Biodiversität

Projekte aus dem Bereich Landwirtschaft

Feldränder

Projekte zur Weiterentwicklung von Maßnahmen des Förderprogramms für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) und des Streuobstbereichs

FAKT Maßnahme E 2.1 - Brachebegrünung mit Blühmischungen

Die ursprüngliche maximale Flächenrestriktion von 5 ha je Betrieb wird ab 2018 auf 7 ha je Betrieb angehoben.

FAKT Maßnahme Niederwild

Ab 2019 wird die neue FAKT-Maßnahme E7 "Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen" angeboten werden. Sie ist 5 Jahre lang auf der gleichen Fläche vorzunehmen. Die Mindestgröße des Einzelschlags beträgt 0,5 ha und der maximal mögliche Teilnahmeumfang je Betrieb 2 ha.

Diversifizierung des Silo- und Energiemaisanbaus im konventionellen und ökologischen Landbau - Mischanbau Bohnen-Mais

Mais ist aufgrund seiner herausragenden Flächeneffizienz und Wirtschaftlichkeit derzeit die am häufigsten angebaute Kulturpflanze zur Futter- und Biogassubstratgewinnung. Wegen seiner potenziell ungünstigen Wirkungen, insbesondere auf die Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität, steht er jedoch in der Kritik.
Deshalb wird in einem gemeinsamen Projekt des LTZ Augustenberg mit der Uni Hohenheim ein Gemengeanbau im Silo- und Energiemaisanbau forciert.

Erste Tastversuche zu einem Mais-Bohnen Anbau erfolgten bereits 2012 an der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit der KWS Saat AG.

Offene Fragen sind die Produktionstechnik des Gemengeanbaus, die Silierfähigkeit für die Rinderernährung, sowie der Futterwert bei Rindern (der für die Gesundheit der Wiederkäuer schädliche Phasingehalt begrenzt den Bohnenanteil in Futterrationen). Es werden auch andere Mischungspartner für einen intercropping-Anbau, wie beispielsweise Kürbisse oder andere Leguminosen getestet. Dies wurde in Deutschland bislang noch nicht geprüft. Ebenfalls sind Fragen zur Standorteignung sowie zur Rohstoffqualität unter den Bedingungen der konventionellen bzw. der ökologischen Bewirtschaftung zu untersuchen und die Vorteile des Gemengeanbaus in Bezug auf Biodiversitäts- und Umwelteffekte herauszuarbeiten. So bieten beispielsweise die Blüten der Leguminosen vielen Insekten eine Nahrungsquelle.

Verzicht auf chemische Unkrautbekämpfungsmittel im Unterstockbereich im Weinbau

In dem Projekt wird eine Unkrautbekämpfung mit mechanischen Arbeitsverfahren als Ersatz für den Herbizideinsatz erarbeitet. Für die Bearbeitung im Unterstockbereich stehen bereits eine Vielzahl maschineller Arbeitsverfahren zur Verfügung, die den Bodenbereich unterschiedlich tief bearbeiten oder nur oberflächlich den Unterwuchs mulchen bzw. abschlagen. Die verschiedenen Verfahren sollen dabei gezielt weiter erprobt werden.

Zu beachten ist dabei immer, dass ein Aufwuchs im Unterstockbereich jedoch immer eine Konkurrenz für die Weinrebe um Nährstoffe und Wasser darstellt.

Wildbieneneinsatz im geschützten Anbau

Gegenwertig ist es gängige Praxis zur Bestäubung bei Beerenobst in geschützten Kultur-systemen, im Gewächshaus, in Tunnel oder Regenkappen Hummelvölker einzusetzen. Diese eignen sich besser als Honigbienen, da sich Honigbienen beim Flug an der Sonne ausrichten und sich deshalb oft im Giebelbereich unter den Folienüberdachungen ansammeln und verenden.

