Ernährung

Neue Kampagne des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ mit landesweiter Aktionswoche

Logo der Kampagne Lebensmittelretter. (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)

„Lebensmittelretter kann jeder sein. Das hilft dem Klima und dem eigenen Geldbeutel. Wie das im Alltag konkret aussehen kann, dazu wollen wir gemeinsam mit dem Handelsverband und dem Einzelhandel Verbrauchern während unserer Aktionswoche vom 7. bis 13. Oktober Anregungen und Hilfestellungen geben. Denn die Hälfte aller Lebensmittelabfälle entstehen im Privathaushalt“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, am Freitag (4. Oktober) in Stuttgart anlässlich der Vorstellung der neuen Kampagne des Ministeriums ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land.‘

Im Mittelpunkt der Kampagne steht eine landesweite Aktionswoche zur Lebensmittelwertschätzung. „Die Aktionswoche ist eine Maßnahme der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Baden-Württemberg geht hier als erstes Bundesland mit der Umsetzung voran“, erklärte die Staatssekretärin.

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle gilt es deutschlandweit pro Jahr zu reduzieren. „Nur, weil eine Gurke nicht gerade gewachsen ist oder das Mindesthaltbarkeitsdatum des Joghurts bald erreicht ist, müssen diese Lebensmittel noch lange nicht in die Tonne. Und die Reste vom Vortag schmecken, ergänzt mit anderen Zutaten, wie ein neues Gericht. Damit keine Lebensmittel unnötig verloren gehen, brauchen wir Lebensmittelretter als neue Helden im Land, die auch solchen Lebensmitteln eine Chance geben – denn weniger schmackhaft oder weniger wert sind sie noch lange nicht“, sagte Gurr-Hirsch.

Der Einzelhandel in Baden-Württemberg setzt sich bereits engagiert für die Vermeidung von Lebensmittelverlusten ein. Laut aktueller Zahlen der Nationalen Strategie gegen Lebensmittelverschwendung (Thünen-Reportes 71) fallen auf Ebene des Groß- und Einzelhandels nur vier Prozent der Gesamtabfälle an, die nach Einschätzung des Thünen-Institutes zu einem hohen Anteil noch vermeidbar wären. Daher ist es umso wichtiger, Verbraucherinnen und Verbraucher für dieses Thema zu sensibilisieren. „Wie lassen sich Lebensmittelabfälle reduzieren? Diese Fragen beschäftigt uns auch als Handelsverband Baden-Württemberg sehr intensiv. Deshalb haben wir die neue Kampagne des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter dem Motto ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ von Anfang an sofort unterstützt und begleiten diese auch gerne in der Zukunft“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Baden-Württemberg, Marius Haubrich.

Auch die Einzelhandelsketten EDEKA Südwest, Kaufland, Lidl, Penny und REWE unterstützen die gemeinsame Aktionswoche mit vielfältigen Aktionen in den Märkten sowie weiteren Informationsangeboten.
 
„Wir lieben nicht nur Lebensmittel – auch das Motto ‚Handeln mit Verantwortung‘ bestimmt täglich unser Tun. Deshalb engagieren wir uns, gemeinsam mit unseren Kaufleuten und mit vielfältigen Maßnahmen, für die Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen Verschwendung. Auch wir sind damit ‚Lebensmittelretter‘ und unterstützen gerne die neue Initiative des Landes Baden-Württemberg für mehr Nachhaltigkeit“, sagte Michaela Meyer, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit bei EDEKA Südwest.

„Als ‚Lebensmittelretter‘ machen wir auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam und nutzen unsere große Reichweite. Wir wollen dazu beitragen, dass immer weniger Lebensmittel verschwendet werden und gehen seit vielen Jahren mit gutem Beispiel voran. Allein 2018 konnten wir so fast 4.000 Tonnen Lebensmittel im Wert von rund zehn Millionen Euro retten“, so Rüdiger Teutsch, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Kaufland.

Anita Wälz, Geschäftsführerin Unternehmenskommunikation und Nachhaltigkeit von Lidl Deutschland, betonte: „Wir sind Lebensmittelretter und haben uns dazu verpflichtet, Lebensmittelverschwendung bis 2025 um 30 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig wollen wir Kunden dafür sensibilisieren. Daher werben wir während der Aktionswoche in den Filialen für mehr Lebensmittelwertschätzung.“

„Wir bekämpfen Lebensmittel-Verschwendung seit einem Jahrzehnt. Mit den Naturgut Bio-Helden vermarkten wir Obst & Gemüse mit Schönheitsfehlern. Mit ‚Kostbares Retten‘ sensibilisieren wir für das Mindesthaltbarkeitsdatum. Unser Ziel: Verschwenden beenden. Die Aktionswoche unter Federführung des Ministeriums ist sehr wichtig, weil wir vor allem Bürger und Kunden für das Thema sensibilisieren müssen“, so Klaus-Peter von Nethen, Leiter der Region Südwest, zu der rund 475 PENNY-Märkte gehören.

Auch die REWE Südwest unterstützt die Aktionswoche. „Es ist unser Anspruch als Genossenschaft, mit Lebensmitteln nachhaltig und verantwortungsvoll umzugehen. Mit Infoständen in ausgewählten Märkten werden wir unsere Kunden über richtige Lagerung, Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und sinnvolle Resteverwertung informieren“, so Henning Opper, Vorsitzender der Geschäftsleitung REWE Region Südwest.

Hintergrundinformationen:

Auf einem gemeinsamen Webauftritt der Aktionspartner unter www.lebensmittelretter-bw.de werden Informationen rund um das Thema Lebensmittelwertschätzung gebündelt und die während der Aktionswoche geplanten Aktionen vorgestellt. So finden Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel Praxistipps zu einer geeigneten Vorratshaltung oder Ideen zur kreativen Resteküche. Weitere Informationen gibt es unter www.mlr-bw.de.

Weitere Informationen:

Maßnahmenplan: Reduzierung von Lebensmittelverlusten, 2018 -2021 (pdf)