Zur Gewährleistung einer sicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung sind erneuerbare Energiequellen von ausschlaggebender Bedeutung. Sie tragen nicht nur zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei, sondern verringern auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und stärken die regionale Wertschöpfung. Neben der Nutzung von Sonne, Wasser und Wind gibt es zudem hohe Potenziale bei der Verwertung von landwirtschaftlicher Biomasse, etwa durch Biogasanlagen oder die energetische Nutzung von Reststoffen.
Ein zentrales Element für die Energieversorgung der Zukunft ist die Nutzung der Windenergie. Windkraftanlagen liefern insbesondere in windreichen Regionen große Mengen elektrischer Energie. Für deren Errichtung werden in aller Regel ausreichend große Abstandsflächen zu Siedlungen, Verkehrsanlagen usw. benötigt. Hier leistet die Flurneuordnung einen wichtigen Beitrag, indem sie dabei unterstützt, geeignete Standorte in ihrer Planung zu berücksichtigen und damit einhergehende Nutzungskonflikte reduziert. Gleichzeitig kann die Erschließung durch Wegebaumaßnahmen und Ausweisung von Leitungstrassen umgesetzt werden und so Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen ermöglicht werden.
Auch die Wasserkraft spielt eine wichtige Rolle in der erneuerbaren Energieversorgung. Sie nutzt die Bewegungsenergie von fließendem Wasser zur Stromerzeugung, beispielsweise in Laufwasserkraftwerken. Im Rahmen der Bodenordnung durch Flurneuordnung können Flächen für technische Anlagen bereitgestellt werden. Gleichzeitig kann die Umsetzung von ökologischen Verbesserungen erfolgen. Durch die Bodenordnung lassen sich darüber hinaus Maßnahmen zur Gewässerentwicklung, zum Hochwasserschutz und zur Energiegewinnung sinnvoll miteinander verbinden.
Ein innovatives Beispiel für die kombinierte Nutzung von Flächen ist die Agriphotovoltaik. Dabei werden landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig für die Nahrungsmittelproduktion und die Stromerzeugung genutzt. Die Flurneuordnung unterstützt solche Konzepte, indem sie die die Umsetzung unterstützt, die entsprechende Flächenverfügbarkeit sichert, geeignete Zuschnitte der Grundstücke schafft und dabei die betrieblichen Abläufe berücksichtigt. Dadurch wird eine effiziente Doppelnutzung ermöglicht, ohne die landwirtschaftliche Bewirtschaftung wesentlich einzuschränken. Das schafft gleichzeitig eine weitere Einnahmequelle für den Bewirtschafter oder sorgt für eine stärkere Unabhängigkeit des Betriebes von der Energieerzeugern.
Insgesamt übernimmt die Flurneuordnung eine zentrale Steuerungs- und Vermittlungsfunktion bei der Umsetzung von Projekten zur erneuerbaren Energieerzeugung. Sie schafft die notwendigen rechtlichen und räumlichen Voraussetzungen, koordiniert die unterschiedlichen Interessen von Grundstückseigentümern, Landwirtschaft, Naturschutz und Energiewirtschaft und sorgt für eine nachhaltige sowie konfliktarme Flächennutzung. Darüber hinaus trägt sie durch den Ausbau der ländlichen Infrastruktur entscheidend dazu bei, dass Projekte wirtschaftlich umgesetzt und langfristig betrieben werden können.
