Der Weg zum Jagdschein
Wer in Deutschland die Jagd ausüben will, benötigt einen Jagdschein. Um den Jagdschein von der unteren Jagdbehörde zu erhalten, muss der Antragsteller eine umfassende jagdliche Ausbildung durchlaufen und die Jägerprüfung bestehen. Weitere Voraussetzungen für die Erteilung eines Jagdscheines sind unter anderem das Mindestalter von 16 Jahren, die waffenrechtliche Zuverlässigkeit und die körperliche Eignung. Bis zum Erreichen der Volljährigkeit darf die Jagd nur in Begleitung einer jagdlich erfahrenen Begleitperson ausgeübt werden.
Zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung bieten unter anderem örtliche Kreisjägervereinigungen des Landesjagdverbandes oder private Jagdschulen eine Ausbildung an. Die Jägerprüfung selbst besteht aus den mehreren theoretischen und praktischen Prüfungsteilen. Dabei sind umfangreiche Kenntnisse und Fertigkeiten in allen Sachgebieten der Jagd nachzuweisen. Insbesondere sind dies:
- Tierartenkenntnisse
- Wildbiologie
- Wildkrankheiten und Wildbrethygiene
- Land- und Waldbau
- Waffentechnik und Schießfertigkeiten
- Waffenrecht
- Jagd-, Tierschutz-, Naturschutz- und Landschaftspflegerecht
- Jagdbetrieb, Jagdpraxis
Die Durchführung der Jägerprüfungen liegt in der Verantwortung des Landesjagdverbandes, der hierzu seitens des Ministeriums für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat beauftragt wurde. Prüfungstermine und Hinweise zum Ablauf werden auf der Website des Landesjagdverbandes veröffentlicht. Den Jagdschein erteilt die untere Jagdbehörde beim zuständigen Landratsamt oder in Stadtkreisen die untere Jagdbehörde bei der Stadtverwaltung.
Stadtjägerinnen und Stadtjäger
Im Jahr 2020 wurde das Wildtiermanagement im Siedlungsbereich weiter professionalisiert. Interessierte Jäger können sich in Baden-Württemberg durch einen Zusatzkurs zum Stadtjäger resp. Stadtjägerin ausbilden lassen.
Stadtjägerinnen und Stadtjäger beraten Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen beim Lösen von Mensch-Wildtier-Konflikten und arbeiten eng mit den Wildtierbeauftragten zusammen. Durch gezielte Information, Beratung und Prävention lassen sich 80 bis 90 Prozent der Mensch-Wildtier-Konflikte befrieden. Stadtjägerinnen und Stadtjäger tragen maßgeblich dazu bei, dass die Akzeptanz von Wildtieren im Siedlungsraum weiter erhöht und etwaige Mensch-Wildtier-Konflikte durch eine fachkundige Beratung und Präventionsarbeit entschärft werden können.