Die eingesetzten Hummelvölker haben jedoch nur eine sehr geringe Lebenszeit von wenigen Wochen. Es wäre wünschenswert hier alternative Insektenarten zur Bestäubung zu finden, die sich dauerhaft in den Anlagen etablieren lassen und somit die Vielfalt an bestäubenden Insekten steigern.

Modellprojekt – Weiterbildung in der Pflege von Obsthochstämmen und der Streuobstwiesenpflege unter besonderer Berücksichtigung von Biodiversitätsaspekte

Mit dem Projekt des Kompetenzzentrums Obstbau Bodensee (KOB) soll die Obsthochstammpflege als Teilgebiet der modernen Baumpflege etabliert und professionalisiert werden. In diesem Projekt sollen auch verstärkt die Auswirkungen der Pflege auf die Stabilität und Gesundheit der Bäume in Betracht gezogen werden. Stabilität und Baumgesundheit sind die wesentlichen Voraussetzungen für langlebige Bäume und somit für einen langen Bestand einer Streuobstwiese. Außerdem soll die Bewirtschaftung des Unterwuchses zur Etablierung eines artenreichen Grünlandes fachlich aufbereitet werden.

Nutzung von PIK-Maßnahmen als Instrument zum Erhalt landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz soll eine Kompensation von Baumaßnahmen vorrangig durch Bewirtschaftungs- oder Pflegemaßnahmen erfolgen. Bei dieser produktionsintegrierten Kompensation (PIK) sind somit landwirtschaftlich genutzte Flächen durch geeignete Maßnahmen ökologisch aufzuwerten, können aber weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden und den Bewirtschaftern sogar Zusatznutzen erbringen (z.B. aktive Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft, Biodiversitätsmaßnahmen für Vermarktungsstrategien).
Mit dem vorliegenden Projekt soll das Instrument der produktionsintegrierten Kompensation zum Erhalt von landwirtschaftlichen Flächen für die Produktion etabliert und in möglichst vielen Regionen des Landes ausgeweitet werden.

Nutzung von PIK-Maßnahmen als Instrument zum Erhalt landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion (Landsiedlung Baden-Württemberg):
Video zum ThemaWeitere Informationen

Maßnahmen und Projekte im Handlungsfeld "Regenerative Landwirtschaft und Biodiversitätsberatung"

Untersuchungs- und Demonstrationsvorhaben Regenerative Landwirtschaft mit Systembewertung (mit Versuchsstandort Bettenreute)

Zum System „Regenerative Landwirtschaft“ gibt es noch keine wissenschaftlich fundierte Literatur. Durch Zwischenfrüchte und Untersaaten wird organisches Material in den Boden eingebracht, das von der Bodenmikroflora als Nahrungsquelle genutzt wird, wodurch Nahrungsnetze stimuliert werden und auch die Makrofauna, wie Regenwürmer, profitieren könnten. Positive Auswirkungen bestehen dabei auf die biologische Vielfalt der Pflanzenarten auf den Äckern und können so wichtige Leistungen zum Boden-, Erosions-, Wasser- und Klimaschutz beitragen.

In dem Projekt wird es Untersuchungen zum doppelten Zwischenfruchtanbau (eine Zwischenfrucht direkt in Anschluss an die Ernte, eine zweite winterharte vor Winter, die dann über den Winter stehen bleibt), Bodenleben, Humusaufbau, und den Wirkungen von „effektiven Mikroorganismen“ (EM), sowie einen Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden geben.

Falls sich die Hypothesen des Systems bestätigen, können der Pflanzenschutz- und Düngemitteleinsatz reduziert werden und neue Agrarumweltfördermaßnahmen etabliert werden.

Blühende Randstreifen zur Förderung der floristischen und faunistischen Artenvielfalt im intensiv genutzten Grünland

Im intensiv genutzten Grünland besteht das Problem, dass große Flächen auf einmal gemäht werden und so der Rückzugsraum von vielen Tieren kurzfristig stark beeinträchtigt wird.

Deshalb werden ungemähte Ausweichflächen benötigt, in die sich betroffene Tiere flüchten und die sich in den Teilpopulationen ungestört weiterentwickeln können. Dieses könnte durch alternative Bewirtschaftungsmaßnahmen wie Mosaikmahd, Stehenlassen von Altgrasstreifen oder Schaffung von Rotationsbrachen erreicht werden. Es sollen daher im vorliegendem Projekt mehrere Varianten von alternativ bewirtschafteten, möglichst blühenden Randstreifen in Hinblick auf ihren Erfolg zur Erhöhung der Biodiversität untersucht und die entsprechenden Mindererträge quantifiziert werden.

Beratungsunterlagen - Herausgabe von Augustenberger Beratungshilfen

"(Un)kräuter und (Un)gräser im und am Acker", "Arten in Erhaltungsmischungen", "Arten in Zwischenfruchtmischungen

Landesgartenschauprojekt "blühende Trittsteine" im Rahmen der Remstal Gartenschau 2019

Im Rahmen der Remstal Gartenschau sollen entlang des Flusses Rems verschiedene blühende Flächen angelegt werden, um somit den Besucher auf die Biodiversitätssteigernde Wirkung dieser Flächen hingewiesen werden. Weiter soll eine Internetplattform programmiert werden, auf der man detailliertere Informationen erhält. Projektträger ist der württembergische Imkerverband.

Bienenfachberatung Schaffung von zwei halben Projektstellen an den Regierungspräsidien

Die Information, Weiterbildung und Beratung der Imker hinsichtlich Biodiversität soll intensiviert werden. In enger Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Bienenkunde in Hohenheim, den Imkervereinen und Imkern, den unteren Landwirtschaftsbehörden, und den Landschaftserhaltungsverbänden sollen  beispielsweise pflanzenbauliche Anbausystemen mit hoher Tracht, auch im Sommer (blütenarme Zeit) entwickelt und in der Landwirtschaft umgesetzt werden.

Aufbau eines Netzwerkes von Pollensammlern und Identifizierung geeigneter Regionen zur Gewinnung von qualitativ hochwertigem Blütenpollen

Blütenpollen enthält eine Vielzahl ernährungsrelevanter Inhaltstoffe, wie Proteine, essentielle Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Im Bienenvolk dient er, neben dem Nektar und Honigtau, als wichtigstes Sammelgut, das für die erfolgreiche Aufzucht von Jungbienen unentbehrlich ist. Bienenvölker nutzen dazu parallel eine Vielzahl von Pflanzenarten, um eine ausgewogene Versorgung sicherzustellen. Für den Menschen kann Blütenpollen, als Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls hoch interessant sein. Vor allem der Anteil essentieller Aminosäuren, die wir über die Nahrung zu uns nehmen müssen und die hohen Vitamingehalte, machen Blütenpollen wertvoll. Deshalb ist Blütenpollen seit vielen Jahrzehnten hauptsächlich ein importiertes und in Reformhäusern angebotenes Bienenprodukt. Hauptproduzenten von Blütenpollen (Pollenhöschen), sind Spanien, Bulgarien und Ungarn. Als Haupthindernis muss der Zeitaufwand und die technischen Anforderungen für die Reinigung und spätere Konservierung gesehen werden. Dazu kommen noch die Unsicherheiten bezüglich der Qualitäten, die an unterschiedlichen Standorten gewonnen werden können. Das Projekt zielt darauf ab, Gebiete zu identifizieren die für das Pollensammeln geeignet sind. Dabei wird eine Zusammenarbeit mit interessierten Imkern und eine Betreuung (Pollenkurse) dazu angestrebt, wie man eine Kontamination mit Mikroorganismen durch falsche Pollenlagerung vermeidet.

