Raupen des Eichenprozessionsspinners werden zum Schutz der Menschen bekämpft

"Die Eichenwälder im Land sind gerade grün geworden, da werden sie in den wärmeren Regionen des Landes schon wieder kahl. Ursache hierfür sind die gefräßigen Raupen des Eichenprozessionsspinners, erklärte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am Montag (8. Mai) in Mühlhausen (Rhein-Neckar-Kreis). Besonders betroffene Gebiete seien die Oberrheinebene zwischen Lörrach und Mannheim, das Kraichgau, der mittlere und untere Neckar ab Tübingen, Bauland und Taubergrund sowie angrenzende Gebiete.

"Die stark behaarten Raupen des Eichenprozessionsspinners bedeuten für einen gewissen Personenkreis ein gesundheitliches Risiko", betonte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz MdL. Deren winzige Mikrohaare könnten bei empfindlichen Menschen Hautreizungen und Allergien bis hin zu asthmaartigen Symptomen   auslösen. Der Kontakt mit diesen Raupen, die bis Mitte Juli auftreten, sollte daher unbedingt vermieden werden. Bei körperlichen Beschwerden nach einem Kontakt rät die Arbeits- und Sozialministerin den Arzt aufzusuchen.

"Das Vorkommen der Raupen ist unbedingt den Forstdienststellen oder den Bürgermeisterämtern mit zu teilen, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden könnten", ergänzte Minister Hauk. "In besonders schwierigen Fällen müssen die Raupen von fachkundigen Spezialisten bekämpft werden. Vor Selbsthilfe, zum Beispiel in Hausgärten, kann ich nur warnen", unterstrich der Minister. Er wies darauf hin, dass in besonders gefährdeten Waldbereichen auf voraussichtlich rund 610 Hektar die Raupen zum Schutz der Menschen im Mai bekämpft würden. Die Bekämpfung werde mit einem für die menschliche Gesundheit unbedenklichen und ökologisch verträglichen Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis (B.t.) vom Hubschrauber aus kleinflächig durchgeführt. Davon sind die Landkreise Böblingen, Enzkreis, Heilbronn, Karlsruhe, Ludwigsburg, Ortenau und Rhein-Neckar-Kreis betroffen.

Der Bazillus wird beim Fraß der Blätter von den Raupen aufgenommen. Nach rund zehn Tagen auf den Blättern verliert das Mittel seine Wirksamkeit. Vögel, Säugetiere, Bienen und Fische werden durch den Wirkstoff nicht beeinträchtigt. Falls die Schmetterlingspopulationen nicht bereits in diesem Jahr durch die Ausbringung des Pflanzenschutzmittels, Nahrungsmangel, Einwirkung von Krankheiten, Parasiten und andere natürliche Feinde wie beispielsweise Vögel dezimiert werden, kann sich das Kahlfraßgeschehen im nächsten Jahr wiederholen. In einigen Regionen findet bereits der zweite oder sogar schon der dritte Fraß hintereinander statt. Die kahl gefressenen Eichen werden im Laufe des Junis wieder ergrünen, weil sie aus "Reserveknospen" wieder neu austreiben können.

In einigen durch die extreme Trockenheit 2003 und den Kahlfraß in den Vorjahren stark vorgeschädigten Eichenwäldern in den Landkreisen Heilbronn, Hohenlohe und Ludwigsburg werden auch die Raupen der Frostspanner und des Eichenwicklers zum Schutz des Waldes auf insgesamt rund 350 Hektar ebenfalls mit dem Pflanzenschutzmittel B.t. bekämpft.

Quelle:

Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum