Pressemitteilung

Holz
  • 08.11.2018

Verleihung des baden-württembergischen Holzbaupreises

  • Gruppenbild bei der Verleihung des Holzbaupreis 2018 (Foto: © Florian Alber)

    Bild: © Florian Alber

„Die Ergebnisse des Holzbaupreises zeigen, dass der Holzbau in Baden-Württemberg sein hohes Niveau weiter steigert und ein eigenständiges Profil entwickelt. Von Bürogebäuden über Wohnhäuser, öffentlichen Einrichtungen bis hin zu Ingenieurbauwerken, ist die Spannbreite der eingereichten Holzbauprojekte beachtlich“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (8. November) anlässlich der Preisverleihung des Holzbaupreises 2018 in Stuttgart.

„All diese Bauaufgaben zeigen, dass mit dem Rohstoff Holz technisch anspruchsvoll und innovativ gebaut werden kann, das Klima geschont wird und sich die Ergebnisse sehen lassen können. Die heimisch produzierten Hölzer können als multifunktionaler Rohstoff vielfältigen, sowohl traditionellen als auch innovativen Anwendungen zugeführt werden und sind für die Entwicklung einer nachhaltigen und kreislauforientierten Bioökonomie unverzichtbar“, betonte der Minister. Der Holzbau sei von großer Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung des Landes, da er Ökologie und regionale Wirtschaftskreisläufe vorbildlich verbinde. Dass dies mit einem hohen Anspruch an bauliche Qualität einhergeht, zeigten die Ergebnisse des diesjährigen Holzbaupreises.

Durch die Verwendung von Holz beim Bauen wird kurz- und mittelfristig ein aktiver Beitrag zur CO2-Minderung geleistet. Dies ist eine der effektivsten, ökonomisch sinnvollsten und rasch wirksamsten Varianten zur Kohlenstoff-Einlagerung. „Die Archivierung eines dauerhaften Baustoffs in Bauten mit zahlreichen späteren Verwendungsmöglichkeiten in der Nutzungskaskade ist ein weiterer, klimatechnischer Vorteil“, betonte Minister Hauk. Das Land lege dazu bei eigenen Bauvorhaben eine qualifizierte Nachhaltigkeitsbewertung über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes zugrunde. „Um die Berücksichtigung der Baustoffwahl, beispielsweise Bauen mit Holz, bei der Kreditvergabe in Bewertungssystemen für das nachhaltige Bauen weiter voranzutreiben, entwickelt Baden-Württemberg geeignete Modelle“, so Hauk. Das Land prüfe entlang der Ressortverantwortung die Möglichkeit, in den jeweiligen Förderprogrammen des Landes einen Förderbonus einzuführen, der für Bauherren Anreize schafft, Ökobilanzen als Grundlage für die Baustoffauswahl zu erstellen.

Holzbau kann rasche und qualitätsvolle Lösungen bieten

„Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Baden-Württemberg steigt. Holzbau kann sowohl in den urbanen Zentren als auch im ländlichen Raum insbesondere im größer dimensionierten Mietwohnbau und im Rahmen der Verdichtung rasche und qualitätsvolle Lösungen bieten“, sagte Peter Hauk. Zur Verdichtung bedürfe es des Einsatzes leichter Materialien. Zusätzlich biete der Ingenieurholzbau geeignete Produkte für den Gewerbe- und Industriebau. „Mit dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) bietet Baden-Württemberg ein umfassendes Förderangebot für die strukturelle Entwicklung von Kommunen insbesondere im Ländlichen Raum. Um den Einsatz von nachhaltigen, Kohlenstoff speichernden Baustoffen wie z.B. Holz im ELR noch attraktiver zu machen, wurden in der Ausschreibung für das Programmjahr 2019 besondere Bestimmungen aufgenommen“, betonte der Minister. Zukünftig erhalten alle ELR-Projekte, die überwiegend nachwachsende Rohstoffe als Baustoff einsetzen - in der Regel dürfte das vor allem Holz sein -, einen um fünf Prozent-Punkte erhöhten Fördersatz, sofern dies die beihilferechtlichen Regelungen zulassen.

Die Finanzplanung der Holzbau-Offensive Baden-Württembergs ist zunächst auf fünf Jahre angelegt. Im Rahmen der Holzbau-Offensive entsteht voraussichtlich ein Finanzbedarf für die Jahre 2019-2023 von insgesamt 16,59 Millionen Euro. Im Regierungsentwurf des Nachtragshaushalts für das Jahr 2019 sind 2,5 Millionen Euro vorgesehen.

Baden-Württemberg kann alles – auch Holzbau

Mit Blick auf die ausgezeichneten Objekte des Holzbaupreises sagte Professor Stephan Birk, freier Architekt und Lehrender an der technischen Universität in Kaiserslautern: „Die Objekte der Preisträgerinnen und Preisträger stehen für einen vielfältigen faszinierenden und höchst anspruchsvollen Holzbau." In einer unabhängigen Jurysitzung wählten acht unabhängige Architekten und Holzbauingenieure aus den 110 Einreichungen die Preisträger aus. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mit Minister Peter Hauk MdL als Schirmherr des Holzbaupreises, der Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg und der Landesbeirat Holz e.V. lobten in den vier Kategorien Wohngebäude, Kindergärten und Kindertagesstätten, Gewerbe- und Ingenieurbau sowie im Bereich der Versammlungsstätten, Kultur- und Sakralbauten je einen Preis aus.

  • Den Preis in der Kategorie ‚Wohngebäude‘ erhielt der Geschosswohnungsbau Kamorstraße, Konstanz.
  • Den Preis in der Kategorie ‚Kindergärten und Kindertagesstätten‘ erhielt das Kinderhaus Franziskus, Stuttgart.
  • Den Preis in der Kategorie ‚Gewerbe- und Ingenieurbau‘ erhielt die Salzlagerhalle Geislingen.
  • Den Preis in der Kategorie ‚Versammlungsstätten, Kultur, Sakralbau‘ erhielt das Gemeindezentrum Petrusgemeinde, Wiesloch.

Weitere Informationen Holzbau-Initiative des Landes