Tierseuchenverbreitung vermeiden

Tierseuchen

Tierseuchenverbreitung im Reiseverkehr vermeiden

Einfuhrregelungen für tierische Erzeugnisse für den persönlichen Verbrauch in die EU

Ende Juni trat die Afrikanische Schweinepest (ASP)  erstmals bei Wildschweinen in Tschechien auf. Als Auslöser für diese Ausbrüche vermutet der CZE-Veterinärdienst unachtsam entsorgte mit dem ASP-Virus kontaminierte tierische Erzeugnisse (Reiseverkehr). Der Sprung der ASP über eine größere Entfernung - bisheriges Auftreten in Estland, Lettland, Litauen und Polen - verdeutlicht die Gefahr der Einschleppung auch nach Deutschland.

Ende Juli 2017 trat die ASP auch in Rumänien erstmals auf. Als Eintragsursache für die ASP wird hier die Verfütterung von illegal aus der Ukraine nach Rumänien eingeführtem Fleisch oder Fleischerzeugnissen - möglicherweise auch unachtsam entsorgter Reiseproviant - angenommen.

Weitere Tierseuchen wie die Europäische Schweinepest (ESP)  und die Maul- und Klauenseuche (MKS) , die zur Zeit in der Türkei auftritt, können ebenfalls über Reiseproviant  verschleppt werden.

Um zu verhindern, dass durch Fleisch- oder Milcherzeugnisse Tierseuchen in die EU  eingeschleppt werden, gelten seit 1. Mai 2009 folgende Vorgaben :

Grundsätzlich ist die Einfuhr von Fleisch, Fleischerzeugnissen, tierischen Fetten sowie Milch und Milchprodukten ohne Erfüllung der lebensmittel- und tierseuchenrechtlichen Voraussetzungen und vorherige Veterinärkontrolle verboten.

Ausnahmen zum persönlichen Verbrauch im Reisegepäck oder als Kleinsendung gelten ohne Mengenbegrenzung nur für die Schweiz, Liechtenstein, Andorra, Norwegen und San Marino bzw. bis zu einer Gesamtmenge von 10 kg für die Färöer, Island, Grönland und Kroatien.

Lebensmittel- und tierseuchenrechtliche Voraussetzungen

  • Bei Säuglingsmilch, Spezialnahrung oder sonstigen tierischen Lebensmitteln dürfen nicht mehr als zwei bzw. maximal zehn Kilogramm mitgeführt werden.
  • Das Mitführen von Fisch bzw. Fischerzeugnissen ist auf maximal einen ausgenommenen Frischfisch bzw. eine Maximalmenge von 20 kg begrenzt. Lediglich die Einfuhr aus Island oder den Färöern ist für Fisch und Fischerzeugnisse mengenmäßig nicht begrenzt.
  • Auch das Mitführen von Heimtierfuttermitteln ist verboten (Rohware). Ausgenommen hiervon sind die Färöern, Island, Kroatien und Grönland bzw. sogenannte Spezialfuttermittel bis zu einer Menge von 2 bzw. 10 kg, sofern es sich um ein Markenfabrikat in einer Fertigpackung handelt, das vor dem Öffnen keiner Kühlpflicht unterliegt.

Die illegale Einfuhr derartiger tierischer Erzeugnisse ist strafbar. Entsorgungskosten, die zum Beispiel durch Müllverbrennung entstehen, werden den Verursachern in Rechnung gestellt.


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