Biodiversität in der Landwirtschaft

Biodiversität

Biodiversität in der Landwirtschaft

  • Biodiversität in der Landwirtschaft

    Bild: René Greiner

Knapp 85 % aller Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen. Das Interesse der Landwirtschaft ist groß, die Lebensbedingungen der Blütenbestäuber zu erhalten und so günstig wie möglich zu gestalten.

Die Biodiversität bietet für unsere Landwirtschaft viele Vorteile. Nicht nur Bestäubungsleistungen durch Insekten, sondern auch die natürliche Bodenfruchtbarkeit, die Reduktion von Schädlingen, die Regulation des Kleinklimas und die Unterstützung des Hochwasser- und Erosionsschutzes unter anderem durch Makroporen der Regenwürmer. Sie sind kostenlose Schätze, welche uns die Biodiversität von Natur aus zur Verfügung stellt.

Bereits jetzt bestehen eine Reihe von Regelungen, Förderprogrammen und Konzepten zur Stärkung der Biodiversität. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) enthält verschiedene Elemente, dem Artenverlust entgegen zu wirken und fördert ökologisch orientierte Anbaumethoden, welche die Biodiversität erhalten. So sind Direktzahlungen an das Erbringen der Umweltleistungen Grünlanderhalt, Anbaudiversifizierung und ökologische Vorrangflächen gebunden. Über den Maßnahmen und Entwicklungsplan Baden-Württemberg (MEPL III) fördert das Land freiwillige Leistungen für den Erhalt der Kulturlandschaft und den Umwelt- und Klimaschutz, welche über die Grundanforderungen an Düngung und Pflanzenschutz und Greening-Auflagen hinaus gehen, wie Blühflächen, biologischer Pflanzenschutz, Ökolandbau und extensive Landbewirtschaftung.

Mit der Teilnahme am Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) und der Landschaftspflegerichtlinie (LPR) und Maßnahmen wie zum Beispiel Brachen, Brachebegrünungen mit Blühmischungen, Pufferstreifen, Zwischenfrüchte und Altgrasstreifen leistet die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Kulturlandschaft.

Gerade kleinere Flurstücke, ungünstig geschnittene Flurstücke, Flurstücke mit geringem Ertragsniveau, flachgründige, oder vernässte Stellen bringen bei der Umwidmung in Flächen für die Biodiversität arbeitswirtschaftliche Erleichterung. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Maßnahmen sinnvoll in die jeweilige Flächenausstattung und Arbeitsabläufe der Betriebes eingebunden werden.

Um Landwirte bei der Frage zu unterstützen, wie sie die Biodiversität auf ihren Flächen weiter fördern und gleichzeitig ihren Betrieb wettbewerbsfähig gestalten können, bietet das Land Baden-Württemberg seit 2015 eine zu 100 % geförderte Biodiversitätsberatung an.