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CarbonLÄND

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CarbonLÄND

Die Bauwirtschaft verursacht rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen. Doch Bauen kann auch zum Klimaschutz beitragen.

Baustoffe aus nachhaltig erzeugtem Holz oder auch anderen nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus oder Stroh wirken gleich doppelt:

  • Sie vermeiden graue Emissionen, die zum Beispiel bei der Herstellung von Zement, Stahl und Schaumstoffen entstehen.
  • Sie speichern Kohlenstoff, den Bäume und andere Pflanzen zuvor als CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen haben – langfristig und kontrollierbar.

CarbonLÄND macht diese Klimaleistung für den Finanzmarkt nutzbar. Die Klimafinanzierung ist eines von sechs Strategiefeldern der Holzbau-Offensive Baden-Württemberg.

Die EU-Verordnung Carbon Removal and Carbon Farming (CRCF) schafft einen Markt für Zertifikate aus CO2-Entnahme und -Speicherung. So kann gespeichertes CO2 zu einer zusätzlichen Einnahmequelle werden.

CarbonLÄND wurde im Projekt Týr von Anfang 2025 bis Mitte 2026 im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat als Beitrag zur Holzbau-Offensive Baden-Württemberg entwickelt. Zum Projektkonsortium gehörten die Hochschule Esslingen und die Wooden Valley gGmbH. Bis Ende 2026 soll der operative Rahmen für die Zertifizierung CarbonLÄND voll einsatzfähig sein.

Warum CO2-Zertifikate?

Mit dem CRCF schafft die EU einen gemeinsamen Standard für CO2-Entnahme und -Speicherung mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen. CarbonLÄND verwendet dafür eine Methodik für den Holzbau in Baden-Württemberg.

Unternehmen können Carbon Removal Units (CRU) nutzen, um ihre Klimabilanz zu verbessern und unvermeidbare Treibhausgasemissionen auszugleichen. Nachfrage kann zum Beispiel von Bauträgern, Banken, Investmentfonds, Energieversorgern und öffentlichen Verwaltungen entstehen. Für Bauherrschaften kann daraus ein zusätzliches Einkommen entstehen.

Eine Zertifizierung ist aufwendig und kostet Geld. CarbonLÄND bündelt deshalb Holzbauprojekte in einer Gruppenzertifizierung. Bauherrschaften verpflichten sich im Wesentlichen dazu, Tragwerk und Dämmung mindestens 50 Jahre zu erhalten. CarbonLÄND übernimmt Zertifizierung und regelmäßiges Monitoring und meldet die teilnehmenden Projekte jährlich bei der EU an. Die erste Zertifizierungsrunde ist für 2027 geplant.

Was macht CarbonLÄND besonders?

CarbonLÄND verbindet europäische Zertifizierung mit regionaler Wertschöpfung. Verwendet werden Holzbauteile aus regionaler, nachhaltiger Bewirtschaftung. Käufer können so gezielt baden-württembergische Zertifikate aus ihrer Region erwerben.

Wie geht es weiter?

Im April 2026 stellte das Konsortium die erste deutsche Methodik in der CRCF-Expertengruppe der EU-Kommission vor. Bis Ende 2026 soll das operative System für die Zertifizierung CarbonLÄND laufen. Für 2027 ist ein Portfolio von 50 Projekten geplant; zehn Interessenbekundungen liegen bereits vor.

Wer kann mitmachen?

Gesucht werden Planungsbüros, Bauherrschaften, Unternehmen, Finanzinstitutionen und Kaufinteressenten für die ersten baden-württembergischen CO2-Entnahmezertifikate im Holzbau. Wer früh einsteigt, profitiert von besonders günstigen Konditionen.