Bioenergie

Bioenergie

Biogas

  • Biogas

Die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie das weltweite Bevölkerungswachstum, die damit verbundene Ressourcenverknappung und der Klimawandel erfordern einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Langfristiges Ziel: Ein Strukturwandel von einer fossil-basierten zu einer stärker auf Biomasse basierenden, energie- und rohstoffeffizienten Wirtschaft. Damit gewinnen nachwachsende Rohstoffe an Bedeutung.

Die Versorgung einer wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln, der gleichzeitige Ausbau nachwachsender Rohstoffe zur stofflichen und energetischen Nutzung und der notwendige Schutz der Ressourcen Wasser und Boden sowie der Biodiversität erfordern innovative, ganzheitliche Ansätze, die den Gesamtprozess betrachten.

Bioenergie

  • Energie aus nachhaltig erzeugter Biomasse ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Diese Energieform hat drei entscheidende Vorteile: Sie schont fossile Ressourcen, leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze insbesondere im Ländlichen Raum. Aber: Biomasse ist eine begrenzt verfügbare Ressource. Der Ausbau bzw. die Weiterentwicklung der Bioenergie ist daher im Kontext sämtlicher erneuerbarer Energien zu sehen.

    Bioenergie ist die derzeit einzige Form Erneuerbarer Energien, die flexibel und bedarfsgerecht Strom und damit einen Teil der benötigten Regel- und Ausgleichsenergie bereitstellen kann. Bioenergie ist daher ein idealer Partner für die fluktuierenden Erneuerbaren Energien, die aus Wind und Sonne erzeugt werden.

    Im Jahr 2012 lieferten die erneuerbaren Energien einen Beitrag von 12,3 Prozent des Endenergieverbrauchs in Baden-Württemberg. Die Bioenergie ist dabei mit einem Anteil von gut zwei Dritteln die dominierende erneuerbare Energieform. Neben den klassischen Biomasseschwerpunkten Wärme- und Kraftstofferzeugung hat in den vergangenen Jahren auch die Stromproduktion, vor allem aus Biogas, zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Biogas

  • Ende 2013 gab es in Baden-Württemberg gut 850 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von knapp 300 MW. Die Strom- und Wärmeerzeugung aus Biogas in Baden-Württemberg wurde 2004 bis 2011 kontinuierlich ausgebaut. Hintergrund hierfür waren die über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gesetzlich für einen Zeitraum von 20 Jahren zugesicherten Stromeinspeisevergütungen. Seit dem Inkrafttreten des EEG am 1. Januar 2012 ist der Zuwachs an Biogasanlagen in Baden-Württemberg deutlich abgeschwächt. Grund hierfür sind die zurückgenommenen Stromeinspeisevergütungen für die meisten Biogasanlagentypen. Aus Sicht des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz war die Abkühlung des zuvor überhitzten Zubaus dringend notwendig. In einigen Regionen Baden-Württembergs kam es bereits zu einer starken Konkurrenz mit der Nahungsmittelerzeugung um die vorhandenen Ackerflächen

    Mit der EEG-Novelle 2012 wurden erstmals Anreize für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Biogas geschaffen. Nach einem etwas verhaltenen Start wuchs das Interesse an derartigen Konzepten deutlich.

    Eine weitere Neuregelung im EEG 2012 ist in Baden-Württemberg ebenfalls gut angenommen worden: die Vergütungs-Sonderregelung für kleine güllebasierte Biogasanlagen mit einer Leistung von bis zu 75 Kilowatt. Die EEG-Sonderregelung sieht für kleine Hofanlagen mit mindestens 80 Prozent Gülleeinsatz (massebezogen) eine eigene Einspeisevergütung vor. In den ersten beiden Jahren bis Ende 2013 sind in Baden-Württemberg insgesamt 29 derartige Güllevergärungsanlagen in Betrieb genommen worden.

    Insgesamt werden inzwischen rund 15 Prozent der in der baden-württembergischen Landwirtschaft anfallenden Gülle in der Biogaserzeugung zunächst energetisch genutzt, bevor das daraus entstehende Gärrest dann im Stoffkreislauf der Landwirtschaft wieder als wertvoller Dünger dient. Damit leisten die baden-württembergischen Landwirtinnen und Landwirte einen wertvollen Beitrag zur Energiewende.

    Aufgrund der beschriebenen zwischenzeitlichen Zuwachsraten der Biogaserzeugung und des damit verbundenen Flächenbedarfs für die Erzeugung von Gärsubstraten werden immer stärker auch die Auswirkungen auf die CO2-Bilanz, die biologische Vielfalt oder den Erholungswert der Landschaft diskutiert.

    Die Landesregierung Baden-Württemberg hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz beauftragt, ein Forschungsnetzwerk mit dem Schwerpunkt „Biogene Gase“ einzurichten. In diesem Netzwerk werden konkrete interdisziplinäre Forschungsprojekte durchgeführt. Sie sollen die energetische Nutzung von Biomasse in Baden-Württemberg zur Erzeugung von Strom und Kraftstoffen sowie von Wärme und Kälte weiterentwickeln.


Fußleiste