Biomusterregionen

Minister Hauk übergibt Förderzusage als Bio-Musterregion an Neckar-Odenwald-Kreis

Bio + Regional = Optimal

„Immer mehr Menschen möchten heutzutage wissen, wie und wo ihre Lebensmittel produziert werden. Die Nachfrage nach regional erzeugten Bio-Lebensmitteln bietet ein großes Potential, die ökologische Landwirtschaft in Baden-Württemberg weiter zu stärken. Wir möchten die regionalen Markchancen für unsere Betriebe und Unternehmen ausgeschöpft wissen und gleichzeitig auch für die Umwelt nutzen“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Montag (8. Juli) anlässlich der Auftaktveranstaltung der neuen Bio-Musterregion in Sindolsheim (Neckar-Odenwald-Kreis). „Die neue Bio-Musterregion Neckar-Odenwald ergänzt unsere bestehenden Bio-Musterregionen mit innovativen Ideen und handlungsorientierten Konzepten“, so der Landwirtschaftsminister. „Damit kann das Bewusstsein für ökologischen Landbau und für regionale Bio-Lebensmittel weiterwachsen und in die Fläche getragen werden“, betonte Hauk.
 
„Der Neckar-Odenwald-Kreis eignet sich mit seinen großen landwirtschaftlich genutzten Flächen und einer noch weitgehend intakten Natur hervorragend als Bio-Musterregion. Deshalb freue ich mich sehr, dass das Land den Kreis ausgewählt hat und wir nun starten. Denn mit einem fachlich stark besetzten Regionalmanagement wollen wir ab sofort denjenigen Betrieben, die umstellen wollen, dafür die größtmögliche Unterstützung zuteilwerden zu lassen. Und dabei geht es uns ganz bestimmt nicht darum, die konventionelle Landwirtschaft gegen die ökologische auszuspielen. Beides kann und soll seinen Platz auch künftig nebeneinander haben. Wir sehen vielmehr die große Chance, in der Bio-Musterregion die Wertschöpfung ohne Druck auf den Pachtmarkt zu erhöhen, den Strukturwandel zu verlangsamen und den Verbrauchern regionale Bioprodukte mit geringen Transportwegen und nachvollziehbarer Herkunft anzubieten. Es ist und bleibt eben die Vielfalt, die unseren Kreis auszeichnet. Die Bio-Musterregion Neckar-Odenwald ist somit nun nicht mehr bloß eine Idee. Ab heute ist sie Wirklichkeit“, sagte der Landrat des Neckar-Odenwald-Kreises, Dr. Achim Brötel.
 
Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg nun neun Bio-Musterregionen. Die wesentlichen Akteure, also die örtlichen Landwirte, handwerkliche Verarbeiter und regionale Vermarkter, sollen durch ein vom Land gefördertes Regionalmanagement miteinander ins Gespräch gebracht werden. Das Regionalmanagement soll gemeinsam mit den Akteuren des Öko-Sektors vor Ort Maßnahmen für mehr Öko-Landbau in Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung entwickeln. „Ich freue mich, heute dem Neckar-Odenwald-Kreis die Förderzusage als Bio-Musterregion zu überreichen“, sagte Minister Hauk. In dieser Region spiele insbesondere die Zusammenarbeit mit der Sindolsheimer Kirchenkäserei und die dortige Einführung eines Odenwälder Käseherzes eine besondere Rolle. „Ich gratuliere allen ausgewählten Bio-Musterregionen gleichermaßen und bin gespannt auf die ersten Berichte aus der Umsetzung“, betonte der Minister.

Hintergrundinformationen:

Die neuen Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg

Im Bereich des Regierungsbezirks Freiburg werden die Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald sowie die Stadt Freiburg zukünftig gemeinsam die bestehende Bio-Musterregion Bodensee ergänzen. Das Konzept weist breite Unterstützung aus der Region und konkrete Ideen für die Umsetzung auf. Schwerpunktthema ist hier die Stadt-Land-Vernetzung, welche beispielsweise durch einen erhöhten Anteil von regionalen Bio-Produkten in Schulen, Betriebskantinen und Mensen gestärkt werden soll.
 
Im Bereich des Regierungsbezirks Tübingen wird zukünftig der Landkreis Biberach, welcher an die bereits bestehende Bio-Musterregion Ravensburg angrenzt, ans Werk gehen. Hier wurden bereits viele Ideen und Projekte entwickelt, bei welchen Querschnittsthemen, wie Biodiversität, konsequent mitgedacht werden. Es sind beispielsweise umfassende Maßnahmen in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Streuobst vorgesehen.
 
Im Regierungsbezirk Stuttgart kommen zwei Bewerber zur bestehenden Bio-Musterregion Heidenheim plus dazu: Die Landkreise Hohenlohe und Schwäbisch Hall haben gemeinsam ein Konzept vorgelegt, welches hervorragend an die bereits bestehenden Erfahrungen und vorhandenen Strukturen in der Region anknüpft. Das Thema der Informations- und Bildungsarbeit bekommt hier einen besonderen Stellenwert. So sollen beispielsweise bestehende Ökobetriebe als Ausbildungs- und Vernetzungsstellen eine zentrale Rolle in der landwirtschaftlichen Ausbildung bekommen. Ein weiteres vorgesehenes Projekt soll sich der Erzeugung von Bio-Ferkeln widmen.
 
Der Landkreis Ludwigsburg wird gemeinsam mit der Landeshauptstadt Stuttgart eine weitere neue Bio-Musterregion werden. Die Region zeichnet sich durch eine große Vielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion aus, zudem bietet die Landeshauptstadt ein umfassendes Nachfrage- und Absatzpotential. Hier sollen beispielsweise die vielen Betriebskantinen mit mehr biologischen Produkten aus der Region versorgt werden.
 
Im Regierungsbezirk Karlsruhe wird der Neckar-Odenwald-Kreis als neue Bio-Musterregion, neben der bereits bestehenden Bio-Musterregion Enzkreis, etabliert werden. Die Ideen und Maßnahmen knüpfen an vorhandene Strukturen an, so soll beispielsweise der in der Region stark vertretene Sektor der Christbaumerzeugung vermehrt öko-zertifiziert werden. Eine weitere Idee ist die Herstellung und Vermarktung eines ‚Odenwälder Käseherzes‘ mit Biomilch aus der Region.
 
Mit den Bio-Musterregionen setzt die Landesregierung eines ihrer Koalitionsziele um. Im Januar 2018 wurden in Folge eines Wettbewerbs die ersten vier Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt. Im Rahmen eines zweiten Wettbewerbs wurden Anfang 2019 fünf weitere Bio-Musterregionen in Baden-Württemberg ausgewählt.
 
In den ausgewählten Regionen fördert das Land ein Regionalmanagement zur Unterstützung des Öko-Landbaus vor Ort und stellt finanzielle Mittel zur Aktivierung der Regionen über einen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung.
 
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite.

 

Porträt: Peter Hauk MdL

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