Stellenangebot

Wissenschaftl. Mitarbeiterin/wissenschaftl. Mitarbeiter (w/m/d)

Beim Landwirtschaftlichen Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) ist im Referat 41 – Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg (FFS) – am Standort Langenargen zum nächstmöglichen Termin die Stelle
 
einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin /  eines wissenschaftlichen Mitarbeiters (w/m/d)
 
für das befristete Projekt „MeduSa: Muster erkennen, deuten und Schutzmöglichkeiten aufzeigen“ befristet für fünf Jahre zu besetzen.
 
Das LAZBW ist eine Einrichtung im Geschäftsbereich des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg mit ca. 190 Beschäftigten einschl. ca. 25 Auszubildenden mit Standorten in Aulendorf, Wangen und Langenargen.
 
Das Beschäftigungsverhältnis richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Die Vergütung erfolgt bei Vorliegen aller tariflichen und persönlichen Voraussetzungen nach Entgeltgruppe 14 TV-L.

Derzeit unterliegen unsere heimischen Gewässer und deren Fischbestände, bedingt durch wasserbauliche Maßnahmen wie Begradigungen, Wasserkraftanlagen oder Hochwasserschutzmaßnahmen, einem hohen anthropogen bedingten Stress. Zusätzlich wirken Klimawandel, invasive Arten und neue Krankheiten negativ auf die heimischen Fische ein. Aus diesen Gründen wird es immer mehr zu einer Herausforderung, selbsterhaltene Fischbestände langfristig zu erhalten oder ausgestorbene Arten neu anzusiedeln. Eine nachhaltige Nutzung zuzulassen wird damit ebenso erschwert wie die Ökosystemdienstleistungen der Fische aufrechtzuerhalten. Um nun die erforderlichen Schutzmaßnahmen zu erkennen, ist es essentiell, die langfristige Bedeutung dieser Maßnahmen für die Fischbestände abzuleiten und deren Wirksamkeit hierarchisch zu ordnen.
An dieser Stelle setzt das Projekt an: Mit neuen, fortgeschrittenen Modellierungsmethoden sollen die heutigen und zukünftigen Einflüsse auf die Fischbestände dargestellt und die Wirksamkeit bestimmter Managementoptionen bestimmt werden. Konkret sollen dazu in einem ersten Schritt für ein bestimmtes Gewässer oder ein Gewässersystem vorhandene Zeitreihen von Fischvorkommen mit Umweltdaten verschnitten werden, um Managementoptionen zur Förderung und zum Schutz von Mittel- und Langdistanzwanderfischen (mit Focus auf den Lachs Salmo salar) aufzuzeigen und in ihrer Wirksamkeit hierarchisch zu ordnen. Dieses Vorgehen soll dann als Blaupause für andere Gewässer und/oder Fischarten dienen. Des Weiteren sollen in dem Projekt die Auswirkungen der Einwanderung bestimmter invasiver Arten modelliert werden. Hierfür stehen für einzelne Gewässersysteme ebenfalls umfangreiche Datensätze, die die Fischbestände und andere ökologische Größen beschreiben, zu Verfügung.

Ziel und Forschungsfragen des Projektes:
Ziel ist es, die Auswirkungen bestimmter Schutz- und Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um so die nachhaltige Nutzung der Fischbestände für Erwerbs- und Angelfischerei auch zukünftig sicherzustellen.

Das Projekt soll konkret folgende Forschungsfragen beantworten:

  • Welche Umwelteinflüsse wirken derzeit und zukünftig, bei fortschreitendem Klimawandel, in welcher Intensität auf die heimischen Wanderfische ein?
  • Welche Managementoptionen, wie z. B. Habitat-Restaurierung, Verbesserung der Durchgängigkeit oder Besatzmaßnahmen, sind artspezifisch und regional am wirkungsvollsten?
  • Welche Entwicklungstendenzen und Auswirkungen sind bei ausgesuchten invasiven Arten zukünftig zu erwarten und welche Konsequenzen erwachsen daraus für die heimische Fischfauna und die fischereiliche Hege?

Das Aufgabengebiet umfasst insbesondere:

  • Sichtung und Aufarbeitung vorhandener Datensätze zur späteren Nutzung in den mathematischen Modellen sowie zur Darstellung der Umwelteinflüsse und Managementauswirkungen
  • Identifizieren von Datenlücken und ggf. Ausschreibung von Arbeiten für zusätzlich benötigten Freilanddaten (z. B. Kartierung von Laichplätzen, Rekurtierungsvermögen, Mortalitäten)
  • Evaluation der Nutzbarkeit vorhandener Modelle (auch auf kleinräumiger Ebene, regional downscaling)
  • Für spezifische Fragestellungen Erstellung eines landesweit gültigen, mit modernen Verfahren arbeitenden Modells zur Ableitung zukünftiger Managementszenarien
  • Auswertung der Resultate für einen realitätsnahen Entscheidungsfindungsprozess unter Einbeziehung der Interessen der Anwender

Am Projektende sollen die Ergebnisse zu einem Abschlussbericht führen. Zwischenergebnisse sollen zum einen wissenschaftlich publiziert und zum anderen populärwissenschaftlich aufgearbeitet. Die Ergebnisse sind im Rahmen von Wissenstransfer in der Praxis zu kommunizieren (Angelvereine, Berufsfischer, Fischereiverwaltung etc.) und auf wissenschaftlicher Ebene in unregelmäßigen Abständen bei Vortragsveranstaltungen und Besprechungen zu präsentieren.

