Jugend

Unsere Jugend im Ländlichen Raum

Zwei Jugendliche auf dem Fahrrad

Wir möchten, dass unsere Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerne im Ländlichen Raum leben und sich dort wohl fühlen. Im Rahmen von Studien und Modellprojekten beschäftigen wir uns daher vertieft mit den Wünschen, Bedürfnissen und der Lebenswirklichkeit dieser Zielgruppe.

Online-Diskussionen

Was bewegt junge Menschen im Ländlichen Raum heute? Das wollte Peter Hauk MdL, Minister für Ländlichen Raum, genauer wissen und traf sich am 22. September 2020 in einer Online-Diskussion mit jungen Menschen. Diese hatten zuvor in fünf Online-Workshops ihre Positionen gemeinsam erarbeitet und trugen diese nun dem Minister vor. Wichtige Themen waren Mobilität (besonders für Minderjährige), Wohnraum (für Berufsanfänger), Digitalisierung, Vereinsleben sowie Jugendbeteiligung.

Die Ergebnisse der Workshops fließen auch in die nachfolgend dargestellte Untersuchung ein.

Aufwachsen im Ländlichen Raum:
Erhebung zur Lebenswirklichkeit von Jugendlichen (12 bis 18 Jahre)

Bereits seit 2011 führen die Jugendstiftung Baden-Württemberg und der Landesschülerbeirat alle zwei bis drei Jahre eine Schülerumfrage durch. Hierbei werden jeweils über 2.000 Jugendliche zu den Themen Freundschaft, Geld, Medien, Schule, Freizeit, Engagement, Werte und Zukunft befragt. Aufbauend auf diesen Daten hat das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Jugendstiftung beauftragt, die Situation in ländlichen Räumen genauer herauszuarbeiten. Hierfür werden die bereits vorliegenden Umfragedaten neu ausgewertet, um Stadt-Land-Unterschiede zu untersuchen. Zudem wird eine Zusatzerhebung durchgeführt, welche sich mit der Zufriedenheit der Jugendlichen in ihrer Kommune, mit ihrer Bleibebereitschaft und ihren Zukunftsvorstellungen befasst.

Die Ergebnisse der Erhebung werden voraussichtlich im Herbst / Winter 2021 veröffentlicht und können dann über die Jugendstiftung bezogen werden. Die Projektwebseite kann hier eingesehen werden.

Sesshaft werden im Ländlichen Raum:
Modellprojekt „Junges Wohnen“

Im Rahmen eines regionalen Agenda 21-Projekts in Oberösterreich wurde festgestellt, dass mangelnder attraktiver und bezahlbarer Wohnraum einer der wesentlichen Gründe ist, warum junge Erwachsene nicht im Ländlichen Raum bleiben bzw. nach Ausbildung oder Studium nicht wieder zurück in die ländlichen Gemeinden zurückkommen. Auch in den zuvor dargestellten Workshops wurde dieses Thema mehrmals aufgegriffen. Zwischen 1. Dezember 2020 und 30. September 2021 fördert das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz daher ein Projekt von SPES e.V. in Baden-Württemberg, das analog zum Konzept aus Oberösterreich und unter Einbeziehung des dort gesammelten Expertenwissens durchgeführt wird.

Die sechs beteiligten Modellgemeinden haben hierbei einen begleiteten Planungsprozess durchlaufen, bei dem vor Ort geeignete Leerstände identifiziert, mögliche Finanzierungsmodelle vorgestellt und passgenau der Bedarf für Junges Wohnen ermittelt wurde. Am Ende des Modellprojektes liegen nun in den Modellkommunen konkrete und umsetzbare Konzepte für Junges Wohnen vor.