Charakterisierung der Qualität von Blütenpollen
(Friedle, D'Alvise, Wallner und Hasselmann, pdf)

Heimischen Bienenpollen ernten
(aus: bienen & natur, Carolin Friedle, pdf)

Schaffung einer Projektstelle an der LEL für den Aufbau der Gesamtbetrieblichen Biodiversitätsberatung (GBB) – Kommunikation und Bildung

Um die Landwirte bei der Frage zu unterstützen, wie sie die Artenvielfalt auf ihren Flächen weiter fördern und gleichzeitig ihren Betrieb wettbewerbsfähig gestalten können, stellt ihnen das Land seit 2015 eine geförderte Biodiversitätsberatung in Form von Modulen als vielseitiges Beratungsangebot zur Verfügung.

Mit dem vorliegenden Kommunikations- und Bildungsprojekt soll die Biodiversitätsberatung weiter etabliert werden. Ein Bündel von Maßnahmen soll ergriffen werden, so soll beispielsweise Biodiversität ein Schwerpunkt in der Aus-, Fort- und Weiterbildung werden. Dafür sollen, insbesondere für den Fachschulunterricht Lerninhalte einschließlich didaktischer Konzepte und Materialien – unter der Berücksichtigung „digitaler Lernwege“ – entwickelt und eingesetzt werden. Weiter sollen positive Beispiele der GBB erhoben und aufbereitet (Best Practice-Beispiele) werden, ebenso wird versucht Betriebsleiter/innen zu gewinnen, die bereit sind, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Auch sollen sich Landwirtschaft und Naturschutz (Verwaltung und Verbände) in gemeinsamen Fortbildungen und Projekten mit der GBB auseinandersetzen und ihre Verbreitung unterstützen.

Projekt Gesamtbetriebliche Biodiversitätsberatung (GBB) – Kommunikation und Bildung

Projekte im Handlungsfeld "Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln"

Praxis-Netzwerk zur Erprobung der nicht-chemischen Unkrautkontrolle und mechanisch-digitaler Verfahren im Ackerbau z.B. Hackroboter, Sternrollhacken

Die Verfahren und Technologien im nicht-chemischen Pflanzenschutz insbesondere bei der mechanischen Unkrautregulierung, haben sich so weiter entwickelt, dass diese auch im konventionellen Anbau vergleichbare Wirkungsgrade und Praxisreife haben, bei stärkerer Umweltschonung, wie der bisherige Herbizideinsatz.
Es soll gezeigt werden, dass durch sensorgesteuerte Hacksysteme auch Körnerleguminosen als ökologische Vorrangfläche im Greening trotz Herbizidverbot erfolgreich angebaut werden können.

Durch den Einsatz einer sensorgesteuerten Hacke in praxisübliche enge Drillreihenweiten in Wintergetreide und Leguminosen (Erbsen und Soja), kann die Unkrautkontrolle insbesondere bei Herbizid resistenten Ungräsern (Wintergetreide) bzw. vorhandenen Herbizidwirkungslücken (Leguminosen) optimiert werden. Durch die Überwindung von Wissens- und Erfahrungslücken in der Praxis kann die Akzeptanz der Verfahren des nicht-chemischen Pflanzenschutzes gesteigert werden.

Entwicklung einer Modell-Obstanlage zur Erarbeitung einer praxisnahen Abdriftreduktionsstrategie

Die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln stellt v.a. in Raumkulturen (Obst, Wein und Hopfen) im Hinblick auf Schutz von Gewässern, Saumstrukturen und angrenzenden sensiblen Nachbarkulturen eine große Herausforderung dar. Die Ziele des Projektes sind deshalb: Welches Material (Netz, Gewebe, etc.) eignet sich für eine künstliche Obstanlage, die hinsichtlich ihres Abscheidegrades für Pflanzenschutzmittel wie auch der Luftströmungsdynamik beim Durchfahren mit Sprühgeräten einer repräsentativen natürlichen Obstanlage nahe kommt und dabei standardisierte, reproduzierbare Messwerte liefert? Wie muss das Gerüst der Modellanlage konzipiert sein um damit in der Praxis gängige Baumformen und Kronenhöhen abbilden zu können? Somit soll dann eine praxisnahe Abdriftreduktionsstrategie erarbeitet werden können, da vor allem die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse in der künstlichen Modellobstanlage einen großen Vorteil darstellt und die Grundlage für eine weitergehende Forschung ist.

