Aktionsplan Bio

Förderprogramm

Aktionsplan Bio

  • Fachschule für Ökologischen Landbau am Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Emmendingen-Hochburg

In Baden-Württemberg hat der ökologische Landbau eine lange Tradition. Mittlerweile hat sich ein nennenswerter und stabiler Markt etabliert: Rund 7.130 Betriebe bewirtschaften heute in Baden-Württemberg etwa 9,2 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche (vorläufige Zahlen für 2015). Der hohen Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung steht allerdings ein zu geringes Angebot von heimischen Erzeugern entgegen.

Um die Umstellung und Beibehaltung des Ökolandbaus, den Wissenstransfer in Bildung und Beratung sowie die Forschung an den landwirtschaftlichen Landesanstalten explizit zu fördern, hat die Landesregierung  den Aktionsplan ‚Bio aus Baden-Württemberg‘ aufgelegt. Er soll die Rahmenbedingungen für bereits ökologisch wirtschaftende Betriebe verbessern und den Neueinstieg im Ökolandbau erleichtern. Verschiedene Maßnahmen unterstützen Landwirtinnen und Landwirte dabei, gut gerüstet den Ökolandbau in ihrem Betrieb umzusetzen und ihre Erzeugnisse optimal zu vermarkten.

Finanzielle Förderung: Öffentliches Geld für Öffentliche Leistungen

  • Der ökologische Landbau dient nicht nur der Lebensmittelerzeugung. Er erbringt aufgrund seiner umwelt- und klimaschonenden Wirtschaftsweise auch zahlreiche gesellschaftliche Leistungen zum Beispiel zum Erhalt der Artenvielfalt. Dieser gesellschaftliche Mehrwert wird an der Ladentheke bisher unzureichend über die Preise abgegolten. Nach dem Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ unterstützt das Land daher die baden-württembergischen Biobetriebe:

    • Stärkere Berücksichtigung von Ökobetrieben bei der Investitionsförderung (landwirtschaftliche Erzeugung, Verarbeitung & Vermarktung)
    • Höhere Investitionskostenzuschüsse bei Baumaßnahmen für besonders artgerechte Tierhaltung
    • Förderung der Umstellung auf und der Beibehaltung von Ökolandbau bis 2014 über MEKA,
      ab 2015 über das Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT):
      höhere Beibehaltungsprämien und deutlich höhere Umstellungsprämien sowie zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten mit anderen FAKT-Maßnahmen
    • ab 2015: höherer Zuschuss für Kontrollen durch die Öko-Kontrollstellen
    • Erhöhung der Förderung der Ökolandbau-Verbände im Jahr 2013 um 22 Prozent auf insgesamt 276.000 Euro pro Jahr

Bildung und Beratung ausbauen

  • Die Herausforderungen des ökologischen Landbaus lassen sich nur mit fundiertem Fachwissen meistern. Gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte bringen den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg weiter voran. Die Landesregierung investiert daher verstärkt in den Bildungsbereich. Bereits in der Ausbildung stehen Basiskenntnisse zum Ökolandbau auf dem Lehrplan. Landwirtinnen und Landwirte können ihr Wissen in Fort- und Weiterbildungen vertiefen. Bereits angehende Biobetriebe können auf das breite Beratungsnetz des Landes zurückgreifen und sich bei produktionstechnischen, betriebswirtschaftlichen und ökologischen Fragen Rat holen.

