Pressemitteilung

Geoinformation
  • 03.02.2017

Minister Hauk: „Von Buchen aus wird zukünftig die Genauigkeit von Satellitendaten kontrolliert“

Geodaten sind für viele Anwendungen wichtig – das Navi im Auto ist das bekannteste Beispiel. Hochpräzise Geodaten erschließen weitere Anwendungsgebiete wie Vermessungsarbeiten, Ingenieurleistungen am Bau und die zielgerichtete Düngung in der Landwirtschaft. Der baden-württembergische Satellitenpositionierungsdienst SAPOS ermöglicht diese zentimetergenaue Ortsbestimmung. Mit einer neuen Monitor-Station kann künftig die Qualität der Satellitendaten und der SAPOS-Dienste permanent gemessen und das Ergebnis online allen Nutzerinnen und Nutzern verfügbar gemacht werden.

„Geoinformationen und Satellitennavigation sind wichtige Bausteine der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung und damit starke Wachstums- und Innovationsmotoren. Baden-Württemberg als ein führender High-Tech-Standort muss seine Führungsrolle bei der Digitalisierung behaupten“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Freitag (3. Februar) anlässlich der Inbetriebnahme der neuen SAPOS-Monitor-Station des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis).

Das LGL stelle mit dem Satellitenpositionierungsdienst SAPOS  eine Anwendung bereit, mit der hochgenaue Positionsbestimmungen möglich sind. SAPOS nutzt die amerikanischen GPS-, russischen GLONASS-Satelliten und demnächst die europäischen GALILEO-Satelliten, verbessert die Daten dieser Satellitennavigationssysteme und stellt sie über Mobilfunk und Internet für Ortung und Navigation mit hohen Genauigkeiten bis in den Zentimeterbereich zur Verfügung. So kann beispielsweise jeder der etwa 40 Millionen Grenzpunkte im Liegenschaftskataster in Baden-Württemberg vor Ort amtlich überprüft werden. „Die genaue Festlegung der Grenzen im Liegenschaftskataster mit der schnellen und genauen Positionierung vor Ort ist ein entscheidender Grund, warum sich Gerichte in Baden-Württemberg äußerst selten mit Grenzstreitigkeiten beschäftigen müssen“, so Hauk. Weitere Anwendungsgebiete seien Ingenieurleistungen am Bau oder die zielgerichtete Düngung in der Landwirtschaft.

Monitor-Station misst permanent Qualität der Satellitendaten
„Die Nutzerinnen und Nutzer vertrauen darauf, dass ihnen die SAPOS-Daten mit hoher Genauigkeit und Zuverlässigkeit übermittelt werden. SAPOS muss entsprechend ausgestaltet werden, um diese Anforderungen zu erfüllen“, so Hauk. Mit Hilfe der Monitor-Station auf dem Dach des Dienstgebäudes des Landratsamts in der Präsident-Wittemann-Straße 16 in Buchen kann künftig die Qualität der Satellitendaten und der SAPOS-Dienste permanent gemessen und das Ergebnis via Internet online allen Nutzern verfügbar gemacht werden.

„Angesichts des demografischen Wandels müssen ländliche Grundstücke bestmöglich für infrastrukturelle, landwirtschaftliche und ökologische Zwecke nutzbar gemacht werden. Die auf eine nachhaltige Entwicklung des Ländlichen Raums gerichtete Flurneuordnung ist dafür bestens geeignet“, so Hauk. Die Flurneuordnung schone Ressourcen, führe alle Akteurinnen und Akteure und unterschiedliche Finanzierungen zusammen, schaffe Transparenz und erziele somit optimale Akzeptanz gerade von Infrastrukturentwicklungen.


70 neue Feldrechner mit SAPOS-Anbindung für Flurneuordnung
Viele Verfahrensschritte einer Flurneuordnung erfordern vermessungstechnische Arbeiten im Außendienst. Das effiziente Arbeiten vor Ort erfordert leistungsstarke Feldrechner mit Satelliten-Empfängern und SAPOS-Anbindung. „Für diese Tätigkeiten stellt das Land den unteren Flurbereinigungsbehörden 70 neue Feldrechner zur Verfügung, um den reibungslosen Ablauf und ein effizientes Arbeiten im Außendienst zu gewährleisten“, betonte Minister Hauk. Durch die Leistungsfähigkeit dieser Rechner ist Zukunftssicherheit gegeben, da die Feldrechner beispielsweise auch nach der Umstellung auf ein neues Betriebssystem weiter eingesetzt werden können.

Wenn SAPOS demnächst Korrekturdaten für GALILEO-Satellitensignale bereitstellt, ist die Aufrüstung der Satelliten-Empfänger der Flurneuordnungsverwaltung auf GALILEO vorgesehen, um auch in der täglichen Vermessungsarbeit vom europäischen System und der verbesserten Satellitenverfügbarkeit profitieren zu können.

Hintergrundinformationen:
SAPOS ist ein über Mobilfunk und Internet arbeitender Datendienst der Vermessungsverwaltung, der Korrekturdaten für hochgenaue Positionierungen mit den Satellitensystemen GPS, GLONASS und GALILEO liefert. Nutzer von SAPOS benötigen lediglich einen entsprechenden Satelliten-Empfänger und eine Mobilfunkanbindung an die SAPOS-Zentrale in Karlsruhe.

Der Dienst ist nicht nur in der Vermessungsverwaltung etabliert, er hat derzeit etwa 1.000 Nutzer aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in Baden-Württemberg bei einer weiterhin stetig steigenden Zahl von Anwendern.

Weitere Informationen zu SAPOS finden Sie unter https://www.lgl-bw.de/lgl-internet/opencms/de/05_Geoinformation/Raumbezug/SAPOS/


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