Allgemeine Informationen

Rund um das Programm

Das neue EU-Schulprogramm

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Seit Oktober 2017 gibt es in Baden-Württemberg das neue EU-Schulprogramm. Ziel des Programms: Kindern zu vermitteln, dass Obst, Gemüse und Milch nicht nur gesund sind, sondern auch lecker schmecken.

Mit dem EU-Schulprogramm können Kinder in baden-württembergischen Grundschulen und Kitas ein- bzw. zweimal pro Woche eine Extraportion frisches Obst & Gemüse bzw. leckere Milch genießen. Im Schuljahr 2017/18 nehmen 4.000 Grundschulen und Kitas mit rund 340.000 Kindern daran teil.

Mit Einführung des neuen EU-Schulprogramms hat die EU auch die Förderkonditionen geändert. Dadurch ist die Nachfrage der Mitgliedstaaten nach EU-Fördermitteln fürs Schulprogramm gestiegen. In der Folge stehen dem Land Baden-Württemberg, das bisher besonders von der Nichtausschöpfung des EU-Budgets profitiert hat, für den Programmteil Schulobst und -gemüse weniger EU-Fördermittel als im Vorgängerprogramm zur Verfügung. Das macht eine stärkere Fokussierung bei der Zielgruppe erforderlich.

Wer kann teilnehmen?

Die Kernzielgruppe im neuen EU-Schulprogramm sind Schulen im Primarbereich (Klassenstufen 1 bis 4). Kindertageseinrichtungen (einschließlich Kindergärten) können dann teilnehmen, wenn das Budget es zulässt. Im Schuljahr 2017/18 ist dies der Fall.

Schulen und Kitas, die am Programm teilnehmen wollen, müssen sich jährlich neu dafür anmelden. Die Anmeldung für das Folgeschuljahr ist in der Regel zwischen den Oster- und Pfingstferien möglich. Die Kitas und Schulen können dabei entscheiden, ob sie am Programmteil Schulobst und –gemüse oder am Programmteil Schulmilch oder an beiden teilnehmen wollen.

Erzeuger und Händler können sich als Lieferanten im neuen EU-Schulprogramm beteiligen. Um EU-Beihilfe zu bekommen, müssen die Lieferanten beim Regierungspräsidium Tübingen für das neue EU-Schulprogramm zugelassen sein.

Welche Produkte können verteilt werden?

Verteilt werden vorrangig frisches Obst & Gemüse sowie Trinkmilch. Daneben sind auch Naturjoghurt, Quark und Käse förderfähig. Milchprodukte mit Zusätzen wie Zucker, Aromastoffen, Kakao, Nüssen und Früchten sind von der Förderung ausgeschlossen. Für den Programmteil Schulobst und -gemüse sowie für den Programmteil Schulmilch gibt es jeweils eine Sortimentsliste der förderfähigen Produkte.

Wann und wie oft können die Produkte verteilt werden?

Die Produkte können während des Vor- oder Nachmittags, aber nicht im Zusammenhang mit der Mittagsmahlzeit an die Kinder ausgegeben werden. Im Schuljahr 2017/18 können bis maximal zwei Portionen Obst & Gemüse pro Kind und Schulwoche und eine Portion Schulmilch pro Kind und Schulwoche verteilt werden. Die genaue Anzahl ist für die jeweilige Schule / Kita in ihrem Zulassungsbescheid festgelegt.

Welche Ziele werden mit dem EU-Schulprogramm verfolgt?

Das EU-Schulprogramm ist mehr als das Verteilen von Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukten. Ein wichtiger Bestandteil des Programmes ist die pädagogische Begleitung. Durch sie lernen Kinder mehr über die frischen Früchte und leckeren Milchprodukte, auch über deren Herkunft. Kinder erfahren, wie sie sich ausgewogen ernähren können, lernen die Vielfalt der Produkte kennen und schulen wichtige Alltagskompetenzen. Die Einrichtungen sind verpflichtet, das EU-Schulprogramm pädagogisch zu begleiten und die Themen Obst, Gemüse und Milch im Unterricht aufzugreifen.Die Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung unterstützt Kitas und Schulen bei der pädagogischen Begleitung.

Wie wird das Programm finanziert?

Die Kinder erhalten Obst, Gemüse und Milch kostenlos. Jede Portion Schulobst & Gemüse oder Schulmilch, die die Einrichtungen über das EU-Schulprogramm verteilt, wird mit einem festen Betrag aus EU-Mitteln gefördert. Dieser Förderbetrag deckt in der Regel etwa 75 Prozent der Nettokosten (Produkt und Lieferung) ab. Um den Einstieg in die neue Schulmilch zu erleichtern, wurde der Fördersatz für Schulmilch im ersten Jahr höher angesetzt (circa 85 Prozent).

Die EU-Förderung beantragt der Lieferant beim Regierungspräsidium Tübingen. Für die Finanzierung des Restbetrags einschließlich der Mehrwertsteuer sind die Schulen und Kitas selbst verantwortlich. In der Regel sind es Sponsoren, die ihnen durch ihr finanzielles Engagement die Teilnahme ermöglichen.

Die Kosten, die auf die Einrichtung bzw. ihren Sponsor zukommen, richten sich nach der Anzahl der teilnehmenden Kinder, der Zahl der Verteilungen pro Woche, danach ob die Kinder sowohl Früchte als auch Milch erhalten oder nur eine der beiden Lebensmittelgruppen und natürlich auch nach dem vom Lieferanten in Rechnung gestellten Portionspreis und dem Mehrwertsteuersatz.

Die Höhe der Portionspreise ist im neuen EU-Schulprogramm nicht mehr verbindlich festgelegt. Orientierungspreise sollen Einrichtungen und Lieferanten als Richtschnur dienen, wie hoch der Portionspreis vor Abzug der EU-Förderung sein kann (s. Dokument „Beihilfefähige Schulwochen, Förderbeträge und Orientierungspreise“ in der Spalte mit den Downloads rechts).

Wie funktioniert das Sponsoring?

Schulen und Kitas brauchen Sponsoren, die als Paten für eine oder mehrere Einrichtungen die Kofinanzierung der Obst-, Gemüse- und Milchverteilungen übernehmen. Infrage kommen Einzelpersonen, Verbände, Vereine und Firmen, denen unsere Kinder und deren Ernährung am Herzen liegen. Auch die Finanzierung über einen Elternbeitrag ist möglich.

800 Euro Sponsorenbetrag können beispielsweise genügen, um 100 Kindern im Schuljahr 2017/18 wöchentlich sowohl eine Portion Milch als auch eine Portion Obst & Gemüse zu ermöglichen (bei konventioneller Ware 7 % MwSt) und einem Portionspreis in Höhe des Orientierungspreises).

Zur Abschätzung des Eigenanteils gibt es in der Downloadspalte rechts Kalkulationsbeispiele für verschiedene Fallkonstellationen

Ein Sponsor muss nicht die Finanzierung für eine Schule oder Kindertagesstätte alleine tragen. Er kann sich auch mit einem fixen Betrag beteiligen. Es liegt in seinem Ermessen, ob er der Einrichtung die zugesagte Summe als Ganzes oder in festgelegten Raten überweist oder mit ihr vereinbart, dass ihm die Einrichtung die Rechnungen des Lieferanten zukommen lässt und er sie direkt begleicht.

Natürlich können Sponsoren ihr Engagement für die eigene Öffentlichkeitsarbeit nutzen.

Unternehmen, die anbieten für Schulen und Kitas Sponsoren zu finden, tun dies nicht im Auftrag des Landes, sondern in der Regel aus wirtschaftlichem Interesse.


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