Algorithmen

Glossar

Nachschlagewerk

Die wichtigsten Begriffe erklären wir Ihnen hier:

A

Algorithmus

Ein Algorithmus ist eine Handlungsvorschrift, salopp gesagt, ein Rechenweg. Streng genommen sind auch Rezepte und Gesetze Algorithmen, meist sind mit dem Begriff aber Computerprogramme gemeint. Ein Algorithmus gibt Schritt für Schritt vor, wie ein Problem zu lösen ist. Das kann eher einfach sein – wie beim Dreisatz; aber auch sehr komplex, wenn er berechnet, was Ihnen eine Suchmaschinen-Ergebnisseite anzeigt. Algorithmen entscheiden zum Beispiel, welche Kandidaten eine Nutzerin einer Partnerbörse sieht oder welche Bewerber in die engere Auswahl bei einer Stellenbesetzung kommen.


(mobile) App


Amazon


Anonymes-Surfen


B

Betriebssystem


Browser


C

Cookies / Tracking Tools


Cross-Device-Tracking


D

Datensatz


DSGVO/ Datenschutzgrundverordnung


DuckDuckGo


Dynamic Pricing

Bei der dynamischen Preisstrategie berechnet ein Algorithmus zum Beispiel auf Basis der Nachfrage, der Uhrzeit oder den Preisen der Konkurrenz, wie teuer ein Produkt oder eine Dienstleistung verkauft werden kann. So verteuert der Taxidienst Uber in den USA den Preis für Fahrten während der Stoßzeiten. Möglich ist auch, unterschiedlichen Kunden auf Basis ihres Profils unterschiedliche Preise anzuzeigen. Neukunden können dadurch günstigere Angebote erhalten als Bestandskunden, Nutzer mit teureren Smartphones höhere Preise sehen als Nutzer mit günstigeren. So wollen Firmen ihre Profite durch Kunden erhöhen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit sowieso kaufen und gleichzeitig noch nicht überzeugte Kunden durch ein attraktives Angebot zum Kauf verleiten.


F

Facebook

Facebook ist das größte Soziale Netzwerk der Welt mit – nach eigenen Angaben – rund 2,2 Milliarden Nutzern. Zentrale Elemente sind ein von den Nutzern jeweils selbst angelegtes und gepflegtes Profil, von Nutzern und Unternehmen veröffentlichte Beiträge mit Text, Fotos oder Videos sowie ein personalisierter Newsfeed, in dem den Nutzern sowohl Beiträge ihrer Kontakte, “Freunde” genannt, als auch Beiträge und Werbebotschaften von Unternehmen angezeigt werden. Facebooks Algorithmus nutzt die Daten aus dem Profil sowie getrackte Zusatzinformationen über das Nutzerverhalten bei Facebook sowie auf anderen Webseiten und in Apps, um den Newsfeed zu berechnen und darin personalisierte Werbung zu platzieren. Verbraucherschützer kritisieren den teilweise schlampigen Umgang der Plattform mit den Nutzerdaten: So konnten Programmierer von Drittfirmen bis 2015 nicht nur auf umfassende Datensätze von Facebook-Nutzern zugreifen, die etwa an Gewinnspielen teilgenommen hatten, sondern auch auf die ihrer Facebook-”Freunde”. Eine dieser Firmen, Cambridge Analytica, nutzte einen Datensatz von insgesamt 50 bis 87 Millionen Nutzern im US-Wahlkampf 2016, um personalisierte Werbung zugunsten des am Ende erfolgreichen Kandidaten Donald Trump auszuspielen.


Filterblase


Fingerprinting

Beim Fingerprinting werden eindeutige Merkmale und Einstellungen des Endgerätes, mit dem auf eine Seite zugegriffen wird, als Anhaltspunkte genommen. Dazu zählen bspw. Werte wie: Genutzter Browser, Bildschirm-Auflösung, Installierte Plugins, Farbtiefe, Installierte Schriften, etc. Diese Werte können in einem Algorithmus zu einer eindeutigen ID gewandelt werden. Die Zuordnung von Aufrufen findet dann über diese ID statt. Das Fingerprint-Verfahren wird bereits seit längerem entwickelt und ist sehr zuverlässig. Auch über verschiedene Endgeräte lässt sich eine Zuordnung treffen. Fingerprinting ist derzeit eine der zuverlässigsten Arten des Cookieless Trackings.


G

Gesundheitsdaten/ -parameter


Google (samt Übersicht: Scholar, Labor, Talktobooks,...)

Ursprünglich wurde Google als Suchmaschine gegründet, die das gesamte, frei zugängliche Internet für Stichwortsuchen zugänglich machen will. Mit 92 % Marktanteil bei Suchanfragen von Computern bzw. 95 % Marktanteil bei Suchen auf Mobilgeräten ist Googles Suchmaschine für viele Nutzer die Startseite zum Web. Die Firma Google verdient ihr Geld ganz überwiegend mit →personalisierter Werbung. Zu Google gehören neben der Suchmaschine inzwischen auch noch viele weitere Produkte, die große Datenmengen verarbeiten – und durch Anreichern von →Profilen der Nutzer das Ausspielen personalisierter Werbung durch den →Algorithmus noch zielgenauer machen. Darunter sind der E-Mail-Dienst Gmail, die Bücher-Volltextsuche Google Books und Google Scholar, eine Spezialsuche für wissenschaftliche Texte. Auch die Videoplattform YouTube und das Smartphone-Betriebssystem Android gehören dazu. Google ist darauf spezialisiert, Informationen durch komplexe mathematische Formeln zu erschließen. Eine Tochterfirma betreibt das →Selbstlernende System DeepMind, die etwa in der Lage ist, die Spielregeln von Computer- oder Brettspielen selbstständig zu erlernen und Strategien für das Gewinnen zu entwickeln. Ein anderes Google-Projekt ist das Suchwerkzeug Talk to Books, eine Art Roboter-Bibliothekarin, der Nutzer Fragen stellen können. Der Algorithmus beantwortet die Frage dann mit mehr oder weniger passenden Buchausschnitten.


Google Maps


I

Inkognito-Modus/Fenster/Tab


Internet


IP-Adresse


K

Keyword


Künstliche Intelligenz


L

Likes


LinkedIn


M

Marktwächter


Maschinelles Lernen bzw. Selbstlernende Systeme

Algorithmen, die nach einer Lernphase Muster erkennen und sich selbständig Wissen aneignen, nennt man selbstlernende Systeme. Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo Computer Aufgaben lösen sollen, die nur schwer programmierbar sind, aber Menschen leicht fallen, wie etwa Gesichtserkennung. Dazu leitet der Algorithmus zum Beispiel aus einem Foto eines Menschen anhand vieler Kriterien ab, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Meldet der Entwickler dem Algorithmus zurück, dass er sich getäuscht hat, passt er sich entsprechend an. Lag er richtig, nutzt er den erfolgreichen Ratevorgang als Orientierung für die nächsten Ratevorgänge. Die große Zahl an Trainingsdaten im Internet, siehe Big Data, liefert den Selbstlern-Algorithmen genügend Trainingsdaten, um recht exakt zu werden – und etwa Tierarten auf Bildern zu erkennen oder Texte recht treffsicher zu übersetzen.


Medienethik


Metager


N

Newsfeed

Das Kernstück von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter ist die Anzeige der Aktivitäten von Freunden bzw. Menschen und Marken, denen ein Nutzer folgt. Dort werden nicht etwa alle Einträge aller Kontakte chronologisch angezeigt. Ein Algorithmus entscheidet stattdessen, was ein Nutzer zu sehen bekommt. Facebook zum Beispiel begründet das damit, den passenden Menschen zur richtigen Zeit die richtigen Inhalte anzeigen zu wollen. Eine Rolle dürfte aber sicher auch spielen, dass Firmen weniger Werbung buchen würden, wenn sie mit ihren Botschaften alle ihre Facebook-Fans jederzeit problemlos gratis erreichen würden – denn Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle von Facebook, Google und Twitter. Der Facebook-Algorithmus ist zwar geheim, einzelne Kriterien nennt die Firma aber in ihrer Öffentlichkeitsarbeit: Facebook zeigt Nutzern demnach Beiträge von Freunden u.a. dann mit höherer Wahrscheinlichkeit, wenn sie in letzter Zeit einen Beitrag des Nutzers kommentiert oder mit einem “Gefällt mir” auf ihn reagiert haben.


P

Personalisierte Werbung

Personalisierte Werbung soll gezielt diejenigen Kunden ansprechen, die mit höherer Wahrscheinlichkeit als der Durchschnitt ein Angebot klicken oder kaufen werden. Um den Erfolg einer Werbekampagne zu erhöhen, versucht die werbetreibende Industrie, ihre Botschaften möglichst nur den Menschen zu zeigen, die sich für die Werbebotschaft interessieren. Websites entscheiden u.a. mithilfe von Profilen der Besucher, welche Werbebotschaft sie ihnen anzeigen. Die Motivation ist klar: Je mehr Besucher auf die ihnen angezeigte Werbung klicken bzw. dann auch etwas kaufen, desto höher fallen die Werbeeinnahmen für die Website aus.


Plattformen


PPTP-Protokoll


Profil

Ein Profil ist ein strukturierter Datensatz mit Informationen über einen Menschen. Es kann vom Nutzer selbstständig gefüttert sein, wie etwa ein Facebook-Profil. Es kann aber auch weitgehend von einer Firma bzw. einem Algorithmus durch Auswertung des Surfverhaltens aufgebaut sein, wie etwa ein Profil bei Tracking-Dienstleistern wie der Zalando-Tochter Nugg.Ad oder der Google-Tochter DoubleClick. Auch klassische Auskunfteien wie Schufa, Creditreform und Arvato Infoscore speichern Profile, die sie vor allem fürs Scoring einsetzen.


