Europäische Schweinepest


Informationen zur Europäischen Schweinepest

Die Schweinepest ist eine ansteckende, fieberhaft verlaufende, virusbedingte Tierseuche, die erhebliche wirtschaftliche Schäden hervorrufen kann. Sie ist in vielen Ländern verbreitet und in ihrer akuten Verlaufsform durch eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Ein bis zwei Wochen nach Krankheitsbeginn sterben bei akutem Verlauf 30 bis 100 Prozent der erkrankten Schweine. Es gibt jedoch auch chronische Krankheitsverläufe: es fallen kümmernde Ferkel auf, die zum Teil husteten, zum Teil Durchfall, Krustenbildung an der Haut, Hautverfärbung im Unterbauchbereich zeigen. Zu diesen sehr unspezifischen Symptomen können vereinzelte Todesfälle und schlechte Gewichtszunahme im Endmastbereich kommen.

Am toten Schwein können kleine Blutungen in der Haut auffallen, die besonders bei geschlachteten Tieren nach dem Brühen deutlich werden. Punktblutungen fallen auch in den Nieren, der Harnblase, Magenschleimhaut und dem Kehlkopf auf. Lymphknoten können gleichartige Punktblutungen zeigen, aber auch stark geschwollen, rot marmoriert oder schwarzrot sein.

Übertragungswege

Bei dem Erreger der Schweinepest handelt es sich um ein behülltes Virus, welches gegenüber Umwelteinflüssen sehr resistent ist.

Hauptüberträger der Seuche sind Virus ausscheidende Schweine sowie virushaltige Schlacht- und Speiseabfälle. Übertragen wird die Krankheit durch direkten Kontakt von Tier zu Tier (Stallhaltung, Viehmärkte, Tiertransporte) oder indirekt durch Personen, Schadnager oder infizierte Gegenstände, Futter, Trinkwasser oder Küchenabfälle. Der Krankheitserreger ist daher auf vielfältige Weise auf Haus- und Wildschweine übertragbar:

Die Tiere scheiden das Virus bereits in der Inkubationszeit, das heißt vor dem Auftreten der Krankheitserscheinungen aus. Es besteht also die Möglichkeit, dass das Virus bereits während der Inkubationszeit unerkannt weiter getragen wird, was in der modernen arbeitsteiligen Schweinehaltung ein besonderes Problem darstellt. Sogar für die Krankheit nicht empfängliche Tiere, wie Hunde, Katzen, Vögel sowie Ratten und Mäuse oder Menschen können die Erreger weitertragen.

Die Seuche führt neben Tierverlusten in den betroffenen Beständen zu umfangreichen Handelseinschränkungen bis hin zu Exportverbot für Schweine beziehungsweise für von Schweinen stammende Produkte.

Neben hohen volkswirtschaftlichen Gesamtschäden gefährdet dies die Existenz vieler Landwirte in der Seuchenregion.

In Frankreich (Nord-Vogesen) im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es wegen Wildschweinepest reglementierte Gebiete. Im Sommer 2010 wurde dort die letzte abschließende Impfmaßnahme durchgeführt, nachdem der letzte Seuchenfall 2007 festgestellt worden ist. In Deutschland trat die klassische Schweinepest zuletzt 2009 bei Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen auf.

Daher ist es besonders wichtig, die Schweinepest beim Schwarzwild zu überwachen und zu Bekämpfen.
Schweinepest beim Schwarzwild

Wirksame Vorsichtsmaßnahmen

  • Schweine sollten nur aus wenigen, bekannten Beständen zugekauft werden.
  • Nach jeder Fahrt sind Viehtransporter zu reinigen und zu desinfizieren.
  • Schadnager sollten konsequent bekämpft werden.
  • Betriebsfremde Personen sollten keinen Zugang zu den Stallungen haben.
  • Betriebseigene oder Einwegschutzkleidung sollte zur Verfügung gestellt werden.
  • Der Kontakt zwischen Haus- und Wildschweinen ist sowohl direkt als auch indirekt (Futter, Einstreu) zu vermeiden.
  • Für Landwirte, die auch Jäger sind: besondere Vorsicht bei Jagdausübung – auch Kleidung und Schuhwerk kann Schweinepest in den eigenen Bestand bringen.


Schon der Verdacht auf Schweinepest ist dem zuständigen Veterinäramt unverzüglich anzuzeigen.

Neben der europäischen Schweinepest kann auch die afrikanische Schweinepest auftreten.
Diese Erkrankung ist differentialdiagnostisch neuerdings auszuschließen.


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