Pressemitteilung

Tierschutz / Tiergesundheit / Verbraucherschutz
  • 27.07.2018

Informationskampagne am Stuttgarter Flughafen soll Reisende auf Einschleppungsrisiko aufmerksam machen

„Fleisch- und Wurstwaren sowie andere Lebensmittel tierischen Ursprungs gehören nicht ins Reisegepäck! Dadurch steigt das Risiko, dass Tierseuchen und insbesondere die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Deutschland eingeschleppt werden. Bringen Sie daher bei Reisen aus dem Ausland, keine Lebensmittel mit, die von Tieren stammen“, appellierte Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL am Freitag (27. Juni) in Stuttgart an alle Urlauber, die in den anstehenden Sommerferien ins Ausland reisen.

Durch verschiedene Maßnahmen, wie Informationen am Flughafen, aber auch in Sozialen Medien und an Raststätten, werden die Reisenden über die Einschleppungsrisiken der ASP informiert.

„In beliebten Urlaubsländern der Deutschen gibt es nach wie vor Ausbrüche hochansteckender und verlustreicher Tierseuchen, die jedoch für Menschen ungefährlich sind. Dies sind beispielweise die Afrikanische Schweinepest, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind, und die Maul- und Klauenseuche, die bei Klauentieren auftritt“, so Hauk. Das Virus der Afrikanischen Schweinepest sei sowohl in rohem Fleisch, als auch in gepökelten oder geräucherten Fleischwaren wie Schinken und Salami bis zu einem halben Jahr und länger überlebensfähig.

Lebensmittel, die von infizierten Haus- oder Wildschweinen stammen, könnten daher noch nach Monaten für heimische Schweine mit dem Virus ansteckend sein, wenn sie von diesen gefressen werden. Speisereste dürften daher auch niemals in der freien Natur entsorgt werden, sondern gehörten immer in die geschlossene Bio- oder Abfalltonne.

Hintergrundinformationen:

Die Afrikanische Schweinepest wurde erstmals 2007 in Georgien festgestellt und tritt seit 2014 in den baltischen Staaten und in Polen auf. In der Ukraine, Weißrussland und Russland kommt die Seuche gehäuft vor und breitet sich von dort weiter aus. Derzeit wird die ASP vermehrt bei Hausschweinen in Rumänien festgestellt.

Es besteht die Gefahr, dass diese Tierseuche insbesondere über den Reiseverkehr in weitere Länder verschleppt wird. Eine Einschleppung der ASP nach Deutschland würde neben Erkrankungen und dem Tod betroffener Schweine schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Kritisch wäre besonders eine ASP-Einschleppung in die heimische Wildschweinepopulation, da hier die Möglichkeiten der Seuchenbekämpfung begrenzt sind.

Lebensmittel von Schweinen als Ursache eines ASP-Ausbruchs

Das ASP-Virus wird direkt von infizierten Schweinen auf andere Schweine oder über größere Entfernungen durch Gegenstände und Lebensmittel übertragen, an denen das Virus anhaftet, wie zum Beispiel über Fleisch oder Wurst von infizierten Schweinen. Unter ungünstigen Bedingungen können unachtsam entsorgte Reste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche in die heimische Wildschweinepopulation einzuschleppen.
Essensreste sind daher generell so zu entsorgen, dass sie für Wildschweine nicht zugänglich sind. Für Haus- und auch für Wildschweine besteht ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen.

Da das Virus über Monate ansteckungsfähig ist, kann es auch durch Trophäen, andere Gegenstände und Lebensmittel weiter verbreitet werden. Deshalb sollten Reisende, auch Jagdreisende und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und konsequent die Hygienemaßregeln einhalten.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internetseite des Ministeriums unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de.


Porträt

Peter Hauk MdL

Minister für Ländlichen Raum und Verbraucher-
schutz

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