Die Wolfspopulation in Deutschland wächst. Seit 2015 werden in Baden-Württemberg regelmäßig Wölfe nachgewiesen und sind mittlerweile sesshaft. Zugleich stellt der Wolf eine Bedrohung für Weidetiere dar. Das Land bietet daher Fachinformationen zur Biologie des Wolfs, seiner Verbreitung im Land und dem Monitoring von Wölfen an.
Wildtierportal Baden-Württemberg
Fachinformationen zur Biologie des Wolfs, seiner Verbreitung und den Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere finden Sie im Wildtierportal Baden-Württemberg. Zudem werden im Portal weitere 40 Wildtierarten beschrieben und ausführlich vorgestellt.
Monitoring in Baden-Württemberg
Das Wolfsmonitoring liefert wichtige Erkenntnisse zu Verbreitung, Populationsgröße und Sozialstruktur (u. a. Rudel, Paare, Einzelwölfe) der Wölfe im Land. Es bildet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Managementmaßnahmen.
Sichtungen, Fotofallenbilder, Risse, Losung (Kot), Urin und Fährten können auf die Anwesenheit eines Wolfes hinweisen. Meldungen aus der Bevölkerung sind ein wertvoller Bestandteil des Monitorings. Mehr dazu finden Sie hier.
Häufige Fragen
Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Wolf in Baden-Württemberg für Sie zusammengestellt.
Wölfe leben in Familien (Rudeln). Ein Wolfsrudel besteht aus einem Elternpaar, den Welpen und den Jungtieren. In der Regel verlassen Jungwölfe im Alter von 10 bis 22 Monaten das elterliche Territorium, um ein eigenes Revier und einen Paarungspartner zu finden. Eine Rangordnung mit Alphatieren existiert bei freilebenden Wölfen nicht.
In Mitteleuropa ernähren sich Wölfe vor allem von Rehen, Rothirschen und Wildschweinen, örtlich auch von Damhirschen und Mufflons. In den meisten Regionen Deutschlands sind Rehe die überwiegende Beute. Auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen fallen in ihr Beuteschema.
Wölfe kommen heute in ganz Deutschland vor. Die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) stellt umfassende Monitoringdaten für ganz Deutschland zur Verfügung. Die Rubrik "Nachweise in Deutschland" enthält die jeweils aktuellste Karte aller gemäß der Monitoringstandards durch Wolfsnachweise bzw. bestätigte Hinweise besetzten Rasterzellen pro Monitoringjahr (1. Mai bis 30. April). Im Menüpunkt "Bestätigte Territorien" sind die bestätigten Territorien (Rudel, Paare, territoriale Einzeltiere) aller vergangenen und ausgewerteten Monitoringjahre abrufbar. Auch die Entwicklung im jeweils laufenden Monitoringjahr ist zu sehen.
Das Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik in Gelnhausen ist das offizielle nationale Referenzzentrum für die genetische Untersuchung von Wölfen in Deutschland. Es analysiert Proben (Kot, Gewebe, Speichel) für das bundesweite Wolfsmonitoring, bestimmt Individuen, Verwandtschaften und identifiziert Wolf-Hund-Hybriden. Über die fortlaufenden genetischen Verwandtschaftsanalysen lässt sich bestätigen, dass es sich bei den bekannten Rudeln um Familien handelt, deren Nachwuchs meist ein bis zwei Jahre beim Rudel verbleibt und danach abwandert. Meist verpaaren sich nur die Elterntiere eines Rudels; in wenigen Fällen wurden Inzuchtpaarungen innerhalb eines Rudels nachgewiesen. Die Anzahl an über Verwandtschaftsanalysen genetisch rekonstruierten Wolfsrudeln ist in den letzten Jahren immer weiter angestiegen und wird auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) dargestellt. .
Mit den zuständigen Länderstellen wurden einzuhaltende Fristen für genetische Untersuchungsergebnisse vereinbart. Für Artbestimmungen auf Basis von Tupferproben von mutmaßlichen Wolfsrissen werden durchschnittlich drei bis fünf Werktage benötigt, bei entsprechend beauftragten Eilproben werden in diesem Zeitraum auch Individuen- und Rudelzugehörigkeit bestimmt. Die genetische Rudelrekonstruktion auf Basis der über ein gesamtes Monitoringjahr anfallenden DNA-Proben erfolgt einmal jährlich.
Bei einem unklaren Ergebnis wird häufig noch die Analyse einer B-Probe in Auftrag gegeben, was die Analysezeit entsprechend verlängert. Wann ein Ergebnis der Öffentlichkeit bekannt wird, liegt im Ermessen des Auftraggebers. Die Ermittlung des Verursachers von Nutztierrissen ist ein komplexer Prozess, in dem die genetische Analyse nur einen Teilschritt darstellt. Vom verstrichenen Zeitraum zwischen einem Rissvorfall zur Bekanntgabe des Ergebnisses kann daher nicht auf die Dauer der genetischen Untersuchung geschlossen werden.
Wenn Sie einen Wolf in Baden-Württemberg entdeckt haben, können Sie diesen Wolfshinweis an die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) melden. Diese ist in Notfällen auch außerhalb der Bürozeiten zu erreichen.
E-Mail: info@wildtiermonitoring.de
Telefon: 0761 4018 274
Außerdem können Sie Wolfshinweise auch an die Wildtierbeauftragten der Stadt- und Landkreise melden (https://www.wildtierportal-bw.de/de/p/wildtiermanagement-forschung/fachberatung-1130.html). Diese sind an den unteren Jagdbehörden angesiedelt und stehen im engen Austausch mit der Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt.
Information zu Wolfsnachweisen in Baden-Württemberg, also bestätigten und eindeutigen Hinweisen, finden Sie auf der Homepage des Wildtierportals.