S

Scoring

Im Kreditwesen berechnet ein Algorithmus per Predictive Analysis die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Aus Daten über einen Kunden wie zum Beispiel Beruf, Alter und Wohnort wird eine Zahl errechnet, die die Kreditwürdigkeit ausdrückt. Dazu werden auch echte Zahlungsausfälle aus der Vergangenheit ausgewertet. Wer in zu vielen Aspekten einem säumigen Schuldner ähnelt, bekommt dadurch schlechtere oder gar keine Angebote – dafür muss sich der Betroffene ansonsten nicht unbedingt etwas zu schulden kommen lassen. Scores bestimmen üblicherweise auch über die Zinssätze und Versicherungsprämien, die einem Kunden angeboten werden. Banken und andere Firmen schätzen die Geschwindigkeit des Algorithmus gegenüber einem herkömmlichen Kreditsachbearbeiter einer Bank. So können Ratenkredite im Einzelhandel direkt an den Kassen bzw. im Onlineshop abgeschlossen werden.


Social Bots

omputerprogramme, die in Sozialen Netzwerken Beiträge veröffentlichen oder teilen, nennt man Social Bots. Einfache Bots leiten einfach passende Beiträge weiter, wenn sie erscheinen. Bots mit komplexerem Algorithmus verhalten sich teils menschenähnlich und reagieren auf bestimmte Stichworte. Sie kombinieren ein ganzes Arsenal an Ausdrücken, Satzteilen und Fotos auf Basis von Stichworten so, dass sie nicht ohne weiteres als künstlich zu erkennen sind. Ziel kann es zum Beispiel sein, mit den Botschaften einer bestimmten Partei etwa die Twitter-Seite zu einem bestimmten Stichwort, genannt Hashtag, so zu prägen, dass Leser den Eindruck bekommen, eine Mehrheit der dazu schreibenden Twitter-Nutzer teile die Ansichten der Partei.


Software


Startpage


Suchmaschine


T

„Tor“-Netzwerk (anonyme Netzwerke)


Tracking

Durch Tracking versuchen Werbe-Dienstleister oder Inhalte-Anbieter, wie etwa die Digitalausgabe einer Zeitung, herauszufinden, wofür sich ein Nutzer interessiert, indem sein Verhalten aufgezeichnet wird. Wenn zum Beispiel ein Artikel oder Video im Browser oder einer App aufgerufen wird, speichern kleine Textdateien, sogenannte Cookies, das Surfverhalten des Nutzers. Algorithmen nutzen später die Liste der gespeicherten Aufrufe, um ein Profil mit den Interessen und Neigungen des Nutzers zu erstellen – etwa, um personalisierte Werbung oder auch personalisierte Inhalte ausspielen zu können. Das Tracking bleibt aber nicht auf einzelne Websites beschränkt. Jede Website, die einen Gefällt-mir-Knopf von Facebook oder ein Video von Google-Tochter YouTube einbindet, füttert damit bei jedem Aufruf das Profil eines Nutzers bei Facebook bzw. Google mit neuen Informationen. Nutzer werden auch über Gerätegrenzen hinweg getrackt – die Logindaten für E-Mail-Konten oder Soziale Medien erlauben, die Tracking-Daten von Computer und Smartphone in einem Profil zusammenzuführen. Ist das nicht möglich, versuchen Dienstleister, auf Basis von ähnlichem Verhalten oder ähnlichen Aufenthaltsorten zu raten, ob hinter verschiedenen Geräten derselbe Nutzer steckt. Auch das Verhalten in der echten Welt wird getrackt: Über öffentliche Wlan-Router können Firmen anonymisiert Bewegungsmuster von Menschen und Menschenmengen aufzeichnen und Besucher zählen – dagegen hilft nur, die WLan-Funktion abzuschalten. Mit Zustimmung des Nutzers, etwa durch das Installieren einer App, können Supermärkten beispielsweise die Wege ihrer Kunden im Geschäft auswerten


Twitter


V

VPN


W

Wearables

Wearables, also tragbare Geräte, sind kleine Computer, die ein Nutzer am Körper trägt, etwa als Armband, Brille, Hörgerät oder Kleidungsstück. Sie sammeln zum Beispiel Daten über Bewegungen, Herzfrequenz oder auch Blutzuckerwerte und analysieren sie anhand von Algorithmen. So errechnen zum Beispiel Algorithmen auf Basis von Sensordaten aus einer Uhr, wie viele Schritte oder Schwimmzüge ein Mensch gemacht hat oder wie gut er geschlafen hat. Gerade in der Medizintechnik eröffnen sich viele spezialisierte Anwendungsfelder: etwa Socken, die die Wärme von Füßen messen, um diabetischem Fußulkus vorzubeugen. Manche Geräte messen nicht nur – eine smarte Brille zeigt zum Beispiel ein Bild auf der Innenseite an, ein Hörgerät spielt eine gefilterte und verstärkte Fassung der Umgebungsgeräusche im Gehörgang ab und ein Armband vibriert, wenn ein Bewegungsziel erreicht ist.


Website


Wirtschafts-Auskunfteien


X

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Y

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