Heimtiere

Anforderungen

Reisen mit Heimtieren

Anforderungen im Reiseverkehr mit Heimtieren – umfangreiche Änderungen gelten ab dem 29. Dezember 2014 insbesondere für die Form des Heimtierausweises, die Veterinärbescheinigungen sowie Tierhaltererklärungen

Für den Reiseverkehr mit Heimtieren wie Hunden, Katzen und Frettchen gelten insbesondere zur Vermeidung von Tollwut strenge Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Reiseantritt gründlich über die bestehenden Regelungen für die verschiedenen Reiseländer zu informieren.

Die EU-rechtlichen Anforderungen im Reiseverkehr mit Heimtieren wurden grundlegend überarbeitet. Sie sind weiterhin abhängig vom jeweiligen Reiseland und der Anzahl der mitgeführten Tiere. Bis zu maximal fünf Tiere dürfen im Reiseverkehr unter erleichterten Bedingungen verbracht bzw. eingeführt werden. Bei mehr als fünf Tieren sind auch im Reiseverkehr die erhöhten Anforderungen für den Handel zu erfüllen (siehe unten). Künftig sind von dieser Tierzahlbegrenzung auch Ausnahmen zur bestimmten Zwecken möglich (zum Beispiel Teilnahme an Wettkampfveranstaltungen). Die Tiere müssen von ihren im Heimtierpass genannten Haltern oder einer ermächtigten Person begleitet werden und dürfen nicht zum Verkauf oder dem Übergang des Eigentums bzw. einen Tierhalterwechsel bestimmt sein. Dies ist in einer sogenannten Tierhaltererklärung entsprechend zu bestätigen.

Insbesondere folgende Änderungen sind für den Halter von Hunden, Katzen und Frettchen von Bedeutung:

  1. Ab dem 29.12.2014 dürfen bei der Erstausstellung nur noch solche Heimtierausweise verwendet werden, welche den neuen Vorgaben der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 entsprechen.
  2. Die vor dem 29.12.2014 ausgestellten „ alten“ Heimtierausweise nach dem Muster der Entscheidung 2003/803/EG behalten jedoch ihre Gültigkeit.
  3. Die Ausstellung des Heimtierpasses hat ausschließlich durch den ermächtigten Tierarzt / amtlicher Tierarzt zu erfolgen.
  4. In den neuen Heimtierausweisen sind die Tierhalterdaten anlässlich der Erstausstellung vom Tierhalter durch Unterschrift zu bestätigen.
  5. Die neuen Heimtierausweise enthalten neuerdings die Kontaktdaten des ermächtigten Tierarztes, welcher nach dem Vorliegen der erforderlichen Angaben für die Ausstellung und Abgabe dafür verantwortlich zu zeichnen hat.
  6. Die Angaben zur Kennzeichnung des Tieres sind in dem neuen Heimtierausweis durch eine Laminierung zu sichern.
  7. Die Kennzeichnung eines Heimtieres hat nach dem 3. Juli 2011 ausschließlich mittels Transponder zu erfolgen. Vor diesem Datum durchgeführte, noch eindeutig lesbare Tätowierungen behalten ihre Gültigkeit.
  8. Die Implantation von Transpondern bei Heimtieren ist in Deutschland auch durch andere Personen als einem Tierarzt zulässig, welche jedoch über die entsprechenden Qualifiationen verfügen müssen. Die Implantation muss vor der Erstausstellung des Heimtierausweises erfolgt sein.
  9. Das Mindestalter für die Verabreichung der Erstimpfung gegen die Tollwut wurde EU-weit auf 12 Lebenswochen festgelegt.
  10. Deutschland fordert ab dem 31. Dezember 2014 auch für die Verbringung Welpen aus Mitgliedstaaten sowie die Einfuhr aus gelisteten Drittländern die Dokumentation eines Tollwutimpfschutzes.
  11. Die aktuellen Veterinärzeugnisse sind auf der EU-Homepage abrufbar (Veterinärzeugnis für nicht kommerzielle Zwecke (Reiseverkehr bis zu 5 Tiere) / Veterinärzeugnis für kommerzielle Zwecke).

Mehr Informationen zu den rechtlichen Bestimmungen beim Reiseverkehr mit Heimtieren gibt es auf der Internetseite der EU-Kommission.


