Flächenverbrauch

Folgeprojekt MELAP+ zur Eindämmung des Flächenverbrauchs

"Der Flächenverbrauch ist in einem dicht besiedelten Land wie Baden-Württemberg ein großes Thema. Im Jahr 2007 beispielsweise wurden täglich durchschnittlich rund 10,3 Hektar für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen. Insbesondere im Ländlichen Raum ist der Verbrauch neuer Flächen nach wie vor zu hoch. Der 'MELAP-Gedanke' ist eine Antwort, um diese Entwicklung zu stoppen", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Montag (4. Januar) in Stuttgart.
 
In den vergangenen Wochen hatte das Ministerium in den vier Regierungsbezirken Informationsveranstaltungen zum Folgeprogramm des 'Modellprojekts Eindämmung des Landschaftsverbrauchs durch Aktivierung des innerörtlichen Potenzials' (MELAP) durchgeführt. Über 200 Vertreter der kommunalen Seite hatten sich über das Programm Informationen eingeholt. "Es ist sehr erfreulich, dass so viele Kommunen ihr Interesse bekundet haben und sich Gedanken über die Entwicklung ihrer Ortskerne machen. Das zeigt, dass die Bemühungen und die eingesetzten Fördermittel für den Landschaftsschutz gerechtfertigt sind", betonte Minister Hauk.
 
Um die vielfältige Kulturlandschaft in Baden-Württemberg langfristig zu erhalten, müsse der Landschaftsverbrauch auf ein Minimum reduziert werden, so Hauk. Mit diesem Vorhaben und der Umsetzung durch MELAP, sei Baden-Württemberg Vorreiter im Bundesgebiet. In den vergangenen Jahren hätten bereits 13 Gemeinden modellhafte Lösungen zur Vermeidung von Neubaugebieten im Außenbereich realisieren und Verfahren zur Aktivierung innerörtlicher Potenziale erproben können.
 
Das MELAP-Programm lief Ende 2008 aus. Die Landesregierung habe sich auf Grund des Erfolgs und des großen Interesses der Kommunen entschlossen, das Projekt MELAP+ folgen zu lassen. Auch dieses Programm leiste einen Beitrag um die Ortskerne zu stärken. So könnten beispielweise ungenutzte ehemalige landwirtschaftliche Anwesen in Wohngebäude umgebaut, Freiflächen geschaffen und Baulücken geschlossen werden. "Es ist wichtig, den Kommunalpolitikern, aber auch den Bewohnern des ländlichen Raums bewusst zu machen, wie bedeutend es ist, mit Grund und Boden achtsam umzugehen", erklärte der Minister.
 
Für das Fortsetzungsprogramm MELAP+ werden landesweit zwischen acht und zwölf neue Modellorte gesucht. Die Höhe der bereitgestellten Zuschussmittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) für den Modellzeitraum ist von der Größe und der Problemlage in dem zu entwickelnden Ort abhängig und bewegt sich etwa in der Größenordnung zwischen 500.000 Euro und 1.500.000 Euro je Modellort. Die Gemeinden sollten klassische Probleme der Innenentwicklung aufweisen und motiviert sein, diese Probleme mit hohem Anspruch zu lösen. Die Ausschreibung für MELAP+ endet am 30. April 2010.

Quelle:

Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum