Pressemitteilung

Weinbau
  • 05.11.2018

Bei Konferenz Weinbau. Zukunft. Donauraum. stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf den Weinbau und den Weintourismus im Mittelpunkt

„Mir war es wichtig, dass bei der Tagung eine Resolution erarbeitet und verabschiedet wird, die die aktuellen Probleme verdeutlicht. Wichtig ist es nun, in Kontakt zu bleiben und Lösungen zu erarbeiten“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Montag (5. November) in Stuttgart, im Nachgang zur Tagung ‚Weinbau. Zukunft. Donauraum‘, zu der Minister Hauk gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes Klaus Schneider im Rahmen der ‚INTERVITIS/INTERFRUCTA/HORTITECHNICA‘ nach Stuttgart eingeladen hatte.

Getroffen hatten sich dabei Weinbauländer des Donauraumes, um die Auswirkung des Klimawandels auf Weinbau, Önologie und Weintourismus zu beleuchten und Maßnahmen des Risikomanagements zu diskutieren.

„Die Berichte der Weinbauländer zeigen, dass gravierende Auswirkungen auf den Anbau der Reben, insbesondere infolge phänologischer Veränderungen, Extremwitterungsereignisse und neuer Schadorganismen, festzustellen sind. Wir haben über Möglichkeiten des Risikomanagements im Weinbau diskutiert, zum Beispiel Erosionsschutz, Hagelabwehr, Schutz vor Spätfrösten, Schutz vor neuen Pflanzenkrankheiten, Bewässerung, neue Rebsorten und neue Erziehungssysteme für Reben“, so Hauk.

Darüber hinaus hätten die Teilnehmer aus allen Weinbauländern über kellerwirtschaftliche Auswirkungen berichtet. „Die Veränderungen hinsichtlich Alkoholgehalt, Säure, Extrakt und Phenolstruktur stellen die Kellerwirtschaft vor neue Herausforderungen, um konsumentengerechte Weinstile anbieten zu können“, erklärte der Minister. Diskutiert wurden deshalb auch Folgen für die Weinvermarktung und den Weintourismus, die jedoch noch genauer untersucht werden müssten.

Die Konferenzteilnehmer sahen die Notwendigkeit, dass die Weinbaubetriebe ein individuelles und angepasstes Risikomanagement entwickeln und umsetzen. Durch die Zusammenarbeit der berufsständischen Organisationen und Ministerien in den Weinbaustaaten des Donauraums soll erreicht werden, dass die verschiedenen privatwirtschaftlichen und staatlichen Instrumente aufeinander abgestimmt und weiterentwickelt werden.

Beispiele hierfür sind:

  • Überprüfung der Instrumente der Risikoabsicherung durch
    Förderung präventiver Maßnahmen gegen Schäden durch Extrem¬-Wetterereignisse im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik
    Mögliche finanzielle Unterstützung von Mehrgefahrenversicherungen
  • Verstärkung der Forschungsaktivitäten in den Bereichen Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung, Kulturmaßnahmen im Weinbau und der Oenologie
  • Erfahrungsaustausch über die Effizienz eingesetzter Instrumentarien im Risikomanagement
  • Programme zur Aus- und Fortbildung der WinzerInnen

Hintergrundinformationen:

Delegationen aus folgenden Ländern nahmen an der Konferenz teil:

  • Bulgarien
  • Österreich
  • Rumänien
  • Slowakei
  • Tschechische Republik
  • Ungarn
  • Deutschland und Baden-Württemberg

Die EU-Staaten des Donauraums weisen eine Rebfläche von rund 500.000 Hektar (rund 15 Prozent der EU-Rebfläche) auf. Weinbau hat daher in diesen Staaten eine große wirtschaftliche Bedeutung.

Donauraumstrategie:

Baden-Württemberg verfolgt seit vielen Jahren eine Donauraumstrategie mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Donauraumländer mit Baden-Württemberg zu stärken. Dies hängt mit wirtschaftspolitischen Interessen, aber auch mit der Historie zusammen. Viele Bürgerinnen und Bürger des Landes, insbesondere aus dem württembergischen Landesteil, haben in früherer Zeit donauabwärts gesiedelt. Außerdem stellt der Klimawandel nicht nur das Land, sondern gerade auch die Donauraumländer mit ihrem kontinentalen Klima, auch im Weinbau, vor große Herausforderungen.

Die verabschiedete Resolution finden Sie hier.