Ernährung

Landesinitiative Bewusste Kinderernährung: BeKi-Zertifikat für Kitas wird zehn Jahre alt

BeKi

„Eine gute Ernährung in all ihren Facetten ist ein zentrales Feld der frühkindlichen Bildung. Die Kitas, die sich durch unsere Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi) zertifizieren lassen, geben diesem Thema ein ganz besonderes Gewicht. Sie zeigen, dass ihnen ein ausgewogenes Speisenangebot und ein genussvolles Essverhalten wichtig sind. Jeden Tag nutzen sie Anlässe für praktische Ernährungsbildung und fördern langfristig gutes Essverhalten“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, am Donnerstag (9. Mai) bei der Jubiläumstagung ‚10 Jahre BeKi-Zertifikat‘ in Stuttgart.

„Essen und Trinken sind im Orientierungsplan für Kindergärten in Baden-Württemberg fest verankert. Ernährungsbildung findet dabei in allen Kitas in unterschiedlichster Art und Weise statt. Mit dem ganzheitlichen Thema können alle Bildungs- und Entwicklungsfelder abgedeckt werden: Bei den Mahlzeiten wird die Sprache gefördert, beim Einkauf und der Zubereitung die Entwicklungsfelder Sinne und Denken“, ergänzte der Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, Volker Schebesta MdL. Von der intensiveren Arbeit durch die Zertifizierung profitierten Kinder, Eltern und das Team der Einrichtung gleichermaßen, betonten Gurr-Hirsch und Schebesta.

Die Landesinitiative BeKi unterstützt die Einrichtungen ganz individuell im Prozess der Zertifizierung mit ihren freiberuflichen Ernährungsfachkräften, den BeKi-Referentinnen. Sie begleiten die Kitas als Coaching bei der Erarbeitung der Ziele, helfen bei der Umsetzung, bieten auf die Einrichtung abgestimmte Elternveranstaltungen und Fortbildungen für das Team an. Alle zertifizierten Kitas haben Essen und Trinken / Verpflegung in der Konzeption verankert. Damit sichern sie den Stellenwert des wichtigen Themas, auch wenn das Personal wechselt.

„Die Fachkräfte in den Kitas sind neben den Elternhäusern wichtige Lotsen bei der Entwicklung guter Essgewohnheiten der Kinder. Die Kinder werden sich später an das gemeinsame Essen und die Aktivitäten rund um Lebensmittel und Kochen in der Kita gerne erinnern“, so die Staatssekretärin. Ernährungsbildung sei Lernen mit viel Freude und Genuss. Dazu gehöre zum Beispiel die pädagogische Gestaltung von Mahlzeiten, das Kennenlernen von Lebensmitteln, das gemeinsame Zubereiten kleiner Gerichte, die Optimierung des Speisenplans, das Anschaffen von kindgerechtem Besteck und Mobiliar, das Anlegen eines Naschgartens, der Besuch eines Bauernhofes und vieles mehr.

„Die professionelle Beschäftigung mit dem Thema Essen und Trinken kann sich zu einem Markenzeichen entwickeln und bei Eltern den Ausschlag geben, sich für eine bestimmte Einrichtung zu entscheiden“, sagte Gurr-Hirsch abschließend.

Hintergrundinformation:

Die Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi) des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz informiert Eltern, Kinder, Tagespflegepersonen und pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und Schulen zu allen Fragen rund um Essen und Trinken.

Das BeKi-Zertifikat ist ein besonders nachhaltiges Angebot, mit dem das Themenfeld Essen und Trinken in der Kita als Schwerpunkt verankert wird. Jede Kindertageseinrichtung in Baden-Württemberg kann sich um das Zertifikat bemühen unabhängig von der Größe, der Betreuungsform, der Trägerschaft und der Anzahl und des Alters der Kinder. Inzwischen haben rund 350 Einrichtungen in Baden-Württemberg das BeKi-Zertifikat. Die Zertifizierung ist für die Einrichtung kostenfrei und wird für drei Jahre verliehen. Danach ist eine Re-Zertifizierung möglich. Informationen und Anmeldungen gibt es bei den BeKi-Koordinatoren des Landratsamtes vor Ort und unter www.beki-bw.de.