Pressemitteilung

Landwirtschaft
  • 24.01.2019

Keine Hinweise auf gentechnische Veränderungen in heimischer Ernte

„Seit mittlerweile 15 Jahren untersucht unsere amtliche Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung stichprobenartig, ob in Ernteprodukten aus Baden-Württemberg gentechnisch veränderte Organismen nachgewiesen werden können. Bei den im vergangenen Jahr durchgeführten Untersuchungen von 45 Mais-, 31 Raps , 14 Soja-, und 14 Leinproben sowie einer Zuckerrübenprobe ergab sich, wie bereits in den drei Vorjahren, kein Hinweis auf eine gentechnische Veränderung“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (24. Januar) in Stuttgart. Um das Aufwachsen gentechnisch veränderter Pflanzen in Baden-Württemberg zu verhindern, seien neben Untersuchungen des Saatguts ein sorgfältiger Umgang sowohl im Handel als auch auf allen Verarbeitungs- und Produktionsstufen notwendig.

„Es ist erfreulich und für die Verbraucher eine gute Nachricht, dass auch 2018 keinerlei gentechnisch veränderte Organismen in unseren heimischen Ernteprodukten nachgewiesen wurden. Das zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen und erfolgreich sind“, erklärte der Minister. Baden-Württemberg setze weiterhin auf eine Koexistenz von konventionellem und ökologischem Landbau, ohne Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Deshalb werde das Land diese Untersuchungen auch zukünftig fortsetzen. Es seien große Anstrengungen und umfassende vorsorgende Maßnahmen notwendig, um die Verbreitung von unerwünschter Gentechnik in einer globalisierten Welt zu verhindern.

Hintergrundinformationen:

Der Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) ist außerhalb Europas weit verbreitet. Hauptanbaugebiete für gentechnisch veränderten Mais und Soja sind die USA, Argentinien und Brasilien. Aufgrund des weltweiten Handels mit Saatgut und Ernteprodukten kann deshalb nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass trotz aller vorsorgenden Maßnahmen auch in heimischen Ernteprodukten GVO nachgewiesen werden. Um den Erfolg der Maßnahmen im Land bewerten zu können, werden seit 2004 jährlich in einem Ernte-Monitoring-Programm Untersuchungen auf GVO im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg und im Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg durchgeführt. Um Einträge von GVO frühzeitig zu erkennen und um die Entwicklung über die Jahre transparent zu machen, werden die Proben unmittelbar nach der Ernte in landwirtschaftlichen Erfassungsstellen und Mühlenbetrieben entnommen.

Seit Beginn des Monitorings 2004 wurden insgesamt 1.360 Ernteproben untersucht, in 29 Proben waren gentechnische Veränderungen nachweisbar. Seit 2015 gab es für keine Pflanzenart Hinweise auf gentechnische Veränderungen. Bereits seit 2007 werden Verunreinigungen über der Bestimmungsgrenze von 0,1 Prozent nicht mehr festgestellt.

Der Schwerpunkt des Monitoringprogramms liegt aufgrund der Bedeutung des Maisanbaus in Baden-Württemberg weiter auf der Untersuchung von Maispartien. Wie in den Vorjahren wurde auch in den 45 Stichproben der Ernte 2018 bei einer Nachweisgrenze von 0,03 Prozent kein gentechnisch veränderter Mais nachgewiesen. Begleitend zur Eiweißinitiative des Landes und aufgrund der zunehmenden Bedeutung des heimischen Sojaanbaus ist die Untersuchung von Sojabohnen von besonderem Interesse. Auch in den 14 Sojaproben aus der Ernte 2018 konnte keine gentechnische Veränderung festgestellt werden, womit sich die Ergebnisse aus 2015 mit 16 Proben, aus 2016 mit 24 Proben und aus 2017 mit 20 Proben bestätigen.

Der ausführliche Bericht zum GVO-Erntemonitoring 2018 mit weiteren Informationen kann im Internet unter den nachfolgend genannten Adressen abgerufen werden. Das CVUA Freiburg ist das Zentrallabor für Untersuchungen auf GVO für die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg. Für die entsprechenden Untersuchungen in Saatgut und Futtermitteln ist das LTZ Augustenberg zuständig: