Anforderungen

Reisen mit Heimtieren

Für den Reiseverkehr mit Heimtieren wie Hunden, Katzen und Frettchen gelten insbesondere zur Vermeidung von Tollwut strenge Anforderungen. Deshalb ist es wichtig, sich vor Reiseantritt gründlich über die bestehenden Regelungen für die verschiedenen Reiseländer zu informieren.


Die EU-rechtlichen Anforderungen im Reiseverkehr mit Heimtieren sind abhängig vom jeweiligen Reiseland und der Anzahl der mitgeführten Tiere. Bis zu maximal fünf Tiere dürfen im Reiseverkehr unter erleichterten Bedingungen verbracht bzw. eingeführt werden. Bei mehr als fünf Tieren sind auch im Reiseverkehr die erhöhten Anforderungen für den Handel zu erfüllen (siehe unten). Von dieser Tierzahlbegrenzung sind auch Ausnahmen zu bestimmten Zwecken möglich (zum Beispiel Teilnahme an Wettkampfveranstaltungen). Die Tiere müssen von ihren im Heimtierpass genannten Haltern oder einer ermächtigten Person begleitet werden und dürfen nicht zum Verkauf oder dem Übergang des Eigentums bzw. einen Tierhalterwechsel bestimmt sein. Dies ist in einer sogenannten Tierhaltererklärung entsprechend zu bestätigen. In Baden-Württemberg sind die niedergelassenen Tierärzte/ Tierärztinnen  zum Ausstellen von Heimtierpässen ermächtigt (s. Allgemeinverfügung), sofern sie für diese Tätigkeit eine entsprechende Registriernummer bei dem für ihren Praxissitz zuständigen Veterinäramt beantragt und erhalten haben (s. Registrierantrag)

Insbesondere folgende Vorgaben sind für Halter von Hunden, Katzen und Frettchen von Bedeutung:

  1. Seit dem 29.12.2014 dürfen bei der Erstausstellung nur noch solche Heimtierausweise verwendet werden, welche den neuen Vorgaben der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 entsprechen.
  2. Die vor dem 29.12.2014 ausgestellten „ alten“ Heimtierausweise nach dem Muster der Entscheidung 2003/803/EG behalten jedoch ihre Gültigkeit.
  3. Die Ausstellung des Heimtierpasses hat ausschließlich durch den ermächtigten Tierarzt / amtlicher Tierarzt zu erfolgen.
  4. In den neuen Heimtierausweisen sind die Tierhalterdaten anlässlich der Erstausstellung vom Tierhalter durch Unterschrift zu bestätigen.
  5. Die neuen Heimtierausweise enthalten neuerdings die Kontaktdaten des ermächtigten Tierarztes, welcher nach dem Vorliegen der erforderlichen Angaben für die Ausstellung und Abgabe dafür verantwortlich zu zeichnen hat.
  6. Die Angaben zur Kennzeichnung des Tieres sind in dem neuen Heimtierausweis durch eine Laminierung zu sichern.
  7. Die Kennzeichnung eines Heimtieres hat nach dem 3. Juli 2011 ausschließlich mittels Transponder zu erfolgen. Vor diesem Datum durchgeführte, noch eindeutig lesbare Tätowierungen behalten ihre Gültigkeit.
  8. Die Implantation von Transpondern bei Heimtieren ist in Deutschland auch durch andere Personen als einem Tierarzt zulässig, welche jedoch über die entsprechenden Qualifiationen verfügen müssen. Die Implantation muss vor der Erstausstellung des Heimtierausweises erfolgt sein.
  9. Das Mindestalter für die Verabreichung der Erstimpfung gegen die Tollwut wurde EU-weit auf 12 Lebenswochen festgelegt.
  10. Deutschland fordert seit dem 31. Dezember 2014 auch für die Verbringung von Welpen aus Mitgliedstaaten sowie die Einfuhr aus gelisteten Drittländern die Dokumentation eines Tollwutimpfschutzes.
  11. Die aktuellen Veterinärzeugnisse sind auf der EU-Homepage unter der Rubik „Legislation“ abrufbar und nur für Reisen innerhalb der EU mit mehr als 5 Tieren sowie die Einreise aus Drittländern (nicht EU-Mitgliedsstaaten) erforderlich. (Veterinärzeugnis für nicht kommerzielle Zwecke (Reiseverkehr bis zu 5 Tiere) / Veterinärzeugnis für kommerzielle Zwecke).

Mehr Informationen zu den rechtlichen Bestimmungen beim Reiseverkehr mit Heimtieren gibt es auf der Internetseite der EU-Kommission.