LULUCF-Sektor

Moore

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LULUCF-Sektor Moore

Feuchtgebiete wie Moore spielen eine besondere Rolle im Klimaschutz. Im nassen Zustand speichern sie große Mengen Kohlenstoff. Werden Moorböden entwässert, zersetzt sich der Torf, und der gespeicherte Kohlenstoff wird als CO₂ freigesetzt.

Um diese Emissionen zu verringern, werden Moorböden wiedervernässt. Bei vielen Niedermoorböden kann auch nach moderater Anhebung des Grundwasserspiegels  eine extensive landwirtschaftliche Nutzung möglich sein, durch sogenannte Paludikuluturen oder Beweidung auf Grünland.

Auch eine extensive forstliche Nutzung ist auf wiedervernässten Niedermoorstandorten denkbar, etwa mit Erlen, die als Brenn- oder Möbelholz geerntet werden können.

Gemeinsames Ziel ist die Erzeugung von Biomasse bei gleichzeitigem Erhalt des Torfs und seiner Kohlenstoffspeicherfunktion.

Die geerntete Biomasse kann vielfältig genutzt werden, etwa als Viehfutter oder zur Herstellung nachhaltiger Dämmstoffe oder Verpackungen. Neben dem Klimaschutz trägt die Paludikultur auch zur Förderung der Artenvielfalt und zur Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Rohstoffe bei.

So schützt Paludikultur den Moorboden, vermeidet Emissionen und verbindet Landwirtschaft mit aktiven Beiträgen zum Klima- und Ressourcenschutz.

Weitere Informationen

Paludikulturen

Paludikultur bezeichnet die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser oder wieder vernässter Moore. Damit wird es möglich, Moorflächen zu bewirtschaften, ohne den Torfboden zu schädigen. Dadurch vereint sich der Klimaschutz durch CO₂-Speicherung und die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen wie Schilf, Rohrkolben oder Erlenholz. 

Auflistung der wichtigsten Paludikulturen und ihrer Verwertungsmöglichkeiten

Paludikultur

Verwertungsmöglichkeiten

Nasswiese

Papier- und Verpackungsmaterial, Bau- und Dämmstoffe, Streunutzung, Heu, Futterpellets, Grasprotein, Pflanzenkohle, Beweidung

Rohrglanzgras

Bau- und Dämmstoffe, Dacheindeckungen, Zäune und Sicht­schutz, Papier- und Verpackungsmaterialien, Heu und Futter­pellets

Rohrkolben

Schimmelresistente, leichte Rohstoffquelle, feuchteresistente Dämmstoffe und Füllmaterialien, stärkehaltige Rhizome, Gar­tenbausubstrat

Rohrschwingel

Grasprotein, Pflanzenkohle, Heu, Silage

Schilf

Bau- und Dämmstoffe, Gartenbausubstrat, Biokohle, Cellulose- und Ligningewinnung

Seggen

Bau- und Dämmstoffe, Pflanzenkohle, Einstreu

Torfmoos

Torfersatz, Gartenbauprodukt

Mit diesen nachwachsenden Rohstoffen können fossile Rohstoffe ersetzt werden,  z.B. durch die Verarbeitung zu Produkten wie Bau-, Dämm- und Werkstoffe, Papier und Verpackungen sowie die stoffliche Verwertung der Biomasse in Bioraffinerien.  Wenn Paludikultur-Biomasse für langfristige Produkte wie Gebäude verwendet wird, kann eine zusätzliche Kohlenstoffsenke geschaffen werden. Darüber hinaus können Paludikulturen auch positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt haben. Das gilt nicht nur für stillgelegte Moorflächen, sondern auch für Paludikulturen als Lebensräume für gefährdete Arten.

Paludikulturen können auch zur Regulierung des Wasserhaushalts beitragen, indem sie als Wasserspeicher dienen und die Abflussmenge bei Starkregenereignissen reduzieren. Dies kann dazu beitragen, die Gefahr von Überschwemmungen zu minimieren. Zudem haben Paludikulturen eine Filterfunktion, wodurch sie Schad- und Nährstoffe im Wasser zurückhalten können.

Die einzigartigen Eigenschaften von Paludikulturen machen sie zu einem attraktiven Rohstoff für die Baustoffindustrie und die Verpackungsbranche. Angesichts der zunehmenden Nachfrage nach klimaneutralen und nachwachsenden Rohstoffen, als Ersatz für fossile Materialien, bieten Paludikulturen eine vielversprechende Alternative.

Durch die Verwendung von Paludikultur-basierten Produkten können Unternehmen nicht nur ihre Umweltbilanz verbessern, sondern auch von der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen Materialien profitieren. Darüber hinaus könnten Paludikultur-basierte Wertschöpfungsketten auch für den Verkauf von CO2-Zertifikaten genutzt werden.