Forst

Notfallplan für den Wald in Arbeit

„Die Waldschäden in Baden-Württemberg werden mit jedem heißen Sommertag gravierender. Die Schäden am Wald steigen landesweit in riesigem Umfang und das nicht nur an der Fichte. Der Landkreis Biberach ist einer der Borkenkäfer-Hotspots in Baden-Württemberg und bietet mit seinen ausgedehnten Fichtenflächen viel Brutraum für die explodierende Borkenkäferpopulation. Der Borkenkäfer profitiert von der Dürre, die die natürlichen Abwehrkräfte der Bäume schwächt“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Dienstag (6. August) anlässlich eines Vor-Ort-Termins in Bad Schussenried-Steinhausen (Landkreis Biberach). Der Hitze und Trockenheit des vergangenen und dieses Jahres seien landesweit 2019 bereits rund eine Million Festmeter Käfer- und rund 400.000 Festmeter Dürreholz zum Opfer gefallen, Tendenz weiter steigend. Im gesamten Jahr 2018 seien es landesweit insgesamt rund 1,6 Millionen Kubikmeter gewesen.
 
Der Landkreis Biberach arbeitet auf Hochtouren, um befallenes Holz aus dem Wald zu entfernen und dem Borkenkäfer Brutraum zu entziehen. Im gesamten Jahr 2019 arbeiteten die Forstleute bereits rund 26.000 Kubikmeter Käferholz auf. In allen Landkreisen übersteigt die diesjährige Schadholzmenge die Gesamtmenge von 2018.
 
„Neben Fichte und Tanne zeigen nun auch viele Laubbaumarten deutliche Schäden. Schadinsekten haben bei den geschwächten Bäumen leichtes Spiel und vermehren sich dramatisch. Die Situation droht mancherorts aus dem Ruder zu laufen. Aufarbeitungs- und Abfuhrkapazitäten sind erschöpft und die Sägewerke überfüllt“, so der Minister. Der Wassermangel schwäche die Bäume so sehr, dass sie sich vor sonst eher unschädlichen Insekten und Erregern nicht mehr verteidigen können.

Mit dem Notfallplan erhalten Wald und Waldbesitzer Hilfe

Waldbesitzer erhalten über die Förderung finanzielle Mittel, um vorbeugende Maßnahmen, das Monitoring sowie die Bekämpfung des Borkenkäfers zu stemmen und ihren Wald zu erhalten. Das Land unterstützt das Hacken, den Transport und die Lagerung des Holzes sowie die Wiederbewaldung. Die finanziellen Hilfen können bei den unteren Forstbehörden beantragt werden.
 
„Die Situation um unsere Wälder betrifft uns alle und bedarf gemeinsamen Handelns. Der Klimawandel zeigte sich 2018 und 2019 so deutlich wie noch nie. Ganz Deutschland ist betroffen. Deshalb ist auch die solidarische Unterstützung für die Waldbesitzer durch den Bund gefordert“, betonte Hauk. Baden-Württemberg ist bereits im Dialog mit der Bundesregierung, um zusätzliche Finanzmittel schnell und unkompliziert bereit zu stellen. Die Umsetzung des angekündigten Notfallplans für die Rettung der Wälder Baden-Württembergs laufe an.
 
Waldbesitzer seien gehalten, ihre Waldbestände nunmehr wöchentlich zu kontrollieren und sich im Zweifelsfall mit der zuständigen unteren Forstbehörde in Verbindung zu setzen.