Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Waldwirtschaft

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeit im Staatswald hat der Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg ein "Strategisches Nachhaltigkeitmangement" etabliert. Darin werden für die  Bereiche Soziales, Ökologie und Ökonomie konkrete und nachprüfbare Indikatoren definiert und Zielvorgaben aufgestellt.

In der forstlichen Tradition, die den Begriff der Nachhaltigkeit schon vor über 300 Jahren geprägt hat, ist der Nachhaltigkeitsgedanke Grundlage unseres Handelns. Dies wendet der Landesbetrieb ForstBW konsequent an: Dem Wald wird nur soviel Holz entnommen, wie er auch nachproduziert. Dabei soll der Wald dem Wild sowie seltenen Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, als Kulisse für sportliche Aktivitäten dienen, für saubere Luft, ausgeglichenes Klima sowie frisches Wasser sorgen und viele weitere Schutzfunktionen erfüllen. Alle diese Waldfunktionen sind gleichrangig und müssen dauerhaft für heutige und nachfolgende Generationen gesichert werden.

Um diesen Anspruch zu erfüllen, vermittelt ForstBW zwischen den unterschiedlichen Interessen von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern, Bürgerinnen und Bürgern und Politik und erarbeitet sachgerechte Lösungen.

Zertifizierung

Auf internationaler Ebene gibt es derzeit die zwei bedeutenden Zertifizierungssysteme FSC (Forst Stewardship Council) und PEFC (Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes). Neben der bereits seit 2000 bestehenden PEFC-Zertifizierung ist der landeseigene Forstbetrieb Baden-Württemberg (ForstBW) seit Mai 2014 auch nach dem FSC-Standard zertifiziert. Zu den Prinzipien des FSC zählen die Gewährleistung der Biodiversität und Schutzfunktion des Waldes, der Erhalt von Wäldern mit hohem Schutzwert, aber auch soziale Ziele sowie die Wahrung und auch Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe.

Die Forstwirtschaft hat den Begriff der Nachhaltigkeit bereits 1713 geprägt und mit Leben gefüllt. Mit den Zertifizierungen wird die vorbildliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung von ForstBW nochmals betont. Zu den Prinzipien der Zertifizierungssysteme zählen die Gewährleistung der Biodiversität und Schutzfunktion des Waldes, der Erhalt von Wäldern mit hohem Schutzwert, aber auch soziale Ziele sowie die Wahrung und auch Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe.

Die Doppelzertifizierung nach FSC und PEFC leistet einen wichtigen Beitrag, damit der öffentliche Wald seiner Vorbildfunktion in Sachen Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Waldwirtschaft gerecht wird.

Holzeinschlag 

Holz – der nachwachsende Rohstoff. Holz ist ein natürlicher Rohstoff, der uns in vielen Lebensbereichen begleitet. Und das aus gutem Grund, denn die positiven Eigenschaften von Holz sind schwer zu übertreffen: Holz wächst mit Hilfe von Sonnenenergie ständig nach, lässt sich mit geringem Energieeinsatz als Rohstoff gewinnen und kann nach kurzen Transportwegen vielseitig verarbeitet werden. Holz lässt sich ideal für gesundes Bauen und Wohnen verwenden, bietet uns eine wohnlich warme Umgebung und sichert etwa 35.000 Arbeitsplätze in Baden-Württemberg.

Im Staatswald Baden-Württemberg werden jährlich circa 2,5 Millionen Kubikmeter Holz genutzt. Dies ist die Menge, welche jährlich immer wieder zuwächst. Mehr als die Hälfte des eingeschlagenen Holzes ist Nadelholz wie Fichte oder Tanne. Aber auch Laubhölzer wie die Buche haben einen bedeutenden Anteil am Holzeinschlag. Den Großteil des Holzes verarbeiten Sägewerke und Holzindustrie in Baden-Württemberg. Der Rohstoff Holz spielt auch als Energieträger eine bedeutete Rolle. Der Anteil an Energieholz für größere Biomassekraftwerke, Pellethersteller oder für Brennholz im eigenen Ofen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Nationalpark Schwarzwald

Der am 1. Januar 2014 gegründete Nationalpark Schwarzwald bietet eine ganz andere Art der Nachhaltigkeit: Er sichert selten gewordenen Lebensraum für bedrohte Arten. Auf großer Fläche wird sich Alt- und Totholz für solche Arten entwickeln, die sich im Laufe der Evolution darauf spezialisiert haben und diese Strukturen im normalen Wirtschaftswald nur noch vereinzelt finden können. Daher ist der Nationalpark als Beitrag zum Erhalt der Biodiversität eine wertvolle Ergänzung zum Wirtschaftswald und zur Holznutzung.

Neben den Pflanzen und Tieren bietet der Nationalpark aber auch den Menschen einen wichtigen Lehr- und Erlebnisraum. Gerade Kinder und Jugendliche können hier lernen und beobachten, wie sich Natur frei entwickelt. Verständnis und Bindung zur Natur aufzubauen ist ebenfalls eine Form der Nachhaltigkeit. Denn dann kann auch die nächste Generation den Wert der Natur begreifen und diese weiterhin schützen.

Umweltbildung

Natur mit allen Sinnen erleben und erfahren – damit kann – gerade bei Kindern – ein emotionaler Bezug zu ihrer Umwelt und der Natur entstehen. Dieser 'Nebeneffekt' ist besonders wertvoll, denn der Mensch beachtet und schützt nur, was er kennt und schätzt. Unsere größte Bildungseinrichtung in diesem Zusammenhang ist und bleibt der Wald. Er ist lebendiges Anschauungsobjekt, Klassenzimmer und Spielplatz zugleich.

Erholung

Die beliebteste öffentliche Freizeiteinrichtung in Baden-Württemberg ist der Wald. Zwei Millionen Menschen pro Tag nutzen ihn. Und das aus gutem Grund, denn wo sonst gibt es ein ähnlich gut ausgebautes Wegenetz für viele unterschiedliche Freizeitaktivitäten, findet man Ruhe und Erholung und atmet die sprichwörtlich 'gute Waldluft'?

Dieses Angebot im Freizeitbereich, die sogenannten 'sozialen Leistungen' erbringt der Wald zeitgleich und auf denselben Flächen, während er starkes, wertvolles Holz produziert und die Umwelt, das Klima und schlussendlich die Menschen schützt.


Fußleiste