Tierseuche

Freiwilliges Früherkennungsprogramm über den Nachweis der Freiheit von Schweinehaltungsbetrieben auf ASP startet Anfang Oktober

Nach Tierseuchenrecht sind bei einem ASP-Ausbruch bei Wildschweinen alle Verbringungen von Hausschweinen aus dem gefährdeten Gebiet bzw. aus der Pufferzone (aus letzterer nur innergemeinschaftlich und in Drittländer) genehmigungspflichtig und an die Einhaltung bestimmter Voraussetzungen geknüpft. Die virologische Untersuchungspflicht der Schweine der jeweiligen Sendung (Nutzschweine vollumfänglich, Mastschweine nach Stichprobenschlüssel) und die klinische Untersuchung können alternativ durch ein betriebsbezogenes Genehmigungsverfahren ersetzt werden.

Die Voraussetzungen für dieses „betriebsbezogene Verfahren“ sind in § 14f der Schweinepest-Verordnung (SchwPestV) festgelegt:

Es sind mindestens zwei amtliche Betriebsinspektionen pro Jahr im Abstand von mind. vier Monaten durchzuführen. Diese Kontrolle umfasst die Dokumentprüfung zur Tiergesundheit, die Biosicherheitsmaßnahmen sowie die klinische Bestandsuntersuchung. Als Kriterien für die Biosicherheit gelten die Vorgaben der Schweinehaltungshygiene-Verordnung (SchHaltHygV) sowie weitere Kriterien für den Seuchenfall (Aufstallungsmöglichkeit, Reinigungs-, Desinfektions- und Entwesungsmaßnahmen, Hygienemaßnahmen für Personen/Gegenstände nach Wildschweinekontakt; Verbringungsverbote für Wildschweine, -teile, kontaminierte Gegenstände).

Ergänzend ist eine kontinuierliche virologische Untersuchung auf ASP von mindestens den ersten beiden pro Kalenderwoche verendeten Schweinen, die älter als 60 Tage sind, je Betrieb bzw. Produktionseinheit mit negativem ASP-Ergebnis erforderlich.

Diese Kontrollen von Hausschweinebeständen können bereits im Vorfeld eines Seuchenausbruches durchgeführt werden. Je nach zeitlichem Abstand der ersten Betriebsinspektion zum Ausbruch der ASP bei Wildschweinen kann dadurch eine Zeitersparnis von bis zu vier Monaten erreicht werden, im Vergleich zum Beginn des betriebsbezogenen Kontrollverfahrens mit Festlegung der Restriktionsgebiete. Ein weiterer Vorteil des Früherkennungsprogramms ist die Übernahme der Laborkosten für die virologischen Untersuchungen auf ASP der ersten beiden pro Kalenderwoche verendeten Schweine durch das Land. Die Kosten für die Betriebsinspektionen sowie die Probenahmen bei den verendeten Schweinen hat der Tierhalter zu tragen.

Die Vorteile dieses Kontrollverfahrens für den Tierhalter sind abhängig von der Bestandsgröße, der Häufigkeit der Tierverbringungen und der Größe der jeweiligen Tiersendungen und daher für jeden Einzelfall zu prüfen.

Eine behördliche „Statusanerkennung“ ist in Baden-Württemberg nicht vorgesehen. Die Kontrollergebnisse werden EDV-technisch erfasst und ausgewertet. Sie können von der Behörde, dem Tierhalter und ggf. von vom Tierhalter beauftragten Dritten abgerufen werden. Derzeit ist ein entsprechendes Modul in der zentralen HI-Tier Datenbank „Schweine“ zur ASP-Früherkennung sowie eine Ergänzung des EDV-Systems der Veterinärverwaltung in Vorbereitung.

Weitere Voraussetzungen zur Teilnahme am Programm:

  • Die Teilnahme ist freiwillig und erfolgt auf Antrag (pdf) bei der unteren Tiergesundheitsbehörde.
  • Der Betriebssitz muss in Baden-Württemberg liegen.
  • Die Probenahme bei den verendeten Schweinen ist durch einen vom Tierhalter beauftragten praktizierenden Tierarzt unter Verwendung des bundeseinheitlichen Untersuchungsantrags aus der HI-Tier-Datenbank zu veranlassen.
  • Die Probenahme hat nach dem beigefügten Merkblatt (pdf) zu erfolgen.