„Zum Markenkern unserer Landwirtschaft in Baden-Württemberg gehören unsere klein strukturierten landwirtschaftlichen Betriebe mit ihren engagierten Bewirtschaftern. Auf Tradition und Herkunft beruht die besondere Zukunftsverantwortung des Berufsstandes, die wir anerkennen, wertschätzen und mit ganzer Kraft auch politisch unterstützen“, sagte Ministerin Marion Gentges MdL am Mittwoch (24. Juni) anlässlich des Deutschen Bauerntags des Deutschen Bauernverbandes in Freiburg.
Baden-Württemberg ist in diesem Jahr Gastgeber für den Deutschen Bauerntag, der in Freiburg stattfindet. Er ist für die bäuerliche Landwirtschaft Diskussionsplattform und Zukunftsforum zugleich.
Ministerin Gentges wies in Ihrer Ansprache darauf hin, dass die Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe unersetzbar sei.
„Zum einen spiegelt sich die gesellschaftliche Erwartungen an Landnutzung und Tierhaltung nicht in den erzielbaren Preisen für landwirtschaftliche Produkte wider“, betonte Ministerin Gentges.
Zudem erforderten die aktuellen weltpolitischen Spannungen der eigenständigen Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln grundsätzlich mehr Bedeutung zuzumessen. „Daher wird Baden-Württemberg die Ernährungssouveränität auch als Ziel in der Landesverfassung verankern“, betonte Ministerin Gentges.
Gemeinsame Agrarpolitik
Für die nächste Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird es entscheidend darauf ankommen, dass sie finanziell ausreichend ausgestattet ist, um die Landwirtschaft bedarfsgerecht zu unterstützen. „Daher ist mir wichtig, dass Landwirtschaft und Ländliche Räume nicht in einen Topf geworfen werden und in Konkurrenz zueinander treten. Deshalb ist der Erhalt der Zweiten Säule wichtig“, sagte Ministerin Gentges. Man sehe auch künftig einen Schwerpunkt bei der Förderung der ersten Hektare und könne auf Degression und Kappung, wie von der Kommission vorgeschlagen, verzichten. Richtig sei dagegen die besondere Förderung von Jung- und Neubauern.
Bürokratie abbauen
Der Wunsch nach möglichst hoher Gerechtigkeit im Einzelfall und dem Bestreben, Haftungsrisiken auszuschließen hat in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Fülle an Regelungen auf allen staatlichen Ebenen sowie zur Etablierung von Berichts- und Dokumentationspflichten geführt. „Wir sind heute an einem Punkt, wo sich Umsetzungsbelastungen den Anwendungsnutzen übersteigen und eine effektive Kontrolle nicht mehr leistbar ist“, sagte Ministerin Gentges.
Es werde daher geprüft, auf welche Berichts- und Dokumentationspflichten verzichtet werden kann. „Am Ende muss die gute fachliche Praxis im Mittelpunkt stehen. Mehr Vertrauen, mehr Landwirtschaft in ihren ursprünglichen Sinn, nicht Büroarbeit und Schreibtisch“, betonte Ministerin Gentges.


