Waldland Baden-Württemberg

Forst

Waldland Baden-Württemberg

  • Naturpark Schönbuch: Herrenberger Stadtwald – © Werner Schaal

Fast 40 Prozent Baden-Württembergs sind bewaldet. An diesen Wald stellt unsere heutige Gesellschaft hohe Ansprüche. Er soll Holz liefern, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft, ein ausgeglichenes Klima und frisches Wasser sorgen und den Boden schützen. Diejenigen, denen der Wald gehört, erwarten zudem, dass sie ihren Wald wirtschaftlich nutzen können, nicht zuletzt, um mit den Erträgen die notwendige Waldpflege finanzieren zu können.

Aus diesem Anforderungspaket an den Wald entstand die Leitidee der multifunktionalen naturnahen Waldwirtschaft. Sie sichert auf der gleichen Fläche die Erfüllung der unterschiedlichen Aufgaben. Dabei nutzt die naturnahe Waldwirtschaft natürliche Abläufe und beschränkt sich auf steuernde Eingriffe. Für eine solche naturnahe und funktionengerechte Waldwirtschaft sind detaillierte Grundlagenkenntnisse unabdingbar. Diese liefern die forstlichen Fachleute mit den Ergebnissen der Standorts-, Waldfunktionen- und Waldbiotop-Kartierung der Forstverwaltung Baden-Württemberg.

Wem gehört der Wald?

Mit 39 Prozent besitzen die Gemeinden und Körperschaften den Löwenanteil der Waldfläche. Im Durchschnitt verfügen die 1.101 Gemeinden des Landes über etwa 500 Hektar Wald.

Der zweitgrößte Flächenanteil mit 36,5 Prozent ist in privater Hand. Davon beträgt der Anteil des Großprivatwaldes (Waldbesitz > 1.000 Hektar) 25 Prozent. Der mittlere Privatwald mit Besitzgrößen zwischen 200 und 1.000 Hektar spielt mit 6 Prozent eine Nebenrolle. Kleinprivatwaldbesitz bis 200 Hektar nimmt 69 Prozent der Privatwaldfläche ein.

Insgesamt teilen sich 260.000 Eigentümer den privaten Waldbesitz. Weitere 24 Prozent der Waldfläche sind im Besitz des Landes. Bundeseigene Flächen fallen in Baden-Württemberg mit weniger als einem Prozent nicht ins Gewicht. 

Hektar Prozent
Staatswald 331.937 23,88 %
Bundeswald 6.248 0,45 %
Körperschaftswald 544.652 39,19 %
Privatwald 506.916 36,48 %
Gesamt 1.389.753

Baumartenanteile

Nach der letzten Waldinventur besteht der Gesamtwald Baden-Württembergs zu 58 Prozent aus Nadelbäumen und zu 42 Prozent aus Laubbäumen.

Vorherrschende Baumarten sind dabei die Fichte mit 38 Prozent, die Buche mit
21 Prozent sowie die Tanne mit acht Prozent und die Eiche mit sieben Prozent. Eine wesentliche Rolle im Mischungsverhältnis spielen aber auch die sonstigen Laubbäume, hierbei insbesondere Ahorn und Esche mit insgesamt 14 Prozent Anteil an der gesamten Waldfläche.

Mittelfristig wird dem Anteil der einzelnen Baumarten am Gesamtwald mehr Beachtung zukommen. Denn die Klimaerwärmung bringt neue Rahmenbedingungen für das Wohlergehen der Baumarten.

Holzenergie – Energieträger vor Ort

Holz ist der älteste vom Menschen genutzte Energieträger. Und das aus gutem Grund, denn die Bilanz von Holz kann sich sehen lassen: Welche andere Form der Energieerzeugung ist CO2-neutral, bei nachhaltiger Erzeugung langfristig regional verfügbar und hat eine ähnlich gute Ökobilanz wie Holz?

Neben der reinen Scheitholznutzung im Einzelofen  oder in der Zentralheizung machen innovative Hackschnitzel- und Pellet-Heizungen oder die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung in Block-Heizkraftwerken die energetische Verwendung von Holz konkurrenzfähig und zukunftssicher.

Neben seinen ökologischen Vorteilen bietet der Energieträger Holz eine Reihe von positiven ökonomischen Aspekten wie zum Beispiel den Erhalt forst- und holzwirtschaftlicher Betriebe und Arbeitsplätze, die Verbesserung von Absatzmöglichkeiten für nicht verwertbare Holzsortimente oder die regionale Verfügbarkeit auch in Zeiten von Energiekrisen.

Mit der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder in Baden-Württemberg sichert ForstBW – neben dem Klima – auch die langfristige Versorgung mit einem zukunftsfähigen Energieträger.

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