Kirschessigfliege

Schädlinge

Die Kirschessigfliege in Baden-Württemberg

  • Die Kirschessigfliege befällt weichschalige Früchte wie Kirschen (v.a. Süßkirsche), Erdbeeren, Brombeeren und Pflaumen.

Nach ihrem Erstnachweis in Baden-Württemberg im Jahr 2011 ist die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) nun über fast ganz Deutschland verbreitet.

Ursprünglich stammt diese Essigfliegenart aus Asien, wo sie in China, Japan, Korea und Thailand vorkommt. Von dort wurde sie vermutlich durch den internationalen Warenverkehr in der ganzen Welt verbreitet. 1980 trat sie erstmals in Hawaii auf und 2008/09 im Westen der USA und in Kanada. In Europa wurden erste Schäden 2008 aus Spanien gemeldet. Von dort breitete sich die Kirschessigfliege rasch über Frankreich und Italien (2009) nach Österreich, Deutschland und in die Schweiz aus (2011).

Kirschessigfliege befällt auch intakte Früchte

Rein optisch unterscheidet sich Drosophila suzukii kaum von heimischen Essigfliegenarten. Die Tiere sind zwischen 2,6 und 3,4 mm groß und in der Nähe von reifem oder überreifem Obst zu finden. Die Männchen kann man anhand von deutlichen schwarzen Punkten auf den Flügelenden von den heimischen Arten unterscheiden. Während die heimischen Essigfliegenarten nur auf überreifen oder verletzten Früchten zu finden sind, befallen Kirschessigfliegen auch intakte, reifende Früchte. Ermöglicht wird den Weibchen dies durch einen sägeartigen Legebohrer, mit dem sie die Fruchtschalen der meisten Weichobstarten sprichwörtlich aufsägen können, um dort ihre Eier abzulegen. Diesen Legeapparat besitzen unsere heimischen Essigfliegenarten nicht.

Befallen werden alle weichschaligen Früchte wie Süßkirschen, Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Nektarinen, Holunder sowie Kelter- und Tafeltrauben. Aufgrund der raschen Entwicklung der Kirschessigfliege – sie benötigt nur 12 bis14 Tage bis zur nächsten Generation, insgesamt bis zu 13 Generationen pro Jahr – und des gewaltigen Vermehrungspotentials – ein Weibchen legt bis zu 600 Eier – hat die Kirschessigfliege bereits Schäden bei heimischen Weichobstarten verursacht.

Die Kirschessigfliege besiedelt mittlerweile auch die Rebflächen im Land. Aus Südtirol ist bekannt, dass die Kirschessigfliege in den letzten Jahren im dortigen Weinbau zum Teil erhebliche Schäden verursacht hat. Dabei waren Sortenunterschiede festzustellen: Rote Trauben sind in der Tendenz für den Schädling attraktiver.

Land startet Fallen-Monitoring

Vor diesem Hintergrund führen der amtliche Pflanzenschutzdienst und die Weinbauberatung in Baden-Württemberg seit 2014 ein Fallen-Monitoring zur Beobachtung des Schaderregers durch.  Bei der Bekämpfung liegt der Fokus auf vorbeugenden Maßnahmen wie dem Einnetzen der Anlage und der Bestandshygiene – also dem Entfernen von Fäulnisbefall aus der Anlage. Bei starker Präsenz von erwachsenen Tieren und festgestellter Eiablage können auch direkte Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Ein Verzehr frisch befallener Früchte ist unbedenklich. In einem frühen Befallsstadium sind die Larven so klein, dass sie wie bei den heimischen Essigfliegen meist unbemerkt bleiben. Später erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher befallene Früchte daran, dass diese Verletzungen aufweisen, Saft abgeben und nach Essig riechen. Diese Früchte verderben und sind dann ungenießbar.


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