Weiterentwicklung des Prognosesystems VitiMeteo im Weinbau

Das Prognosesystem VitiMeteo im Weinbau wird unter Einbeziehung von Wetterdaten in der Beratung und als Praxis-Werkzeug zur Optimierung des Pflanzenschutzes benutzt. Die Architektur und die Softwaremodule von VitiMeteo sind nach über 15-jähriger Nutzung allerdings veraltet. Innovationen sind deshalb dringend erforderlich, um VitiMeteo an die veränderten Produktionsbedingungen (z.B. Klimawandel und Verbreitung neuer Schaderreger wie die Kirschessigfliege) anzupassen. Das auch in der Schweiz, im Elsass und in anderen Bundesländern eingesetzte Erfolgsmodell VitiMeteo soll folglich weiterentwickelt werden, um im Zuge der Digitalisierung der Landwirtschaft nach wie vor eine Vorreiterrolle einzunehmen und die Weinwirtschaft in Baden-Württemberg weiterhin optimal zu fördern.

Weitere Reduktion chemischer und synthetischer Pflanzenschutzmittel: Einrichtung eines ökologischen Versuchsfeldes in Oberschwaben

In Südwürttemberg haben viele Betriebe in den letzten Jahren auf ökologischen Landbau umgestellt. Um den spezifischen Bedingungen und Kulturen  in der Region auch versuchstechnisch gerecht zu werden, soll ein Versuchsfeld eingerichtet werden.

Projekte im Handlungsfeld "Schutz Genetische Ressourcen"

Züchtung von Bohnen für den Mischanbau mit Mais an der Landessattzuchtanstalt in Hohenheim

Mais und Bohnen verbindet eine Koevolution in ihren nord-, mittel- und südamerikanischen Herkunftsländern. Mehr als 2000 Jahre sind sie zusammen angebaut und aufeinander hin selektiert worden. Deshalb ist es aussichtsreich, den beiden Kulturarten auf züchterischem Weg ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Mischkultur zurückzugeben. Die Mischkultur von Mais mit Stangenbohnen hat das Potenzial, Ertragsleistung, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit zu vereinen. Der Mais fungiert als Leistungsträger, die Bohne bringt für Insekten und Bodenbrüter nutzbare Biodiversität in die Feldbestände und stellt eine flexible Stickstoff-Quelle dar. Um das Mais-Bohnen-System auszuweiten und die volle Biodiversitätsleistung dieses Systems auszuschöpfen, benötigt es somit neue Bohnensorten, welche kühletolerant, kleinkörnig, spätreif, biomasse- und proteinreich und daher an den Mais optimal angepasst sind.

Emmer – Anbau und Verarbeitungseigenschaften für die heimische Wertschöpfungskette an der Landessattzuchtanstalt in Hohenheim

Emmer (Triticum turgidum ssp. dicoccum) ist der Urweizen der neolithischen Revolution, der Jahrtausende lang die Hauptgetreideart der Menschheit darstellte. Aktuell wird sein Wiederanbau sehr kleinflächig versucht, was vor allem aber an der fehlenden Kenntnis zum Anbau und Verarbeitungseigenschaften und insbesondere an der Wahl geeigneter Sorten für die heutige Landwirtschaft scheitert. Eine weltweit einmalige Sammlung von ca. 150 alten Emmersorten soll zusammen mit den baden-württembergischen Pflanzenzüchtungsfirmen Pflanzenzucht Oberlimpurg sowie Südwestdeutsche Saatzucht an drei Orten angebaut und agronomisch auf deren Eignung für die heimische Landwirtschaft geprüft werden. Dafür werden alle Probemuster in Hohenheim auf Proteingehalt, Sedimentationswert, Hektolitergewicht, und Korngröße untersucht. Zudem sollen wichtige rheologische Tests am Teig, wie das Farinogramm und Extensogramm, sowie ein Backversuch an allen Mustern durchgeführt werden.