    • Start der ersten Landesfachschulklasse mit dem Schwerpunkt ökologischer Landbau im November 2013 am KÖLBW
    • Aufbau des Kompetenzzentrums Ökologischer Landbau in Emmendingen-Hochburg (KÖLBW) mit den drei Säulen Bildung, Forschung und Modellbetrieb
    • Ausbau des Kompetenzzentrums Obstbau Bavendorf (KOB) zu einem Versuchs-, Forschungs- und Modellbetrieb
    • Aufbau eines Netzwerkes aus Pilotbetrieben, Beratung und Versuchsanstellern am KOB, das sich mit aktuellen Fragestellungen beschäftigt
    • Deutlich verstärkte Berücksichtigung des Ökolandbaus im Ausbildungsberuf Landwirtin/Landwirt und in den Lehrplänen der weiterführenden Schulen
    • INTERREG-Projekt Certi-Bio-Rhin für grenzüberschreitende Impulse in der ökologischen Bildung in der trinationalen Oberrheinregion
    • Sommer 2014: Start des Informationsporatals Bio aus Baden-Württemberg für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für Landwirtinnen und Landwirte: www.bio-aus-bw.de
    • Erstellung aktueller Informationsbroschüren wie „Bio erzeugen für Baden-Württemberg“ für Erzeugerinnen und Erzeuger und „Bio aus dem Genießerland“ für Verbraucherinnen und Verbraucher

Zielgerichtete Forschung

  • Wirtschaftlicher Ökolandbau erfordert zielgerichtete Forschung und einen intensiven Wissenstransfer in die Praxis. Von Züchtungsfragen über tiergerechte Stallbauten bis zur Pflanzengesundheit - der Forschungsbedarf ist groß.

    • Die Landesanstalten entwickeln den Ökolandbau ständig weiter und befassen sich mit zahlreichen praxisnahen Fragestellungen wie beispielsweise der Erprobung von Pflanzenstärkungsmitteln und Pflanzenextrakten für den Einsatz im Ökolandbau.
    • Weitere Beispiele sind Sortenversuche, Forschungsvorhaben zur Resistenz und die Erarbeitung von Tierhaltungskonzepten für den Ökolandbau.

Vermarktungsstrukturen verbessern

  • Die Vermarktungsstrukturen für ökologisch erzeugte Produkte aus Baden-Württemberg müssen weiter verbessert, die Wertschöpfung für heimische Erzeugnisse erhöht, deren Marktposition gestärkt und das regionale Angebot ausgebaut werden. Das erfordert die Vernetzung der ökologisch wirtschaftenden Betriebe, die Bildung von Kooperationen, die Integration der Betriebe in ökologisch ausgerichtete Bezugs- und Absatzkanäle sowie regionale und überregionale Vermarktungskonzepte. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen Produkte mit den Merkmalen „Bio“ und „Regio“ eindeutig erkennen können.

    • Weiterentwicklung des Biozeichens Baden-Württemberg und der Landeskampagne „Bio + regional = optimal“
    • Verstärkung des Projekts „Mehr Bio aus BW“ bei der landeseigenen Marketinggesellschaft MBW mit einer zusätzlichen Stelle und Sachmitteln MBW Marketinggesellschaft mbH
    • Ökoaktionstage
    • Aktionswochen „Bio aus BW“ im Naturkosteinzelhandel
    • Projekt „Wertschöpfungsketten für Biofleisch aus BW“
    • Projekte wie beispielsweise „Biorindfleisch von der Alb“, „Biofairundregional“, „Bio-Streuobst“ und „Ökokiste“ für die Vermarktung an Endkundinngen und Endkunden

Verbraucherschutz: Vertrauen in Bioprodukte erhöhen

  • Das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Qualität der ökologisch erzeugten Lebensmittel zu erhalten und zu stärken, ist einer der wichtigsten Bereiche zur Förderung des Ökolandbaus in Baden-Württemberg. Wo Bio drauf steht, muss auch Bio drin sein. Im Rahmen umfangreicher Überwachungsprogramme haben die baden-württembergischen Behörden deswegen alle Stufen der Produktion im Blick – vom Acker oder Stall bis ins Regal.

    • Bundesweit einmaliges Ökomonitoring-Programm, das ökologisch erzeugte Lebensmittel gezielt auf Rückstände und Kontaminanten überwacht
    • Beispielhaftes GVO-Saatgut- und Erntemonitoring
    • Zwei zusätzliche Personalstellen bei der für den Ökolandbau zuständigen Kontrollbehörde

Zum Informationsportal www.bio-aus-bw.de

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