Tierseuche

Aktuelles zur Afrikanischen Schweinepest

Stand 11. September 2020

Mit Datum vom 10.09.2020 ist bei einem Wildschwein nahe der deutsch-polnischen Grenze im Landkreis Spree-Neiße die Afrikanische Schweinepest festgestellt worden. Bisher handelt es sich um einen Einzelfund. Im Umkreis von 20 bis 25 km ist ein vorläufiges Restriktionsgebiet festgelegt worden. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite des Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in der Wildschweinpopulation sowie in Hausschweinebeständen in Europa immer weiter aus.

Im Jahr 2020 wurden bis jetzt EU-weit insgesamt 6407 ASP-Ausbrüche bei Wildschweinen (mit jeweils einem oder mehreren Tieren) an die Tierseuchendatenbank der EU-Kommission gemeldet
(Anzahl der Fälle 2020 bis 08.09.2020/ Anzahl der Fälle 2019):

  • Belgien: 3 / 482
  • Bulgarien: 408 / 185
  • Estland: 43 / 80
  • Ungarn: 3455 / 1605
  • Italien: 32 / 63
  • Lettland: 204 / 369
  • Litauen: 158 / 464
  • Polen: 3152 / 2477
  • Serbische Republik: 41 / 0
  • Rumänien: 657/ 693
  • Slowakei: 156 / 27
  • Ukraine: 4 / 11

Total: 8309/ 6445

Zudem wurde in diesem Zeitraum folgende Anzahl an Ausbrüchen bei Hauschweinen an die EU-Kommission gemeldet
(Anzahl der Fälle 2020 bis 08.09.2020 / Anzahl der Fälle 2019):

  • Bulgarien: 18 / 44
  • Italien: 1 / 0
  • Lettland: 3 / 1
  • Litauen: 3 / 19
  • Polen: 82 / 48
  • Serbische Republik: 12 / 18
  • Rumänien: 603 / 1728
  • Slowakei: 16 / 11
  • Ukraine: 14 / 42
  • Griechenland: 1 / 0

Total: 738 / 1870

Bei dem ASP-Geschehen auf Sardinien handelt es sich um ein eigenständiges Tierseuchengeschehen, das nicht mit den Seuchenausbrüchen in den anderen Mitgliedstaaten zusammenhängt. Innerhalb der EU sind die Gebiete mit einem erhöhten Risiko der ASP-Verschleppung (Restriktionsgebiete; Teile I – IV des Anhangs des Durchführungsbeschlusses) sowie die dort geltenden Verbringungsbeschränkungen in der jeweils aktuellen Fassung des Durchführungsbeschlusses 2014/709/EU festgelegt.

Aufgrund des westpolnischen Seuchengeschehens mit einem bestätigten Fund eines infizierten Wildschweines in nur ca. 12 km Entfernung zur deutschen Grenze wird das Risiko für einen Seucheneintrag über Wildschweine in der Grenzregion durch das Friedrich-Loeffler-Institut als hoch eingeschätzt. Die angrenzenden Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben bereits Zäune zur Verhinderung der Einschleppung durch Wildschweine errichtet. Auch Sachsen errichtet eine 128 km lange Zaunanlagen an der Grenze zu Polen. Epidemiologische Untersuchungen und die Genotypisierung des Erregers aus der Feststellung in Brandenburg sollen klären, ob der Viruseintrag aus der Wildschweinpopulation Westpolens stammt.

Weiterführende Links

Auf folgenden Internetseiten finden Sie weitere Informationen über die Afrikanische Schweinepest und die aktuelle Seuchensituation:
Friedrich-Loeffler-Institut: Afrikanische Schweinepest
Europäische Kommission: African Swine Fever (englischsprachiger Text)
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Afrikanische Schweinepest – Erster Fall in Deutschland bei einem Wildschwein bestätigt

Hier finden Sie die Ergebnisse der aktuellen Bewertung des Risikos zur Einschleppung der ASP nach Deutschland durch das Friedrich-Loeffler-Institut.
Risikobewertungen zur Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland

Daten zur aktuellen Lage bei der Afrikanischen Schweinepest in Europa finden Sie auf den Seiten des Friedrich-Loeffler-Instituts sowie der EU:
Kartierung der Restriktionsgebiete zur Afrikanischen Schweinepest
Informationen der EU zur Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa