„Weltweit stehen die Ernährungssysteme durch globale Krisen und die Folgen des Klimawandels vor großen Herausforderungen. Besonders landwirtschaftliche Betriebe sind von dieser Entwicklung betroffen. In Baden-Württemberg hat der diesjährige Hitzesommer die Arbeit unserer Landwirtinnen und Landwirte durch Dürreschäden extrem erschwert. Hohe Preise für Düngemittel und teure Kraftstoffe verursacht durch unterbrochene globale Lieferketten haben die Situation zusätzlich verschärft. Gerade deshalb kommt der regionalen Lebensmittelerzeugung eine immer größere Bedeutung zu. Innovative Anbauverfahren, neue Pflanzensorten, aber auch neue Wege der Verarbeitung und Vermarktung können dabei helfen, unsere Ernährungssysteme zukunftsfähig zu machen“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges MdL am Donnerstag (15. Oktober) anlässlich des morgigen Welternährungstages.
Ernährungssouveränität als Staatsziel
Um das Ziel einer widerstandsfähigen und nachhaltigen regionalen Lebensmittelerzeugung zu erreichen, verfolge das Land mehrere Strategien. Neben der Kombination von Innovationen und regionalem Wissen entlang der Wertschöpfungskette soll das Staatsziel der ‚Ernährungssouveränität‘ in der Landesverfassung verankert werden.
Dadurch würde das Recht auf eine selbstbestimmte, nachhaltige und gerechte Lebensmittelproduktion im Land gestärkt. „Dabei bedeutet Ernährungssouveränität weit mehr als reine Ernährungssicherheit oder die Stärkung des Selbstversorgungsgrades. Es geht um das Recht, die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik selbst zu bestimmen und die eigene Bevölkerung mit ausreichender, regional erzeugter und hochwertiger Nahrung zu versorgen. Somit fördert das Staatsziel der Ernährungssouveränität auch das Bewusstsein, das unsere heimische Landwirtschaft systemrelevant ist. Eine resiliente Lebensmittelversorgung bedeutet Sicherheit“, so die Ministerin.
Vorsorge entlastet
Auch die Ernährungsnotfallvorsorge rückt angesichts von Wetterextremen, Pandemien und anderen Krisenlagen wieder stärker in den Fokus. Denn neben der staatlichen trägt auch die private Vorsorge zu einem resilientem Ernährungssystem bei. Dabei entlastet der private Vorrat im Krisenfall die staatlichen Maßnahmen und stärkt somit das Gemeinwohl.
Wertschätzung für Lebensmittel beginnt vor Ort
Ein wertschätzender Umgang mit Lebensmitteln stellt einen weiteren Baustein einer widerstandsfähigen und nachhaltigen Lebensmittelversorgung dar. Das Land Baden-Württemberg setzt deshalb auf die Regionalkampagne ‚Natürlich.Von Daheim‘ und Qualitätszeichen wie das QZ BW. Dadurch sollen Verbraucher für einen bewussten Umgang mit heimischen Lebensmitteln sensibilisiert und zu deren Kauf animiert werden. „Wir können unseren Bäuerinnen und Bauern dankbar sein für die Vielfalt und Frische regionaler Nahrungsmittel. Teil dieser Wertschätzung ist es, Einkäufe rücksichtsvoll zu planen, einen Überblick über die eigenen Vorräte zu haben und Lebensmittel bestmöglich zu verwerten. Ein wertschätzender Umgang mit landwirtschaftlichen Produkten sorgt nicht nur dafür, dass wir Zugang zu sicheren, nachhaltigen und vielfältigen Lebensmitteln haben, sondern auch die nachfolgenden Generationen“, sagte die Ministerin.
Hintergrundinformationen
Der Welternährungstag erinnert an die Gründung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am 16. Oktober 1945. Er lenkt weltweit die Aufmerksamkeit auf die Bekämpfung des Hungers, auf Ernährungssicherheit und die Zukunft der Ernährungssysteme. Der diesjährige Welternährungstag steht unter dem Motto „Innovate today. Nourish tomorrow.“. Im Mittelpunkt steht der Beitrag von Innovationen aller Art für eine sichere, nahrhafte, erschwingliche und nachhaltige Ernährung.
Nach Angaben der FAO leiden weltweit noch immer rund 645 Millionen Menschen an Hunger. Weitere 2,7 Milliarden Menschen können sich keine ausgewogene Ernährung leisten.
Informationen zur Ernährungsnotfallvorsorge
Material zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung
Informationen zum Welternährungstag 2026 und zur Kampagne der FAO: https://www.fao.org/world-food-day/en


