Mitte des 19. Jahrhunderts war der Luchs aufgrund der starken Verfolgung in Baden-Württemberg ausgerottet. In den 1980er-Jahren wurde erstmals wieder das Auftauchen einzelner Luchse im Land dokumentiert. Sie waren vermutlich aus dem Schweizer Jura zugewandert. Während männliche Luchse sehr wanderfreudig sind, breiten sich weibliche Luchse nur sehr langsam aus. Der Luchs gilt innerhalb Mitteleuropas als stark gefährdet und unterliegt international einem strengen Schutz. Durch aktive Ansiedlungsprojekte haben sich in den letzten Jahren im Jura, in der Nord-Ost-Schweiz, in den Vogesen und im Pfälzerwald Luchsvorkommen angrenzend an Baden-Württemberg etabliert. Diese gelten jedoch aufgrund der geringen Anzahl von Luchsen und einem eingeschränkten Genpool als gefährdet.
Baden-Württemberg initiierte daher ein Projekt zur Bestandsstützung, um den Luchs im Land wieder heimisch zu machen. Im Jahr 2023 startete das Bestandsstützungsprojekt „Luchs Baden-Württemberg“, das das Vorkommen im Land stützen soll. Ziel des Projekts ist es, ein reproduzierendes Luchsvorkommen im Schwarzwald zu etablieren, das durch Anbindung an die benachbarten Vorkommen ganz wesentlich zu einer langfristig lebensfähigen Luchs-Metapopulation im Oberrheingebiet beiträgt. Ein Luchsvorkommen in Baden-Württemberg würde die angrenzenden Vorkommen in Deutschland und Mitteleuropa erheblich stärken.
Weitere Informationen zum Luchsprojekt im Wildtierportal