I. Reiseverkehr innerhalb der EU I. Innerhalb der EU

  • Seit dem 1. Januar 2012 gelten für die Einreise in alle Mitgliedstaaten folgende Anforderungen:

    • eine gültige Tollwutimpfung (dazu muss die Kennzeichnung nachweislich vor beziehungsweise spätestens anlässlich der Erstimpfung erfolgt sein)
    • EU-Heimtierausweis (vollständig ausgefüllt) – erhältlich bei Ihrem Tierarzt
      Ab dem 29. Dezember 2014 sind für die Erstausstellung nur noch die neuen Heimtierausweise  zu verwenden. Nach dem alten Muster vor diesem Stichtag ausgestellte Heimtierausweise können weiterverwendet werden.
    • unveränderliche Kennzeichnung – Seit dem 3. Juli 2011 ist als Kennzeichnungsmethode ausschließlich ein elektronischer Transponder zulässig. Vor diesem Stichtag mittels Tätowierung gekennzeichnete Tiere gelten weiterhin als ausreichend gekennzeichnet.


    Für die Einreise in das Vereinigte Königreich, Finnland, Malta und Irland sind die Hunde ergänzend durch einen Tierarzt parasitologisch gegen den Kleinen Fuchsbandwurm zu behandeln. Dies ist im Heimtierausweis zu bestätigen.

    Die speziellen je nach Reiseland geltenden Anforderungen, insbesondere zur Gestattung der Einreise von nicht unter gültigem Tollwutimpfschutz stehenden Welpen finden Sie im Online-Auftritt der Europäischen Union.

     

    Bei mehr als fünf Tieren sind folgende zusätzliche Anforderungen zu erfüllen:

    • klinische Untersuchung der Tiere 48 Stunden vor jedem Versand durch den praktizierenden Tierarzt und entsprechender Eintrag unter Ziffer IX des alten beziehungsweise Ziffer X des neuen Heimtierausweises; alternativ kann auch der Amtstierarzt die klinische Untersuchung durchführen.
    • amtstierärztliche Veterinärbescheinigung durch die zuständige Veterinärbehörde (Gültigkeit innerhalb der EU für maximal vier Monate beziehungsweise bis zum Ablauf der Gültigkeit der Tollwutimpfung


    European Commission – zuzügliche Anforderungen (Deutsch)

     Künftig sind folgende Ausnahmen von der oben genannten Tierzahlbegrenzung auf maximal 5 Tiere für folgende Zwecke

    • Ausstellungen
    • Sportveranstaltungen inklusive Training


    und unter folgenden Voraussetzungen möglich

    • schriftlicher Nachweis der Registrierung
    • Alter von mindestens 6 Monaten (d. h. Tollwutimpfflicht)

    Damit ist die Einreise unter Vorlage des Heimtierausweises zulässig.


    Das Verbringen von nicht unter Tollwutimpfschutz stehenden Welpen wird künftig von Deutschland nicht mehr gestattet und gilt sowohl für den Reiseverkehr als auch für den Handel.

    Die Tollwutimpfung ist frühestens ab dem Mindestalter von 12 Wochen zulässig. Danach bedarf es weiterer 21 Tage bis zur Ausbildung eines wirksamen Impfschutzes. Damit dürfen Welpen frühestens im Altert von 15 Lebenswochen nach Deutschland einreisen beziehuungsweise durchreisen.

II. Reiseverkehr aus Drittländern

  • Bei der Einfuhr aus Drittländern ist in Abhängigkeit von der Tierzahl ab dem 29. Dezember 2014 für bis zu 5 Tiere die Tiergesundheitsbescheinigung nach Anhang IV nach der Durchführungsverordnung  577/2013 zu verwenden. Diese Bescheinigung besitzt nach der Einreisekontrolle für weitere Verbringungen innerhalb der EU eine Gültigkeit von bis zu maximal 4 Monaten bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung. Des Weiteren muss eine Erklärung ders Tierbesitzers beziehungsweise der ermächtigten Person nach dem Muster des Anhangs IV Teil 3 der oben genannten Durchführungsverordnung vorliegen, mit welcher bestätigt wird, dass die Verbringung des Tieres nicht zum Zwecke des Verkaufes oder Besitzerwechsels erfolgt .

    Bis zu einer maximalen Tierzahl von bis zu 5 Tieren ist die Einfuhr aus allen Drittländern zulässig. Sofern jedoch keine Listung der Drittländer gemäß Anhang II Teil 1 oder 2 der neuen Durchführungsverordnung 577/2013 erfolgt ist, muss die Tollwutimpfung ergänzend mittels Blutuntersuchung auf einen ausreichenden Antikörpertiter gegen Tollwut in einem zugelassenen Labor bestätigt werden. Das Untersuchungsergebnis der Blutuntersuchung ist mitzuführen.

