Pressemitteilung

Tierschutz
  • 10.11.2015

Tierschutzforschungspreis 2015 geht an Professor Thomas Braunbeck

„Ziel der Landesregierung ist es, die Zahl der Tierversuche und die Belastung von Versuchstieren weiter zu verringern. Dies haben wir im Koalitionsvertrag so vereinbart. Der Forschungspreis für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch ist hierfür ein wichtiger Baustein. Mit dem Preis werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die zum Ersatz und zur Verminderung von Tierversuchen beitragen. Ich freue mich, dass wir mit Professor Braunbeck einen profilierten Wissenschaftler und sein Team auszeichnen und deren Leistung honorieren können“, sagte der innerhalb der Landesregierung für den Tierschutz zuständige Verbraucherminister Alexander Bonde am Dienstag (10. November). Professor Thomas Braunbeck erhält den diesjährigen Tierschutzforschungspreis für seine Arbeiten zur Reduzierung von Tierversuchen an Fischen. Der Preis wird an diesem Donnerstag in Stuttgart verliehen.

Auch Wissenschaftsministerin Theresia Bauer betonte die Vorbildfunktion des Preises: „Baden-Württemberg spielt in der biomedizinischen Forschung eine wichtige Rolle. Gerade als forschungsstarker Standort steht das Land in der Verantwortung, die Zahl der Tierversuche, wo immer dies möglich ist, zu reduzieren. Trotz aller Bemühungen um die Etablierung von Alternativmethoden, die von der Landesregierung sehr unterstützt werden, ist die tierexperimentelle Forschung - auch an nichthumanen Primaten - in einer Reihe hochrelevanter Forschungsfelder derzeit ohne Alternative, etwa bei der Forschung und Entwicklung von Therapien für Demenzerkrankungen.“

Die Bewertungskommission, die aus Wissenschaftlern, Vertretern von Tierschutz-organisationen und Mitgliedern des Landesbeirates für Tierschutz besteht, hat im Jahr 2015 aus den eingegangenen Vorschlägen die Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie & Toxikologie unter der Leitung von Professor Thomas Braunbeck an der Universität Heidelberg ausgewählt. Das Forscherteam befasst sich seit über 20 Jahren mit Fragen zur Prüfung der Giftigkeit von Umweltschadstoffen in Wasser und hat dabei Alternativen für Tests mit Fischen entwickelt, die inzwischen DIN-normiert sind oder sogar Eingang in die OECD-Testguideline 236 gefunden haben und damit auch breite internationale Anwendung finden. Das Forscherteam trägt damit erheblich zur Reduktion der Zahl von Tierversuchen und insbesondere der Verminderung der Belastung von Tieren bei.

Zum Preisträger:

Prof. Dr. Thomas Braunbeck
Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie & Toxikologie, Center for Organismal Studies, Universität Heidelberg

Kurzbeschreibung der Arbeit
Das Forscherteam der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie & Toxikologie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Braunbeck befasst sich seit über 20 Jahren mit Fragen zur Prüfung der Giftigkeit von Umweltschadstoffen in Wasser. Innerhalb kurzer Zeit wurde innerhalb der Forschergruppe beispielsweise ein Fischeitest als Alternative für den Abwassertest mit Fischen entwickelt und DIN-normiert.
Daneben hat die Arbeitsgruppe von Professor Braunbeck die Verwendung von sogenannten Fischembryonen für aquatoxikologische Tests entwickelt und zur Anwendungs-reife gebracht. Dabei ersetzen Untersuchungen an Entwicklungsstadien von Fischen im Ei und/oder sogenannten Dottersacklarven Tests, die zuvor in großer Zahl an voll entwickelten Fischen durchgeführt wurden.

Im Jahr 2013 fanden diese Verfahren Eingang in die OECD-Testguideline 236 und damit zu einer breiten internationalen Anwendung in der Toxikologie wassergetragener Schadstoffe. Die Methoden tragen durch die Reduktion der Zahl der zuvor durchgeführten akuten Toxizitätstests an Fischen (OECD-Testguideline 203) erheblich zur Reduktion der Zahl und insbesondere der Belastung von Tieren bei und dienen als ökotoxikologische Testverfahren gleichzeitig einem wichtigen Umweltziel - nämlich der Vermeidung von toxischen Belastungen unserer Gewässer.

Professor Braunbeck und seine Forschungsgruppe haben im Verlauf von fast zwei Jahrzehnten über 200 Arbeiten veröffentlicht, davon mehr als 50 Publikationen im Bereich der Entwicklung und Anwendung des Fischembryotests.

Die Qualität und Beharrlichkeit dieser exzellenten, langjährigen und praxisrelevanten Forschungstätigkeit wird mit der Verleihung des Forschungspreises Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch 2015 gewürdigt.

Zum Tierschutzforschungspreis

Der mit bis zu 25.000 Euro dotierte Forschungspreis wird jährlich ausgeschrieben. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen bei der Forschung zur Reduzierung von Tierversuchen oder zur Verminderung der Belastung von Versuchstieren ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Förderpreis „Ersatz und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch des Landes Baden-Württemberg“ finden Sie hier


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