Forst

Warnung vor herabfallenden Ästen, Absperrungen in Wäldern unbedingt einhalten

Teilweise fehlende Belaubung bei erkrankter Buche (Bild: © FVA - Jörg Grüner)
Kranke und abgestorbene Buchen auf dem Schönberg bei Freiburg

„In vielen Wäldern Mitteleuropas und damit auch in Baden-Württemberg ist die Baumart Buche durch die Dürreperioden der letzten Jahre so stark geschwächt, dass viele von ihnen aufgrund von Wassermangel absterben oder massiv von Pilzen oder Schadinsekten befallen werden. Trockenheit und Hitze schwächen die Bäume und fördern die Insekten. Wir werten diese Gesamterscheinung als eine Folge des Klimawandels“, sagte Forstminister Peter Hauk MdL am Freitag (12. Juli) in Stuttgart. Vor allem der Buchenborkenkäfer und der Buchenprachtkäfer würden dieser mit einem Anteil von rund 22 Prozent für Baden-Württemberg sehr wichtigen Baumart zusetzen. Auch könnten sich im Schadverlauf Buchenkomplexkrankheiten und der sogenannte Buchenkrebs verstärkt entwickeln.
 
„In betroffenen Buchenwäldern besteht zunehmend eine Gefahr für Waldbesucher durch plötzlich herabfallende dürre Äste. Diese können zum Teil sehr groß und schwer sein. Daher ist bei einem Waldbesuch besondere Vorsicht geboten“, sagte der Minister. Aufgrund der Gefahrensituation könne es zum Schutz der Waldbesucher im äußersten Fall auch zur zeitweisen Absperrung einzelner Wege bis hin zu ganzen Waldgebieten kommen. Zur eigenen Sicherheit seien die Waldbesucher gehalten, die Absperrungen zu beachten.

„Bereits zum Ende der ersten Jahreshälfte 2019 sind in Baden-Württemberg mit über 50.000 Kubikmetern mehr Dürre- und Insektenschadholz bei der Baumart Buche zu verzeichnen, als im gesamten Jahr 2004, dem Folgejahr nach dem Extremsommer 2003“, betonte der Minister. Diese Zahl werde sich noch deutlich erhöhen, da bislang erst rund zehn Prozent des Schadholzes aufgearbeitet und erfasst seien. Besonders starke Schäden seien entlang des Oberrheingrabens, im Neckarland, im südlichen Schwarzwald, im südwestdeutschen Alpenvorland und im östlichen Neckarland zu verzeichnen. Zu erkennen seien erkrankte Buchen an unvollständigem oder fehlendem Blattwerk, verformter oder abplatzender Rinde und absterbenden Ästen bis hin zu ganzen Baumkronen.
 
Die abgestorbenen Bäume würden überall dort vordringlich entnommen, wo Aspekte der Verkehrssicherung dies notwendig machen. „Im Zweifelsfall hat der Schutz der Waldbesucher und Waldarbeiter Vorrang“, betonte Hauk. Die Situation sei für die Forstbetriebe schwierig, da viel Personal und Maschinen in der Aufarbeitung von Käferholz in Nadelwaldbeständen gebunden sei. Aufgrund eines geringen Waldschutzrisikos in der Buche würden die abgestorbenen Bäume mancherorts erst zu einem späteren Zeitpunktentnommen oder dort, wo möglich und sinnvoll, als ökologisch wertvolles Totholz in den Wäldern belassen.
 
„Die ausgefallenen Buchen werden ganz überwiegend durch die natürliche Verjüngung ersetzt. Dort, wo notwendig, wird mit standortsgeeigneten Baumarten nachgepflanzt“, betonte Minister Hauk.

Hintergrundinformationen:

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage des Landesbetrieb ForstBW www.forstbw.de und der Homepage der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) www.fva-bw.de.