Algorithmen

Auftaktveranstaltung der Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ ‚Unberechenbar online unterwegs‘

Verbraucherschutzminister Peter Hauk MdL: „Wir wollen ältere Verbraucher für einen bewussten Umgang mit Algorithmen und persönlichen Daten im Internet sensibilisieren“. Auftaktveranstaltung der Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ ‚Unberechenbar online unterwegs‘ im Rahmen der Algorithmen-Kampagne #seiunberechenbar

„Die Digitalisierung ist für uns alle ein Gewinn an Komfort und zusätzlichen Angeboten im Alltag. Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie hat sie uns einiges erleichtern können. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass Verbraucher diesen Komfort letztlich mit ihren Datenspuren bezahlten, die sie im Internet hinterlassen. Wer sich im Netz bewegt, wird ständig analysiert und bewertet“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Freitag (16. Oktober) in St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis) anlässlich der Auftaktveranstaltung der Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+. Diese Analysearbeit übernehmen sogenannte Algorithmen, deren Funktionsweise für die Internetnutzer in der Regel nicht nachvollziehbar sei. Es gebe gute und schlechte Seiten von Algorithmen.

„Wer nicht unentwegt analysiert werden oder seine Identität und seine Konsumgewohnheiten vor unbemerkter kommerzieller Verwertung schützen möchte, kann hierzu Vorkehrungen treffen. Diese Kompetenz vermittelten die Experten der Regionalen Konferenzen kostenlos“, betonte Minister Hauk.

Aktuellen Studien zufolge könnten sich zwei Drittel der Verbraucher über 65 Jahre ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. „Mit dem Start der aktuellen Konferenzreihe Unberechenbar online unterwegs – Herausforderungen und Potentiale von Algorithmen bieten wir im Rahmen unserer Algorithmen-Kampagne ein Format speziell für die Verbraucher ab 60 Jahren an“, erklärte der Minister. Der Dank gehe dabei für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit an die Kooperationspartner. Dies seien der Landessseniorenrat Baden-Württemberg e.V., die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sowie der Bundesverband Die Verbraucher Initiative e.V..

„Seit 2009 erfreuen sich die Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ ungebrochener Beliebtheit und das ist neben dem passenden Format für diese Zielgruppe nicht zuletzt dem ehrenamtlichen Engagement der Seniorinnen und Senioren vor Ort zu verdanken, die in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern diese Vormittage auf die Beine stellen“, betonte der Verbraucherschutzminister.

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage stehe die Planung und Durchführung dieses Jahr unter ganz anderen Vorzeichen. „Wir haben uns daher entschieden, in St. Leon-Rot nur einen kleinen Zuschauerkreis unter Einhaltung der Hygienevorschriften vor Ort zuzulassen und das Gros der Zuschauer via Livestream teilhaben zu lassen“, erläutere Hauk. Da davon auszugehen sei, dass aufgrund des Corona Geschehens die eigentlich angedachten vier weiteren Konferenzen der Reihe vorerst nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden könnten, würden sämtliche Expertenvorträge des Livestreams im Nachgang als kurze Informationsfilme aufgearbeitet und über die Kampagnenseite www.seiunberechenbar.de dem Landesseniorenrat Baden-Württemberg und anderen Interessierten zur Verfügung gestellt.

„Nachdem wir von 2009 bis 2019 bei 63 Regionalen Konferenzen inzwischen insgesamt über 5.000 Besucher bei den Veranstaltungen vor Ort begrüßen durften, müssen wir auch im Bereich der Verbraucherbildung und -information auf andere Kommunikationskanäle umsteigen“, stellte Hauk klar.

Hintergrundinformationen:

Ein Algorithmus ist eine fest definierte Vorgehensweise, mit der ein Problem oder eine Frage in endlicher Zeit gelöst werden kann. Algorithmen analysieren Nutzerdaten und ziehen daraus Schlussfolgerungen. Bei vielen Internetdiensten funktioniert die Ausrichtung auf den Nutzer umso besser, je mehr Informationen und Daten im Internet hinterlassen werden. Beispielsweise entscheidet auf dieser Grundlage ein Suchalgorithmus wie Google oder andere Suchmaschinen, welche Inhalte dem Nutzer angezeigt werden. So erklärt sich, warum zwei Nutzer unterschiedliche Ergebnisse erhalten, obwohl sie in der Suchmaschine den gleichen Begriff eingeben. Der Algorithmus der Suchmaschine berücksichtigt im Regelfall das bisherige Suchverhalten im Internet und präsentiert häufig nicht nur, was am besten passen könnte, sondern zeigt auch Werbung, die zur Suchanfrage passt. Es wird Geld damit verdient, dass Werbeanzeigen gezielt zugeschnitten werden. Algorithmen können also das Verhalten von Internetnutzerinnen und -nutzern und insbesondere deren Konsumentscheidungen beeinflussen.

Weitere Informationen und Broschüren zu den Regionalen Konferenzen Verbraucher 60+ finden Sie auf dem Verbraucherportal.

Die Algorithmen-Kampagne #seiunberechenbar ist seit dem 24. Oktober 2019 unter www.seiunberechenbar.de online.

Weitere Informationen zum Verbraucherschutz gibt es unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de.