E-Mobilität

Land startet e-mobiles Modellprojekt an Hochschulen

Bei der Wahl des Studienortes spielen Erreichbarkeit und Mobilität eine zentrale Rolle. Das Modellprojekt „Nachhaltige Mobilität für Studierende im Ländlichen Raum“ analysiert, welche Mobilitätsangebote sich Studierende und Hochschulbeschäftige an der Hochschule Furtwangen wünschen. Anschließend testen die Studierenden in einem groß angelegten Praxisversuch ein maßgeschneidertes Verkehrs- und Mobilitätssystem.

„Die vielen Hochschulen für angewandte Wissenschaften tragen mit ihren umfassenden Bildungs- und Forschungsaktivitäten entscheidend zur Stärke Baden-Württembergs und seiner ländlichen Räume bei. Gerade die schnelle, unkomplizierte und günstige Erreichbarkeit spielt bei der Wahl des Studienortes für Studierende und Beschäftigte eine wichtige Rolle. Daher hat die Landesregierung das Modellprojekt ‚Nachhaltige Mobilität für Studierende im Ländlichen Raum‘ initiiert. Ziel ist, Hochschulen im Ländlichen Raum mit maßgeschneiderten Mobilitätskonzepten als attraktive Studien- und Forschungsstandorte zu erhalten", sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde. Der Minister hatte am Mittwoch (20. Januar) in Furtwangen (Schwarzwald-Baar-Kreis) den Förderbescheid über 300.000 Euro für das Modellprojekt an die Hochschule Furtwangen übergeben.

Die Hochschule führt den auf drei Jahre befristeten Modellversuch federführend in Kooperation mit der Dualen Hochschule Villingen-Schwenningen und der Musikhochschule Trossingen durch. „Zunächst steht im Fokus, welche Mobilitätsangebote sich die Studierenden wünschen. In einem groß angelegten Praxisversuch testen die Studierenden anschließend ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes klimafreundliches und nachhaltiges Verkehrs- und Mobilitätssystem. Dazu gehören beispielsweise e-mobile Carsharing-Angebote, Pedelecs oder Elektro-Kleinbusse“, sagte der Minister. Bonde zeigte sich überzeugt, dass das Modellprojekt wertvolle Erkenntnisse bringen werde, von denen Hochschulstandorte auch in anderen ländlichen Räumen Baden-Württembergs und Deutschlands profitieren könnten. Die Hochschule Furtwangen eigne sich aufgrund ihrer dezentralen Lage besonders als Projektpartner.

Die rund 50 baden-württembergischen Hochschulen – davon etwa die Hälfte im Ländlichen Raum – würden die Basis schaffen für neue technologische Innovationen und seien somit wichtige Impulsgeber für die Wirtschaft, so Bonde. „Um diesen Mehrwert für das Land weiter zu fördern, pflegt das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz enge Kontakte zu Wissenschaft und Forschung. Gerade die Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen hat sich dabei bereits in der Vergangenheit bewährt und insbesondere auf dem Gebiet des Breitbandausbaus wertvolle Ergebnisse geliefert“, betonte der Minister.

Hintergrundinformationen:

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) setzt sich für klimafreundliche, nachhaltige Mobilitätslösungen im Ländlichen Raum ein. In diesem Zusammenhang hat das MLR von 2013 bis 2015 zwanzig kommunale und interkommunale Modellprojekte gefördert, mit denen die Elektromobilität im Alltag ländlicher Städte und Gemeinden erprobt werden soll. Übersichtskarte mit den Modellregionen

Beim neuen Modellvorhaben zur Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen für Studierende und Beschäftigte von Hochschulen im Ländlichen Raum unter Leitung der Hochschule Furtwangen sollen die in den kommunalen Projekten gewonnen Erfahrungen gezielt genutzt und zusätzliche Erkenntnisse unter den spezifischen Rahmenbedingungen ländlicher Hochschulen gewonnen werden. Denn junge Menschen haben besondere Mobilitätsbedürfnisse. Sie wollen auch ohne eigenes Auto „mobil“ sein und ihr Ziel möglichst rasch, unkompliziert und kostengünstig erreichen.

Im Fokus stehen bei diesem Modellvorhaben insbesondere die Verkehrsbeziehungen

  • zwischen Wohnung und Hochschule
  • zwischen mehreren Standorten der gleichen Hochschule
  • zwischen Hochschule – Wohnung – Unternehmen
  • zur Fahrt von einem Standort der Hochschule zu Unternehmen (zum Beispiel Exkursion)
  • zur spontanen Erledigung von Tätigkeiten mit Mobilitätsanforderungen.


Projektinhalte sollen auch die detaillierte Analyse der derzeitigen Verkehrsströme, die Defizite im aktuellen Mobilitätsangebot und die weitergehenden Wünsche von Studierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule sein. Dabei kann gerade die Elektromobilität im Ländlichen Raum Baden-Württembergs mit seinen dezentralen Wissensstandorten einen wichtigen Beitrag leisten.

Bewährte Kooperation zwischen MLR und Hochschule beim Breitbandausbau

Die Hochschule Furtwangen hat sich bereits in der Vergangenheit beim Thema Breitbandausbau im Ländlichen Raum als zuverlässige Kooperationspartnerin des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bewährt. So wurde auf Grundlage eines Kabinettsbeschlusses eine auf fünf Jahre befristete Stiftungsprofessur Digitale Infrastruktur im Ländlichen Raum eingerichtet. Im Rahmen dieser vom MLR mitgeförderten Stiftungsprofessur wurde an der Hochschule Furtwangen im Bereich Breitbandinfrastruktur im Ländlichen Raum ausgebildet, geforscht und beraten. Die zahlreichen Erkenntnisse, die dabei gewonnen wurden, sind auch in die Breitbandoffensive 4.0 der Landesregierung eingeflossen. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen MLR und HFU über die Gründung eines Zentrums für Infrastruktur und Breitbanddienste Baden-Württemberg am 10. Dezember 2015 in Stuttgart wird die Zusammenarbeit auf diesem für die Zukunftsfähigkeit des Ländlichen Raums wichtigen Technologiefeld weiter vertieft.

Weitere Informationen zu den Themen E-Mobilität und Breitbandausbau finden Sie unter www.mlr-bw.de/e-mobilitaet und www.mlr-bw.de/breitbandausbau