Neukonzeption und Ausbau des Sortenerhaltungsgartens für Birne am Kompetenzzentrum für Obstbau

Im Rahmen des Domänenkonzeptes des Landes Baden-Württemberg wurde ein Sortenerhaltungsgarten für heimische Birnensorten auf dem "Unteren Frickhof" bei Owingen-Billafingen angelegt. Es gilt nun eine Konzeption zu erarbeiten, um die Sammlung weiter auszubauen und die Erhaltung der genetischen Ressourcen bei Birne in wissenschaftlicher und nachhaltiger Art und Weise langfristig abzusichern.

Erhaltung der Farbvielfalt in der Schwarzwälder Kaltblutzucht

Die einzige Schimmelstute ist mischerbig hinsichtlich des Schimmelgens, weshalb das Ziel des Projektes ist, die Vermehrungsrate zu erhöhen. Zur Erhaltung der Schimmelfarbe bietet sich deshalb der Embryotransfer an, der im Haupt- und Landgestüt Marbach in Zusammenarbeit mit dem Pferdegesundheitsdienst Baden Württemberg durchgeführt werden kann.

Erhaltungszucht und Sortenverbesserung zur Rettung von Rote Liste-Sorten sowie zur Verbreiterung des Gemüseangebots im Handel durch ProSpecieRara Deutschland

Obwohl die „Rote Liste“ nun bereits seit mehreren Jahren zur Verfügung steht (die erste Version wurde im Dezember 2009 zusammen gestellt), wurde sie bisher noch nicht als Instrument genutzt – weder zur gezielten Auswahl von Sorten mit interessanten Eigenschaften, die vor dem Aussterben zu retten sind, noch als Kommunikationsmittel für die Konsumenten. Mit diesem Projekt soll also erstmalig in Deutschland die wissenschaftliche Grundlage der „Roten Liste“ praktisch genutzt werden: Wir retten die Rote Liste-Sorten, indem diese gesichtet sowie erhaltungszüchterisch bearbeitet werden und wo möglich wieder so im Anbau (durch Haus- und Erwerbsgärtner) etabliert werden, dass sie nicht länger vom Aussterben bedroht sind. Für die Vermarktung und Kommunikation nutzt ProSpecieRara das Prinzip „Rote Liste“ nun im Rahmen des Projekts „Vielfalt schmeckt“ (Laufzeit März 2017 - Februar 2020, gefördert von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Fördermaßnahme des BÖLN).

Projekte zum Fischartenschutz und dem Umgang mit invasiven Arten

In diesem Projekt soll begleitend untersucht werden, wie die morphometrische und genetische Vielfalt beim Wildkarpfen als weit verbreitete Art bei vermutlich starker genetischer Überformung durch Besatz ist. Vergleichend soll als seltene, inselartig vorkommende Spezies die Karausche in die Untersuchung miteinbezogen werden.

Diese Informationen sind relevant, um darauf aufbauend Entscheidungen für Erhaltungsmaßnahmen sachgerecht ableiten zu können. Hierzu sollen Fischbestände in ausgewählten Gewässern beprobt werden, um eine möglichst repräsentative Erhebung von phänotypischen Ausprägungen und Allelen der beiden Arten in baden-württembergischen Gewässern zu erreichen. Die morphometrische Ausprägungen sollen anhand von Landmarken an Fotografien in der FFS erarbeitet werden, die genetische Untersuchung des Materials soll extern erfolgen.