz erreicht so die Kommunen im Landkreis schnell und ohne aufwändige Tiefbauarbeiten. Der Landkreis Karlsruhe setzt die Landes-Fördermittel damit nachhaltig und effizient ein“, lobte Bonde.

Hintergrundinformationen:

Kommunaler Breitbandausbau
Der Landkreis Karlsruhe arbeitet beim Breitband-Ausbau mit 30 Kommunen zusammen. Im Mai 2014 wurde die „Breitbandkabel Landkreis Karlsruhe GmbH (BLK)“ gegründet. Die Aufgabe der BLK ist es, alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden an ein Backbone-Netz anzubinden und über europaweite Ausschreibungen einen Netzbetreiber zu finden. Das Backbone, das landkreisweite Glasfasernetz, ist mit 452 Kilometer Länge geplant und soll bis 2018 verlegt sein. 60 Prozent davon kann über bestehende Infrastrukturtrassen gepachtet werden. Die Gesamtnettokosten für die Pacht über 15 Jahre liegen bei rund 15,1 Millionen Euro, die geschätzten Baukosten würden im Vergleich bei über 30 Millionen Euro liegen.

Mit dem Backbone in Oberderdingen gelingt es, den Hauptort und die beiden Ortsteile Flehingen und Großvillars an die Glasfaser anzuschließen. Für das Glasfaser-Rückgrat werden vorhandene Infrastrukturen der Netze BW und der Kommune Oberderdingen gepachtet. Dieser Backbone-Strang des Landkreises Karlsruhe ist ganz ohne Tiefbauarbeiten umsetzbar.
Für die Flehinger Gewerbegebiete Kreuzgarten und Bolenzer Graben sowie für die Oberderdinger Unternehmen in den Gebieten Hessel und Allmend ist über das Backbone der Anschluss an die Glasfaser sicher. Der Ortsteil Großvillars wird ebenfalls an das Backbone angeschlossen, womit sich die Versorgungsrate innerorts auf 50 Megabit pro Sekunde verbessert. Das Land fördert die Breitband-Projekte in Oberderdingen mit rund 2,9 Millionen Euro.

Weitere 974.000 Euro hat das Land für den Anschluss von Gewerbe an die Glasfaser in Graben-Neudorf, Ubstadt-Weiher, Forst und Marxzell sowie den Glasfaser-Anschluss der Städte Marxzell-Burbach und Rheinstetten bewilligt.

Insgesamt fließen damit 3,8 Millionen Euro Fördermittel in die aktuellen Breitband-Maßnahmen des Landkreises Karlsruhe.

Breitband-Offensive 4.0
Die Landesregierung hat 2012 mit der Breitbandinitiative II den Ausbau von schnellem Internet neu aufgestellt und dabei eine bundesweite Vorreiterrolle übernommen. Mit der Breitband-Offensive 4.0 startete die nächste Stufe im Ausbau des schnellen Internet in Baden-Württemberg. Die neue Förderrichtlinie wurde im Juli 2015 von der Europäischen Union genehmigt. Mit den beiden Sonderlinien „Schulen an die Glasfaser“ und „Gewerbe an die Glasfaser“ unterstützt das Land die Kommunen mit bis zu 90 Prozent Förderung. Die interkommunale Zusammenarbeit, das gezielte und effiziente Miteinander und die dabei erzielten Synergien honoriert das Land ebenfalls bereits ab der Planung mit einem bis zu 90 Prozent hohen Fördersatz.

Mit dem kommunalen und insbesondere dem interkommunalen Netzausbau und dem daraus resultierenden Open Access sind die Rahmenbedingungen für einen funktionierenden Wettbewerb unter den Telekommunikationsunternehmen, Netzbetreibern und Dienste-Anbietern geschaffen. Dies nutzt allen – den Kommunen ebenso wie den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Die Landkreise planen und bauen die digitale Infrastruktur langfristig, nachhaltig und zukunftsfähig. Die Versorgungsraten verbessern sich innerorts schon dann beträchtlich, wenn die Ortsteile an das Glasfaser-Backbone angebunden sind, also bereits nach ungefähr zwei Jahren.

Internetzugänge, die auch große Datenmengen schnell übertragen, gehören zu einer modernen Infrastruktur und haben sich zu einem bedeutenden Standortfaktor entwickelt. Grundsätzlich fördert das Land nach dem Betreibermodell mit glasfaserbasierten Netzen in öffentlicher Hand. Dort, wo der Markt versagt, unterstützt das Land die Kommunen beim Ausbau des schnellen Internet. Diese bauen die kommunalen Netze nach ihren Bedürfnissen schrittweise aus. Die Infrastruktur wie Kabelkanäle, Leerrohre und die inaktive Glasfaser ist und bleibt im Eigentum der Kommunen. Der anschließende Netzbetrieb wird von Netzbetriebsgesellschaften übernommen, die sich in transparenten Ausschreibungsverfahren einen Dienste-Anbieter als Partner auswählen.

Backbone-Netz
In einem ersten Schritt wird die Gemeinde an das Glasfaser-Backbone-Netz angeschlossen. Die Backbone-Netze erstrecken sich über das gesamte Ausbaugebiet, bei interkommunaler Zusammenarbeit des Landkreises mit seinen Kommunen also über das gesamte Kreisgebiet, und halten pro Gemeinde mindestens zwei Übergabepunkte vor. Gleichzeitig werden Verbindungspunkte zu den benachbarten Backbone-Netzen festgelegt. Die Übergabepunkte haben einen gesicherten Zugang auf der Leitungsebene und sind damit für alle Telekommunikationsunternehmen, Netzbetreiber und Diensteanbieter nutzbar.

Gemeinde-Netze

Die Kommunen planen ihre Netze bereits von Beginn an glasfaserbasiert. Der weitere Ausbau der kommunalen Netze erfolgt schrittweise. Gewerbegebiete haben beim Ausbau erste Priorität.

Infrastruktur gemeinsam nutzen
Der Ausbau der digitalen Netz-Infrastruktur verursacht rund 80 Prozent der Gesamtkosten. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, ist es sinnvoll, bereits vorhandene Infrastrukturen auch für die Glasfaser zu nutzen. Das spart aufwändige Tiefbauarbeiten, also folglich Geld und Zeit. Die Kommunen oder Landkreise zahlen für die Mitnutzung eine Pacht. Die Dauer des Pachtvertrags muss mindestens 15 Jahre betragen. Gefördert werden 25 Prozent der Gesamtnettokosten, die in den ersten 15 Jahren anfallen, maximal jedoch sieben Euro pro laufenden Meter.

Informationen zur Breitbandversorgung und zur Breitbandoffensive 4.0 
Clearingstelle Neue Medien im Ländlichen Raum

„Breitband-Offensive 4.0 – Schnelles Internet für Baden-Württemberg“ [PDF, 2,6 MB]


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