Förderung

2018 wurden rund 16.000 Hektar Blühmischungen in der Landwirtschaft mit rund acht Millionen Euro gefördert

Blühstreifen

„Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit und verlangt das Handeln der gesamten Gesellschaft. Es sind viele kleine Bausteine und Schritte auf vielen Ebenen notwendig, um die Herausforderungen zu meistern. Die Landwirte tragen zum Erhalt der Artenvielfalt einen großen Teil bei. Alleine im Jahr 2018 sind im Rahmen des zentralen Agrarumweltprogramms des Landes ‚FAKT‘ beispielsweise rund 16.000 Hektar Blühmischungen in der Landwirtschaft mit rund acht Millionen Euro gefördert worden. Der Antrag für 2019 läuft derzeit. Ich rechne nochmal mit einem deutlich Flächenzuwachs 2019 in diesem Bereich“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (1. Mai).
 
FAKT sei 2018 mit der Blühflächenerweiterung weiterentwickelt worden und auch 2019 werde das Land mit einer neuen Maßnahme zugunsten von sogenanntem Niederwild, also vornehmlich Feldhase und Rebhuhn, nachsteuern. „Derzeit prüfen wir zum Beispiel auch, inwieweit sich ein wirtschaftlich interessanter Maisanbau mit Blühpflanzen kombinieren lässt“, erklärte der Minister. Die sehr gute Nachfrage der Landwirte nach FAKT sei ein Beleg dafür, dass die Bauern Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt übernehmen. „Die einzelnen Maßnahmen sind bei den Landwirten ein Renner“, betonte Hauk.  Weiteres Potenzial gäbe es beispielsweise bei der Begünstigung besonders naturverträglicher Produktionsverfahren oder Pflegemaßnahmen im Rahmen der Ökokontoverordnung. Auch könnten durch eine Lockerung des Grünlandumbruchsverbots entlang von Gewässern dort wertvolle Blühflächen geschaffen werden, was bislang so nicht möglich wäre. Hier sei der Umweltminister in der Pflicht, einen Schritt auf die Landwirtschaft zuzumachen.

In den kommenden Tagen steht die Streuobstblüte an. „Streuobstwiesen leisten einen wichtigen Beitrag für die Artenvielfalt. Deshalb unterstützt das Landwirtschaftsministerium die Pflege dieses wichtigen Kulturguts jährlich mit 2,5 Millionen Euro.
 
„Im Kern geht es uns darum, die Landschaften insgesamt arten- und insektenreicher zu gestalten. Wir brauchen gut vernetzte Flächenlösungen und keine isolierten Inselbiotope. Artenschutz fängt beim Hausgarten an und macht auch vor öffentlichem Grün entlang von Straßen oder Parks nicht halt. Klar ist auch, dass Land- und Forstwirtschaft ihren Teil dazu beitragen“, erklärte der Minister. Es helfe wenig, immer nur mit dem Finger auf die anderen zu zeigen. Jeder könne seinen Teil dazu beitragen. Mit dem Bienenweidekatalog habe das Ministerium einen guten Ratgeber, der sowohl Privatpersonen aber auch Kommunen wichtige Tipps an die Hand gebe, wie noch mehr Blühflächen geschaffen werden könnten. 

Landwirtschaft mit vielfältigen Leistungen

„Unsere bäuerliche Landwirtschaft prägt wie niemand sonst das Bild der offenen Landschaften in Baden-Württemberg. Die Bewirtschaftung unserer vielfältigen Kulturlandschaft ist eine wichtige Voraussetzung für die Artenvielfalt. Ein Schutz der Arten kann nur gemeinsam mit unseren Bauern gelingen. Dabei sind sie auf die Unterstützung der Gesellschaft angewiesen“, erklärte der Minister. Landwirte würden hart für unser tägliches Brot arbeiten. Baden-Württemberg sei traditionell ein Land der bäuerlichen Familienbetriebe und es sei erklärtes Ziel der Landesregierung, dass dies auch auf lange Sicht so bleibe.

„Wenn der Verbraucher möchte, dass in seiner Region hochwertige, gesunde und nachhaltig produzierte Lebensmittel erzeugt werden und die Artenvielfalt gegeben ist, dann muss er gezielt regionale Lebensmittel nachfragen“, sagte Minister Hauk. Es sei ein Ausdruck von Wertschätzung, wenn durch den Kauf regionaler Produkte die Wertschöpfung bei den heimischen Erzeugern ankomme. „Ohne vernünftiges Einkommen und ohne ausgewogene Agrarförderung kann es keinen Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und keine Artenvielfalt geben“, betonte Hauk.

Bei allen anstehenden Entscheidungen und Forderungen seien die Bauern mitzunehmen. „Die Landwirtschaft befindet sich seit Jahren in einem Strukturwandel. Unsere Aufgabe ist es dabei, unsere heimischen Bauern zu begleiten und dafür zu sorgen, dass aus diesem Wandel kein Strukturbruch wird“, erklärte der Minister. Pauschale, nicht umsetzbare aber plakativ und öffentlichkeitswirksam vorgetragene Forderungen bestimmter gesellschaftlicher Gruppierungen helfen dem Artenschutz nicht weiter, schaden aber der Landwirtschaft.