Forst

Eckpunkte der Waldstrategie Baden-Württemberg

Die Waldstrategie ist in sieben inhaltliche Themenfelder und die übergeordneten Querschnittsthemen gegliedert. Insgesamt wurden 21 Ziele für diese Themenfelder formuliert.

Die Ziele stehen gleichwertig nebeneinander und umfassen den Wald und seine Themen in ihrer ganzen Breite. Sie reichen von der Stärkung von Kommunikation und Vernetzung, den Erhalt des Waldes und aller Waldfunktionen durch aktives Waldmanagement, die Sicherung des Beitrags von Waldmanagement und Waldprodukten zu Kohlenstoffspeicherung und Treibhausgasvermeidung, den Interessenausgleich zwischen unterschiedlichen Waldnutzungsansprüchen insbesondere hinsichtlich der Erholungsnutzung bis hin zu Schutz und Entwicklung von Waldbiodiversität und dem verstärkten Einsatz digitaler Technik.

Die Ziele sind bewusst als Zustandsziele formuliert, um zu zeigen, wie eine Waldzukunft in Baden-Württemberg aussehen könnte. Erste dringende Handlungsfelder sind im aktuellen Arbeitsstand bereits enthalten. In diesem Rahmen werden nun gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren rund um den Wald die konkreten Maßnahmen entwickeln, um die Ziele der Waldstrategie zu erreichen.

Themenfelder, Ziele und Handlungsfelder

Nächste Schritte im Waldstrategie-Prozess

Mit Blick auf den Klimawandel ist das oberstes Ziel im gesamten Waldstrategie-Prozess, den Wald in Baden-Württemberg als bedeutenden Teil unserer Natur und Landschaft klimatolerant, resilient und zukunftsfähig zu erhalten.

Die Ziele und Handlungsfelder der Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 sind entworfen. Der vorgestellte Orientierungsrahmen wurde bereits mit vielen Akteurinnen und Akteuren intensiv diskutiert, hat eine deutliche Zustimmung erfahren und breite Tragfähigkeit bestätigt bekommen.

Da eine Strategie nicht statisch sein kann, sondern an sich einen Prozess darstellt, können und sollen die Ziele und daraus abgeleitete Maßnahmen regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt werden. Mit der Etablierung der Waldstrategie als kontinuierlicher, transparenter Prozess ist das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz beauftragt. Dabei ist weiterhin eine breite Beteiligung der Akteurinnen und Akteure und ein laufender Abgleich mit weiteren strategischen Aktivitäten und Initiativen mit Waldbezug vorgesehen.

Nun werden zunächst die ersten operativen Maßnahmen zur Förderung der Ziele der Waldstrategie ausgearbeitet. Das Projektteam der Landesforstverwaltung hat die umfangreichen konkreten Vorschläge aus bisherigen Beteiligungsrunden ausgewertet und die Ergebnisse gesichert. Auf dieser Grundlage wird ein Handlungsprogramm mit konkreten Maßnahmen entwickelt.

Folgende Maßnahmen sollen zeitnah angegangen werden:

  • Anpassung der Waldbaukonzepte an die sich ändernden Bedingungen im Klimawandel
  • Stärkung der Rolle der Wälder für die Gesundheitsförderung (Kur- und Heilwälder)
  • Weiterentwicklung von Werkzeugen zur Berücksichtigung von Erholung, Freizeit, Sport und Gesundheit im Waldmanagement wie beispielsweise Beteiligungsformate
  • Weiterentwicklung des Beratungsangebots der Landesforstverwaltung im Privatwald und Kommunalwald unter Berücksichtigung neuester Erkenntnisse im Klimawandel
  • Entwicklung eines Honorierungssystems für Ökosystemleistungen nach einer vorherigen Prüfung verschiedener Möglichkeiten unter Berücksichtigung möglicher Beeinträchtigungen des Ökosystems und einer Bewertung der aus der Förderung resultierenden Folgen, beispielsweise für die Ökosystemleistungen, die Ansprüche anderer Landnutzer, die Art der Bewirtschaftung und den Verwaltungsaufwand
  • Forschungs- und Entwicklungsförderung zur innovativen Holzverwendungen unter anderem im Rahmen des Technikum Laubholz, der Holzbauoffensive und der Bioökonomiestrategie des Landes im Sinne der Transformation der nachgelagerten Wertschöpfungskette
  • Weiterentwicklung der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz und Schaffung von verbesserten Zugangsvoraussetzungen für den Privatwald und Kommunalwald (insbesondere über das Vertragsnaturschutzprogramm Wald) als Grundlage für eine verstärkte Umsetzung von Arten- und Habitatbaumschutzkonzepten im Waldumbau und –aufbau
  • Abstimmung der Aktivitäten im Management der heimischen Schalenwildbestände mit dem waldbaulichen Vorgehen im Waldumbau
  • Entwicklung eines digitalen Wald-Portals als Informations-, Service- und Förderplattform für Bürgerinnen und Bürger und Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer
  • Aufbau eines Fernerkundungszentrums für forstliche Fragestellungen in Baden-Württemberg
  • Stärkung von Waldkindergärten sowie anderen Bildungseinrichtungen, die Wissen rund um den Wald vermitteln

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wird Anfang 2021 einen umfassenden Maßnahmenplan vorlegen.