Von den Bewerberinnen/Von den Bewerbern erwarten wir:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium der Fachrichtung Biologie (Diplom an einer Universität/konsekutiver Master an einer Universität/konsekutiver und akkreditierter Master an einer Fachhochschule) oder eines verwandten Studiengangs mit Schwerpunkt Fischökologie, Fischbiologie oder Fischereimanagement aus der Fachrichtung Biologie bzw. Agrarwissenschaften oder eines verwandten Studiengangs
  • Eine Promotion mit fischökologischen/mathematischen Bezug und ökologischer Modellierung, idealerweise mit dem Fokus auf Populationsmodellierung und Bestandsabschätzungen 
  • Zwei Jahre Arbeitserfahrung in der angewandten Fischereiforschung oder im Fischereimanagement nach Abschluss der Promotion
  • Mehrere wissenschaftliche Publikationen als Erstautor in Q1-Zeitschriften (SCImago Journal Ranking)
  • Vertiefte Kenntnisse in quantitativer, moderner ökologischen Modellierung (z. B. maximum likelihood und/oder Bayesianische Schätzverfahren, Zeitreihenanalyse, integratives Modellieren)
  • Exzellente Kenntnisse in relevanter, projektbezogener Statistik
  • Vertiefte Kenntnisse in der relevanten Software (R, JAGS, STAN, ADMB, TMB)
  • Kenntnisse über die heimische Fischfauna Baden-Württembergs oder vergleichbarer Ichthyozönosen sind vorteilhaft
  • Ausgeprägte Teamfähigkeit, offener Umgang mit Projektpartnern (Fischereiverwaltung, Angler- und Berufsfischerverbände)
  • Exzellente Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Deutschkenntnisse oder die Bereitschaft, die deutsche Sprache zu lernen sind von Vorteil

Was wir bieten:

  • Attraktives Arbeitsumfeld am Ufer des Bodensees mit einer Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten (Skifahren, Schwimmen, Segeln, Radfahren, usw.). Die Region selber bietet alles für das persönliche Wohlbefinden, Städte mit größeren kulturellen Angeboten, Einkaufsmöglichkeiten oder weiteren Freizeitangeboten sind in dem Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Österreich schnell und einfach zu erreichen.
  • Enge Zusammenarbeit in einem Team aus engagierten Fischereiwissenschaftler/innen – derzeit arbeiten ca. 20 Personen (Wissenschaftler/innen, Techniker/innen, Verwaltung, Studierende, Doktoranden) an der FFS. Als eine staatliche Forschungseinrichtung ist die FFS an einem direkten Wissenstransfer in Praxis und Verwaltung interessiert.
  • Kooperation mit der Universität Konstanz und anderen renommierten Forschungsinstituten

Weitere Informationen über das derzeitige Forschungsgeschehen sowie die aktuellen Publikationen können hier eingesehen werden: /profile/Alexander-Brinker.

Die Tätigkeit erfordert hinsichtlich der Durchführung von Außenversuchen eine bestimmte zeitliche Flexibilität (teilweise Nacht- und Wochenendarbeit) und setzt das Tragen zum Teil schwerer Fischereigeräte voraus.

Wir möchten den Anteil der Frauen im Ressortbereich des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz weiter erhöhen und sind deshalb an Bewerbungen von Frauen besonders interessiert.

Bei ausländischen Studien- und Berufsabschlüssen bitten wir um Übersendung
entsprechender Nachweise über die Gleichwertigkeit mit einem deutschen Abschluss. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Internetseite der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) unter kmk.org/zab.
 
Die Stelle ist grundsätzlich teilbar.
 
Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt eingestellt.
 
Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen. Bitte senden Sie diese mindestens bestehend aus einem Anschreiben, Lebenslauf mit wissenschaftlichen Schwerpunkten inklusive der Angabe von drei Referenzpersonen sowie ein bis zwei eigene, bedeutende Publikationen bis zum 31.10.2021 unter Angabe der Kennziffer 0823/LAZBW/3701 an das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz - Personalreferat -, Postfach 10 34 44, 70029 Stuttgart oder per E-Mail (bitte zusammengefasst in einer Anlage im pdf-Format, max. 3 MB) an bewerbungen@mlr.bwl.de. Bitte geben Sie bei Bewerbungen per E-Mail die Kennziffer unbedingt auch im Betreff Ihrer E-Mail an.
 
Für nähere Informationen steht Ihnen der Leiter der Fischereiforschungsstelle, Herr PD Dr. Alexander Brinker telefonisch (Tel.: 07543 9308324) oder per Mail (alexander.brinker@lazbw.bwl.de) gerne zu Verfügung.
 
Die Informationen zur Erhebung von personenbezogenen Daten bei der betroffenen Person nach Artikel 13 DS-GVO können Sie unserer Homepage unter /datenschutz-bewerberverfahren entnehmen.

Bewerbungsfrist: 31.10.2021