    Diese Bescheinigung besitzt nach der Einreisekontrolle für weitere Verbringungen innerhalb der EU eine Gültigkeit von bis zu maximal 4 Monaten bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung.

    Ausnahmen von dieser Untersuchungspflicht auf Tollwutantikörper sind künftig für den Transit durch ein nicht gelistetes Drittland zulässig, sofern durch eine Haltererklärung nach Anhang I Teil 2 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 bestätigt wird, dass

    • die Heimtiere bei der Durchfuhr keinen Kontakt zu  für Tollwut empfängliche Arten hatten und
    • das gesicherte Beförderungsmittel oder
    • das Gelände eines internationalen Flughafens nicht verlassen wurde.

    Zugelassene Labors


    Bei der Einreise aus Drittländern unterliegen die Heimtiere der Dokumenten- und Kennzeichnungskontrolle. Der Tierhalter /die ermächtigte Person ist dafür  zur Kontaktaufnahme mit der am Einreiseort anwesenden Behörde (Zoll) verpflichtet. Die Einreise ist nur über Einreiseorte zulässig, welche von den Mitgliedstaaten dafür benannt und gelistet wurden.

    Hiervon ausgenommen sind nur die Drittländer wie beispielsweise die Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein, welche im Anhang II Teil 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 gelistet sind. Diese Drittländer wenden nachweislich Vorschriften an, welche den EU-Vorgaben gleichwertig sind. Daher gelten für diese Drittländer die gleichen Bedingungen im Reiseverkehr mit Heimtieren wie zwischen den EU-Mitgliedstaaten. Das heißt, dass für die Einreise mit bis zu 5 Heimtieren aus diesen Drittländern lediglich ein Heimtierausweis vorzulegen ist.


    Sofern die Tierzahl von 5 Tieren überschritten wird, sind folgende zusätzliche Bedingungen zu erfüllen:

    • amtliche Veterinärbescheinigung n. Durchführungsbeschluss 2013/519/EU. Diese Bescheinigung besitzt nach der Einreisekontrolle für weitere Verbringungen innerhalb der EU eine Gültigkeit von bis zu maximal 4 Monaten bzw. bis zum eingetragenen Ablaufdatum der Tollwutimpfung
    • Beschränkung auf gelistete Drittländer (vergl. Durchführungsbeschluss 2013/519/EU)
    • gültige Tollwutimpfung
    • klinische Untersuchung 48 Std. vor Versand
    • Einfuhr nur über eine zugelassene Grenzkontrollstelle mit einer amtstierärztlichen Veterinärkontrolle
    • TRACES-Meldung

    Davon ausgenommen ist auch nach Anwendung der neuen Rechtslage ab dem 29.12.2014 weiterhin nur die Schweiz infolge des Abkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über den Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (ABl. L 114 vom 30.04.2002, S. 1), welches am 1. Juni 2002 in Kraft getreten ist, in Verbindung mit diversen ergänzenden Beschlüssen. Danach gelten beim Handel mit Tieren und tierischen Erzeugnissen zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft und der Schweiz grundsätzlich die tierseuchenrechtlichen Bestimmungen wie beim Handel zwischen Mitgliedstaaten.

    Ab dem 31. Dezember 2014 dürfen Hundewelpen nur noch nach Deutschland gebracht werden, wenn sie einen dokumentierten Impfschutz gegen Tollwut aufweisen können. Vor diesem Stichtag bereits erteilte Ausnahmegenehmigungen behalten jedoch ihre Gültigkeit.

    Zuständige Stellen:

    Qualifizierte Hilfe erhalten betroffene Tierbesitzer bei der zuständigen Veterinärbehörde:

    • wenn Sie in einem Stadtkreis wohnen bei der Stadtverwaltung,
    • wenn Sie in einem Landkreis wohnen beim Landratsamt.


    Darüber hinaus bieten viele Kleintierpraxen ihre Unterstützung an.

    Verzeichnis in Deutschland zugelassener Tollwutimpfstoffe
    Paul-Ehrlich-Institut: Tollwutimpfstoffe

    Information des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und Veterinärwesen BLV der Schweiz zugelassene Impfstoffe
     


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Allgemeinverfügung


Bezüglich der Behandlung von Hunden gegen den Kleinen Fuchsbandwurm vor Einreise in das Vereinigte Königreich, Irland, Finnland und Malta:Amtsblatt der EU

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