Landwirtschaft

Gentechnisch veränderte Pflanzen haben in der kleinräumigen Agrarstruktur Baden-Württembergs keinen Platz

Landwirtschaftliche Fläche im Bauland. (Bild: Elke Lehnert / Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung)

„Der Pflanzenbau in Baden-Württemberg bleibt weiterhin gentechnikfrei. Gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) haben in der kleinräumigen Agrarstruktur unseres Landes keinen Platz. Unsere Experten haben für 2019 in den untersuchten heimischen Ernteproben keine gentechnisch veränderten Organismen nachweisen können. Das ist eine gute Nachricht für die Verbraucher und ein Beleg dafür, dass unsere Vorsorgemaßnahmen greifen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Montag (23. März) in Stuttgart. Um das Aufwachsen gentechnisch veränderter Pflanzen in Baden-Württemberg zu verhindern, seien neben Untersuchungen des Saatguts ein sorgfältiger Umgang sowohl im Handel als auch auf allen Verarbeitungsstufen in der Lebensmittelproduktion notwendig.

Seit mittlerweile 16 Jahren untersucht die amtliche Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung stichprobenartig, ob in Ernteprodukten aus Baden-Württemberg GVO nachgewiesen werden können. Bei den im vergangenen Jahr durchgeführten Untersuchungen von 41 Mais-, 21 Raps-, 19 Soja-, und 13 Leinproben sowie 3 Zuckerrübenproben ergab sich, wie bereits in den vier Vorjahren, kein Hinweis auf eine gentechnische Veränderung.

„Wir wollen weiterhin im Land konventionellen und ökologischen Landbau ohne gentechnisch verändertes Saatgut gewährleisten. Deshalb werden wir diese Untersuchungen auch zukünftig fortsetzen“, betonte Hauk. Weiterhin seien große Anstrengungen und umfassende vorsorgende Maßnahmen notwendig, um die Verbreitung von gentechnisch verändertem Pflanzmaterial in einer globalisierten Welt zu verhindern.

Hintergrundinformationen:

Der Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ist außerhalb Europas weit verbreitet. Hauptanbaugebiete für gentechnisch veränderten Mais und Soja sind die USA, Argentinien und Brasilien. Aufgrund des weltweiten Handels mit Saatgut und Ernteprodukten kann deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass trotz aller vorsorgenden Maßnahmen auch in heimischen Ernteprodukten GVO nachgewiesen werden.

Um den Erfolg der Maßnahmen im Land bewerten zu können, werden seit 2004 jährlich in einem Ernte-Monitoring-Programm Untersuchungen auf GVO im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg und im Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg durchgeführt. Um Einträge von GVO frühzeitig zu erkennen und um die Entwicklung über die Jahre transparent zu machen, werden Proben unmittelbar nach der Ernte in landwirtschaftlichen Erfassungsstellen und Mühlenbetrieben entnommen. Seit Beginn des Monitorings 2004 wurden mehr als 1450 Ernteproben untersucht, in 29 Proben waren gentechnische Veränderungen nachweisbar. Seit 2015 gab es für keine Pflanzenart Hinweise auf gentechnische Veränderungen. Bereits seit 2007 werden Verunreinigungen über der Bestimmungsgrenze von 0,1 Prozent nicht mehr festgestellt.

Der Schwerpunkt des Monitoringprogramms liegt aufgrund der Bedeutung des Maisanbaus in Baden-Württemberg weiter auf der Untersuchung von Maispartien. Wie bereits 2018 wurde auch in den 41 Stichproben der Ernte 2019 bei einer Nachweisgrenze von 0,03 Prozent kein gentechnisch veränderter Mais nachgewiesen. Begleitend zur Eiweißinitiative des Landes und aufgrund der zunehmenden Bedeutung des heimischen Sojaanbaus ist die Untersuchung von Sojabohnen von besonderem Interesse. Auch in den 19 Sojaproben aus der Ernte 2019 konnte keine gentechnische Veränderung festgestellt werden, womit sich die Ergebnisse aus den Jahren 2015 bis 2018 mit jeweils zwischen 14 und 24 Proben bestätigen.

Bericht Erntemonitoring 2019:

Der ausführliche Bericht zum GVO-Erntemonitoring 2019 mit weiteren Informationen kann im Internet unter der nachfolgend genannten Adresse abgerufen werden. Das CVUA Freiburg ist das Zentrallabor für Untersuchungen auf GVO für die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg. Für die entsprechenden Untersuchungen in Saatgut und Futtermitteln ist das LTZ Augustenberg zuständig. Hier finden Sie den genannten Bericht.

Weitere Informationen:

Untersuchungsämter für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit Baden-Württemberg

Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augenstenberg