„Das Cluster Forst und Holz Baden-Württemberg hat sich entgegen dem allgemeinen wirtschaftlichen Trend positiv entwickelt. Hierzu trägt eine leistungsfähige und breit aufgestellte Wertschöpfungskette rund um den Rohstoff Holz bei. Damit ist Baden-Württemberg nicht nur Produktionsstandort, sondern auch ein bedeutender Entwicklungs- und Technologiestandort für die europäische Holzwirtschaft“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges MdL am Dienstag (11. August) anlässlich eines Besuchs im SWG -Schraubenwerk Gaisbach, Waldenburg (Hohenlohekreis).
Baden-Württemberg ist Holzland
In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich Baden-Württemberg durch eine leistungsstarke Forschungslandschaft und Wirtschaftskooperationen in der Holzverwendung zu einem führenden Innovationsstandort entwickelt. Aus dem Cluster Forst und Holz gingen zahlreiche Technologiesprünge und Produktentwicklungen hervor, die die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig stärken. Durch interministerielle Zusammenarbeit und Maßnahmen sowie gezielten Förderanreizen ließen sich wissenschaftlichen Erkenntnisse konsequent in die Praxis überführen. „Baden-Württemberg hat hier Pionierarbeit geleistet und andere Länder dazu inspiriert, vergleichbare Holzbau-Initiativen auf den Weg zu bringen“, betonte Ministerin Gentges.
Ein starkes Netzwerk mit Top-Unternehmen, wie das Schraubenwerk in Waldenburg, seien hierfür wichtige Rahmenbedingungen. Angesichts des wirtschaftlichen Strukturwandels gelt es, diese Innovationskraft gezielt weiterzuentwickeln. „Um die baden-württembergische Spitzenposition und Wertschöpfung im Cluster Forst und Holz auszubauen, müssen Digitalisierung, Automatisierung und Kreislaufwirtschaft konsequent vorangetrieben werden“, betonte Ministerin Gentges.
Neue Produktionshalle in Laubholz setzt Maßstäbe
Im Jahr 2020 wurde auf dem Firmenareal der SWG eine neue Produktionsstätte für lange Holzschrauben eröffnet. Für die moderne Halle in Holzbauweise wurden 1.800 Kubikmeter Holz verbaut. Das Dachtragwerk besteht dabei komplett aus Laubholz mit Fachwerkträgern aus Buchen-Furnierschichtholz. Besonders wegweisend sind Brandschutzwände aus Holz – eine Innovation, die gerade in einem Holzgebäude mit untergebrachter Härterei neue Maßstäbe setzt. Die Fachwerkträger zählen mit 80 Metern Spannweite zu den bemerkenswerten Ingenieurleistungen im Holzbau und unterstreichen den Innovationscharakter des gesamten Bauvorhabens.
„Die neue Produktionshalle in moderner Holzbauweise zeigt nicht nur das enorme Potenzial, was Know-How, gepaart mit Spitzenprodukten und erstklassigem Handwerk im Land entfesseln können. Es zeigt vorbildlich, wie ein Unternehmen des Clusters Forst und Holz die Wirtschaftstransformation mitprägen und innovativ gestalten kann. Zudem ist die neue Halle auch ein überzeugendes Beispiel für künftige Gewerbe- und Industriebauten in Holzbauweise“, sagte Ministerin Gentges abschließend.
Hintergrundinformationen
Das Cluster Forst und Holz Baden-Württemberg hat sich entgegen den allgemeinen wirtschaftlichen Trends in vielen Bereichen positiv entwickelt. Der konstruktive Ingenieur-Holzbau ist seit mehreren Jahren das Zugpferd der Holzverwendung. Erhebliche Investitionen, eine stabile Auftragslage und eine hohe Innovationsdynamik unterstreichen die Leistungsfähigkeit der Branche. Baden-Württemberg verfügt über eine leistungsfähige und breit aufgestellte Wertschöpfungskette rund um den Rohstoff Holz. Neben der Säge- und Holzwerkstoffindustrie nimmt insbesondere die Zulieferindustrie eine Schlüsselrolle ein. Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Werkzeugtechnik, Holzverbindungsmittel sowie Oberflächen- und Verbindungstechnologien entwickeln innovative Lösungen, die weltweit in der Holzverarbeitung und Holzverwendung zum Einsatz kommen. Damit ist Baden-Württemberg nicht nur Produktionsstandort, sondern auch ein bedeutender Entwicklungs- und Technologiestandort für die europäische Holzwirtschaft.
Ein besonderer Innovationsschwerpunkt der kommenden Jahre liegt in der Digitalisierung und Automatisierung der Holzverwendung. Digitale Planungs- und Fertigungsprozesse, Robotik sowie intelligente Produktionssysteme steigern Effizienz, Präzision und Ressourcenschonung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Technologien stärken die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und eröffnen neue Anwendungsfelder für den nachwachsenden Rohstoff Holz.


